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Roundup 3: TUI baut Schulden ab - Keine endgültige Entscheidung zu Hapag-Lloyd

Europas größter Reisekonzern TUI hat im zweiten Quartal erwartungsgemäß weniger verdient als vor einem Jahr und kommt beim Schuldenabbau weiter voran. Die Buchungslage für die Sommersaison im wichtigsten Konzernbereich Touristik bezeichnete TUI als "gut". Noch keine Entscheidung hat das Unternehmen zum Börsengang der Schifffahrts-Tochter Hapag-Lloyd und zum Verkauf der Flugzeugwartung getroffen.

dpa-afx HANNOVER. Europas größter Reisekonzern TUI hat im zweiten Quartal erwartungsgemäß weniger verdient als vor einem Jahr und kommt beim Schuldenabbau weiter voran. Die Buchungslage für die Sommersaison im wichtigsten Konzernbereich Touristik bezeichnete TUI als "gut". Noch keine Entscheidung hat das Unternehmen zum Börsengang der Schifffahrts-Tochter Hapag-Lloyd und zum Verkauf der Flugzeugwartung getroffen.

Das Konzernergebnis habe im zweiten Vierteljahr mit 112,9 Mill. ? deutlich unter dem Vorjahresgewinn von 506 Mill. ? gelegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Vor einem Jahr hatte TUI allerdings noch von Sondererlösen aus dem Verkauf der Energiesparte profitiert. Die Nettoverschuldung sei bis Ende Juni um rund 500 Mill. ? auf 3,288 Mrd. ? gesunken.

Angesichts von Übernahmespekulationen hatte das Unternehmen bereits am 5. August über Eckdaten zur Geschäftsentwicklung informiert und erstmals einen Ausblick auf das Gesamtjahr gegeben. Die Investmentbank Morgan Stanley hatte ihr Aktienpaket auf über 10 % verdoppelt und damit Übernahmegerüchte ausgelöst.

Aktie Legt ZU - Buchungslage

Am Nachmittag stieg die TUI-Aktie um 1,13 % auf 14,31 ?. Der DAX verlor dagegen 0,79 % auf 3 649,67 Zähler. Bei einer zu geringen Börsenbewertung droht TUI im September der Abstieg aus der Börsen-Bundesliga DAX. "In der Touristik geht es definitiv aufwärts", sagte Analystin Martina Noß von der Nordlb. Robert Heberger von Merck Finck & Co hob den Quartalsgewinn hervor, der die Erwartungen übertroffen habe.

Das konzernweite Umsatzplus in der Touristik-Sparte bezifferte das Unternehmen auf aktuell 2,5 %. Der Gästezuwachs liege bei 1,9 %. Vor allem die nordischen Länder entwickelten sich gut. Dort sei die Kundenzahl um 4,3 % und der Umsatz um 8,8 % gestiegen. In Deutschland lägen die Zuwächse bei 2,1 % beziehungsweise 2,5 %. In Großbritannien werde ein Plus von 2,2 % bei den Gästen und 4,2 % bei den Umsätzen verzeichnet. TUI bekräftigte, dass die Touristik-Sparte im Geschäftsjahr 2004 ein um mindestens 70 % besseres Ergebnis erzielen werde.

Hapag Lloyd-Börsengang

Noch keine Entscheidung gibt es zum geplanten Börsengang von Hapag-Lloyd. TUI-Finanzvorstand Rainer Feuerhake bekräftigte in einer Telefonkonferenz, dass allein die Marktbedingungen den Ausschlag für die Entscheidung geben würden. Insofern gebe es keine Neuigkeiten seit der vergangenen Woche. TUI-Chef Michael Frenzel hatte erklärt, dass der Börsengang der Schifffahrts-Tochter zur Schuldentilgung nicht benötigt werde und hatte damit Spekulationen über eine Absage des Börsengangs genährt.

Noch keinen Beschluss gebe es auch zum möglichen Verkauf der Sparte Flugzeugwartung, sagte Feuerhake. Neben einem Verkauf ist auch eine hausinterne Lösung zur Optimierung der Abläufe eine Option. TUI erhofft sich durch Veränderungen bei der Flugzeugwartung Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Konzernweit sind 1 100 Beschäftigte mit Wartung und Instandhaltung der 104 konzerneigenen Flugzeuge beschäftigt.

Prognose FÜR DAS Gesamtjahr

Wie TUI vor einer Woche bekannt gegeben hatte, stieg im zweiten Quartal das konzernweite bereinigte Ebta (Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen auf den Firmenwert) auf 112 Mill. ? nach einem Verlust von 29 Mill. ? im Vorjahr. Konzernweit rechnet TUI für das laufende Jahr mit einem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) von mindestens 420 Mill. ?.

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