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Roundup 4: Annäherung zwischen Daimlerchrysler-Vorstand und Betriebsrat

(dpa-AFX) Stuttgart - Im erbitterten Personalkosten-Konflikt beim Autokonzern Daimlerchrysler < DCX.ETR > sind Vorstand und Betriebsrat am Donnerstagabend einer Einigung näher gekommen. Nach mehr als neunstündigen Verhandlungen habe es in einigen Punkten Bewegung gegeben, teilten der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall in Stuttgart mit. Details wurden nicht genannt.

(dpa-AFX) Stuttgart - Im erbitterten Personalkosten-Konflikt beim Autokonzern Daimlerchrysler < DCX.ETR > sind Vorstand und Betriebsrat am Donnerstagabend einer Einigung näher gekommen. Nach mehr als neunstündigen Verhandlungen habe es in einigen Punkten Bewegung gegeben, teilten der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall in Stuttgart mit. Details wurden nicht genannt.

Bei langfristigen Beschäftigungs- und Einkommensgarantien gebe es jedoch noch Gesprächsbedarf. Nach dpa-Informationen aus hochrangigen Verhandlungskreisen sind sich Vorstand und Betriebsrat über das Einsparvolumen von jährlich 500 Millionen Euro ab 2007 im Kern bereits einig.

"Die nächsten Stunden sind entscheidend", meinte Gewerkschaftssprecher Frank Stroh. Für die IG Metall gehe es darum, die bedrohten Stellen beim Autobauer über einen Zeitraum von "drei bis vier Jahren hinaus" zu sichern. Angesichts der Arbeitsmarktlage in Deutschland befinde sich die IG Metall allerdings in einem "sehr schweren Abwägungsprozess". Einen Eingriff in den Flächentarifvertrag werde es aber auf keinen Fall geben.

Standortgarantie

Der Betriebsrat deutete einen Kompromiss an. "Wir verhandeln mit dem festen Willen zur Einigung", sagte die Sprecherin des Gesamtbetriebsrats, Silke Ernst. Der Gesamtbetriebsrat verlangt vom Vorstand im Gegenzug für finanzielle Einbußen der Beschäftigten eine Standortgarantie für die betroffenen Hauptwerke Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim und Mannheim mindestens bis zum Jahr 2012. Zudem solle die gesamte leitende Führungsebene des nach Umsatz größten deutschen Unternehmens auf Gehalt verzichten.

Der Konzernvorstand verlangt im Mercedes-Hauptwerk Sindelfingen von 2007 an eine Senkung der Arbeitskosten um jährlich 500 Millionen Euro. Andernfalls soll die Produktion der neuen Mercedes-C-Klasse und ihrer Varianten vor allem ins Werk Bremen verlagert werden. Dies würde in Sindelfingen 6.000 der über 30.000 Stellen kosten.

Für das Unternehmen saßen seit Donnerstagmorgen Mercedes-Chef Jürgen Hubbert und Personalvorstand Günther Fleig am Verhandlungstisch in der Konzernzentrale. Die 160.000 Beschäftigten in der Mercedes Car Group wurden von Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm und IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann vertreten. Die Verhandlungen waren in der Nacht zum Donnerstag nach 13 Stunden unterbrochen und am Morgen fortgesetzt worden.

Weitgehend einig sollen sich beide Seiten über die Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20.000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung gegen Mehrbezahlung sein. Zudem soll ein Tarifvertrag für Dienstleister unterzeichnet werden, wonach Arbeitnehmer in Kantinen, Druckereien und Werksschutz weniger verdienen würden als Metaller in der Autoproduktion.

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