Archiv
Roundup 4: Daimler-Chrysler steigert Quartalsergebnis - 'Halten an smart fest'

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat im dritten Quartal bei Mercedes einen drastischen Gewinneinbruch erlitten und große Probleme mit der Kleinwarkenmarke smart eingeräumt. Eine Schließung oder den Verkauf der Trendmarke schloss der Konzern jedoch definitiv aus.

dpa-afx STUTTGART. Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat im dritten Quartal bei Mercedes einen drastischen Gewinneinbruch erlitten und große Probleme mit der Kleinwarkenmarke smart eingeräumt. Eine Schließung oder den Verkauf der Trendmarke schloss der Konzern jedoch definitiv aus. "Wir prüfen derzeit alle Optionen. Das könnte zum Beispiel ein neuer Businessplan sein. Eine Schließung ist aber ausgeschlossen", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Zuvor hatte Finanzvorstand Manfred Gentz die Situation von smart als eher düsteren Sanierungsfall dargestellt.

Der operative Gewinn wurde im Quartal dennoch um sieben Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gesteigert. Die 20 von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 1,406 Mrd. Euro gerechnet. Das Unternehmen bestätigte sein Ziel für 2004, den bereinigten operativen Gewinn des Vorjahres von rund 5,1 Mrd. Euro "deutlich" zu übertreffen. Nach neun Monaten habe man bereits 5,0 Mrd. Euro operativ verdient. Finanzvorstand Manfred Gentz machte neben den Kosten für die Qualitätsoffensive vor allem das "deutlich negative" Ergebnis der Kleinwagenmarke smart für den Mercedes-Ergebniseinbruch verantwortlich.

Die Daimler-Chrysler-Aktie legte bis zum frühen Donnerstagabend 0,37 Prozent auf 32,87 Euro zu, lag damit in einem starken Dax aber nur im unteren Mittelfeld.

Krise BEI Smart

Daimler-Chrysler schreibt seit der Markteinführung von smart in Summe rote Zahlen und wollte erstmals in diesem Jahr die Ertragswende schaffen. Dieses Ziel wurde inzwischen auf das Jahr 2006 verschoben. Gentz sagte dazu, der Konzern beobachte die Entwicklung sehr genau und überlege, wie die Marke profitabel gemacht werden könne.

Auch bei Mercedes gebe es im vierten Quartal und im kommenden Jahr zahlreiche Risiken, sagte der Finanzvorstand. Rohmaterialpreise, Währungsrisiken, der Preisdruck und Kosten zur Steigerung der Qualität könnten Einfluss auf den Gewinn haben. Die Qualitätsoffensive sei keine Sache, die 2004 abgeschlossen werden könne. Dies sei ein langfristiger Prozess, sagte Gentz. Der Löwenanteil der Kosten sei 2004 angefallen, aber auch 2005 werde es noch deutliche Belastungen geben.

Toll Collect

Bei der wichtigsten Sparte Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) schrumpfte im Quartal der Gewinn um 62 Prozent auf 304 Mill. Euro. Gentz betonte, dass in der Sparte Finanzdienstleistungen der operative Gewinn im Gesamtjahr unter dem Niveau von 2003 liegen könne. Wegen der 45-Prozent-Beteiligung am Maut-Betreiber Toll Collect hatte Daimler-Chrysler im dritten Quartal Sonderkosten von 119 Mill. Euro verbuchen müssen.

Zudem teilte der Finanzvorstand mit, dass die US-Börsenaufsicht SEC seit August gegen den Konzern ermittle. Die "informelle Ermittlung" wegen möglicher Verstöße gegen den Foreign Corrupt Practises Act sei eingeleitet worden, nachdem ein gekündigter Chrysler-Mitarbeiter den Konzern vor einem US-Bezirksgericht verklagt habe.

Der Daimler-Chrysler-Quartalsumsatz stieg leicht von 34,587 auf 34,9 Mrd. Euro. Die Experten hatten 35,382 Mrd. Euro vorausgesagt. Der Umsatz soll im Gesamtjahr auf rund 145 Mrd. nach 136,6 Mrd. Euro im Vorjahr ansteigen. Der Konzerngewinn stieg im dritten Quartal auf 1,0 Mrd. Euro und übertraf damit den Reingewinn des gesamten Vorjahres um mehr als das Doppelte. Das Ergebnis je Aktie kletterte von minus 1,63 Euro auf plus 0,94 Euro und übertraf damit die Prognose der Analysten (0,72) deutlich.

Sonderfaktoren

Der operative Gewinn im Konzern wurde durch negative Sonderbelastungen unter anderem bei den Nutzfahrzeugen (405 Mill. Euro für Rückrufaktionen bei Mitsubishi Fuso) und Aufwendungen für Toll Collect (119 Mill. Euro) belastet. Es gab aber auch Einmalerträge (120 Mill. Euro Adtranz-Verkauf, 60 Mill. Euro Auflösung Hyundai-Motoren-Kooperation). Der operative Gewinn wurde somit per saldo um Sondereffekte in Höhe von 448 Mill. Euro belastet und wäre ohne die Einmaleffekte auf 1,78 Mrd. Euro gestiegen.

Das einstige Sorgenkind Chrysler konnte dagegen den Gewinn erneut steigern. Der US-Autobauer legte beim operativen Gewinn von 147 Mill. Euro auf 217 Mill. Euro zu und hat in neun Monaten bereits eine Milliarde Euro verdient (Vorjahreszeitraum 650 Mill. Euro Verlust). Der operative Gewinn der Nutzfahrzeuge erreichte trotz Fuso noch 159 Mill. Euro nach 237 Mill. Euro im Vorjahr. Die Dienstleistungen erhöhten ihren operativen Gewinn auf 412 (284) Mill. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%