Archiv
ROUNDUP: Bund will sich 2006 von restlichen Telekom- und Postaktien trennen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bund will bis Ende 2006 seine gesamten Telekom- undPostaktien abstoßen. "Wenn alles so läuft wie vorgesehen, dann würden wir 2006den letzten Rest Telekom und Post privatisieren", verlautete am Dienstag ausRegierungskreisen in Berlin. Der Großteil der Aktien solle bereits 2005veräußert werden, um mit den erhofften Milliardenerlösen Haushaltslöcher zustopfen. Vom Konjunkturverlauf hänge auch ab, ob für das kommende Jahr weitereSparmaßnahmen erforderlich werden, um den Euro-Stabilitätspakt zu erfüllen. Alsrelativ sicher gilt, dass im Herbst ein Nachtragsetat für das laufende Jahraufgelegt wird.

BERLIN (dpa-AFX) - Der Bund will bis Ende 2006 seine gesamten Telekom - undPostaktien abstoßen. "Wenn alles so läuft wie vorgesehen, dann würden wir 2006den letzten Rest Telekom und Post privatisieren", verlautete am Dienstag ausRegierungskreisen in Berlin. Der Großteil der Aktien solle bereits 2005veräußert werden, um mit den erhofften Milliardenerlösen Haushaltslöcher zustopfen. Vom Konjunkturverlauf hänge auch ab, ob für das kommende Jahr weitereSparmaßnahmen erforderlich werden, um den Euro-Stabilitätspakt zu erfüllen. Alsrelativ sicher gilt, dass im Herbst ein Nachtragsetat für das laufende Jahraufgelegt wird.

Im Haushaltsentwurf für 2005, den das rot-grüne Kabinett an diesem Mittwochbeschließen will, sind Privatisierungserlöse im Rekordvolumen von 15,45Milliarden Euro veranschlagt. Damit gelingt es Finanzminister Hans Eichel (SPD),die Neuverschuldung auf 22 Milliarden und somit unter die Investitionssumme von22,8 Milliarden zu drücken. Damit wäre der Haushalt verfassungskonform. Für dieEinhaltung der von Brüssel erlaubten Defizitgrenze von 3,0 Prozent desBruttoinlandsprodukts spielt der Vermögensverkauf keine Rolle. Die Oppositionkritisiert die Privatisierungen als Luftbuchung.

PARKLÖSUNG MÖGLICH

Die Privatisierungssumme soll vor allem über die Veräußerung von Telekom-und Postaktien erreicht werden. Man müsse sich dabei in schwierigen Zeiten nichtin Abhängigkeit der Börsen begeben, hieß es. Die Pakete könnten auch als"Parklösung" an die staatliche KfW-Gruppe gegeben werden. "Über die KfW wäre soetwas zu finanzieren." Kleinere Beträge könnten 2006 abgestoßen werden. Der Bundhält nach eigenen Angaben noch 26 Prozent der Telekom - und 20 Prozent derPost-Aktien. Bei der KfW sind außerdem bereits 16,7 Prozent Telekom - und mehrals 40 Prozent Post-Anteile geparkt.

Die Aktien von Telekom und Post gaben in einem schwachenMarkt nach. Die T-Aktie fiel um 2,65 Prozent auf 13,97 Euro, das Post - Papierverlor nach vorherigen starken Kursgewinnen 1,50 Prozent auf 17,02 Euro.

Auf der Verkaufsliste stehen auch Beteiligungen an den Flughäfen inFrankfurt am Main und München. Dies seien allerdings "relativ kleine Dinge". DemVernehmen nach geht es hier um erhoffte Erlöse von etwa 1 Milliarde Euro. DerBund verspricht sich im Rahmen der Privatisierungen auch 2 Milliarden Euro vonder Übertragung des ERP- Förderprogramms an die KfW. Man sei überzeugt, dass dasProgramm auch nach Abzug der 2 Milliarden Euro fortgesetzt werden könne.

FRANKFURT PRÜFT

Die Stadt Frankfurt prüft unterdessen bereits den Kauf von Anteilen an derFrankfurter Flughafengesellschaft Fraport , wie ein Sprecher desStadtkämmerers Horst Hemzal (CDU) sagte. Gemessen am Börsenkurs vonDienstagnachmittag von gut 23 Euro hat das Paket des Bundes von 18 Prozent einenWert von knapp 400 Millionen Euro. Die Stadt hat ein Vorkaufsrecht.

Frankfurt hält bereits heute rund 20 Prozent an der Fraport AG. 32 Prozentgehören dem Land Hessen. Im Streubesitz sind knapp 30 Prozent der Aktien. Ob dieStadt weitere Anteile übernimmt, hänge vom tatsächlichen Preis und von derFinanzierbarkeit ab.

Die Bundesregierung sieht unterdessen "gute Chancen", nach drei Verstößen inFolge 2005 das Euro-Defizitkriterium wieder einzuhalten. Man wisse aber nicht,"wie die Welt im Herbst aussieht". Sollte die Konjunktur nicht weiter positivverlaufen, müsste "nachgesteuert werden", um die Brüsseler Vorgaben zu erfüllen.Die Regierung habe aber keine Sparmaßnahmen in der Schublade und sei überzeugt,"dass nichts getan werden muss". Im Herbst wisse man mehr. Sollten dann imHaushalt 2004 bis zu 10 Milliarden Euro fehlen, müsse ein Nachtragsetataufgelegt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%