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ROUNDUP: Chemieindustrie erwartet nur leichtes Wachstum in 2004DPA-Datum: 2004-07-01 14:19:11

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Chemieindustrie erwartet trotz erster Anzeichen für eine Belebung keine nennenswerte Wachstumsverbesserung für das laufende Jahr. Die Chemieindustrie rechne mit einem Produktionsanstieg von 1,0 bis 1,5 Prozent, sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Jürgen Hambrecht, am Donnerstag in Frankfurt. Die Spanne in der Prognose erklärte er mit noch bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte. "Wie es heute aussieht, erreichen wir aber eher die 1,5 Prozent", zeigte sich Hambrecht zuversichtlich.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Chemieindustrie erwartet trotz erster Anzeichen für eine Belebung keine nennenswerte Wachstumsverbesserung für das laufende Jahr. Die Chemieindustrie rechne mit einem Produktionsanstieg von 1,0 bis 1,5 Prozent, sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Jürgen Hambrecht, am Donnerstag in Frankfurt. Die Spanne in der Prognose erklärte er mit noch bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte. "Wie es heute aussieht, erreichen wir aber eher die 1,5 Prozent", zeigte sich Hambrecht zuversichtlich.

Damit bestätigte Hambrecht seine bereits Ende Mai in einem Zeitungsinterview leicht nach unten korrigierte Prognose für das Produktionswachstum 2004. Er hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Prognostiziert waren 1,5 Prozent Produktionswachstum. Nach dem ersten Quartal rechne ich mit 1,0 bis 1,5 Prozent."

Die Risiken für die Konjunkturentwicklung seien nach wie vor hoch, sagte der VCI-Präsident. Insbesondere die weiterhin hohen Öl- und Rohstoffpreise dämpften die Erwartungen. Auch künftig seien positive Impulse für die deutsche Chemiekonjunktur vorwiegend aus dem Ausland zu erwarten.

CHEMIEPRODUKTION IN H1 STEIGT LEICHT

Die Chemieproduktion in Deutschland sei in den ersten sechs Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent gestiegen, sagte Hambrecht. Der Umsatz verbesserte sich gleichzeitig um 1,0 Prozent 69,6 Milliarden Euro. Dabei stiegen die Auslandsumsätze im Berichtszeitraum um 2,0 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz ging hingegen um 0,5 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro zurück. Hambrecht führte den Rückgang überwiegend auf den veränderten Wechselkurs des Euro zum Dollar zurück. Seit dem vergangenen Jahr habe sich der US-Dollar deutlich abgeschwächt. Die Erzeugerpreise in der chemischen Industrie gingen um ein Prozent zurück.

PRODUKTIONENTWICKLUNG IN SPARTEN UNTERSCHIEDLICH

Die Produktion entwickelte sich im ersten Halbjahr je nach Sparte recht unterschiedlich. Die Grundstoffchemie blieb insgesamt schwach. Während die Produktion von Polymeren um 3,5 Prozent stieg, sank sie von anorganischen Grundstoffen um zwei Prozent. Die Petrochemieproduktion ging sogar um fünf Prozent zurück, sagte Hambrecht. Bei den Fein- und Spezialchemikalien habe sich der Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Produktion sei um zwei Prozent gestiegen.

Die Pharmaproduktion habe nach dem kräftigen Wachstum der zurückliegenden Jahren in den ersten sechs Monaten nur um ein Prozent zugelegt, hieß es weiter. Eine wachsende Auslandsnachfrage habe bei Wasch- und Körperpflegemitteln zu einem Produktionsplus von ein Prozent geführt und die schwache Inlandsnachfrage kompensiert.

GERINGERE BESCHÄFTIGUNGSZAHL WEGEN AUSLAGERUNGEN

Den Rückgang von 3,5 Prozent bei der Beschäftigtenzahl in der Chemieindustrie führte Hambrecht vor allem auf Auslagerungen von Bereichen in den Dienstleistungssektor zurück. Die entsprechenden Arbeitsplätze würden seit Januar 2004 anderen Branchen zugerechnet, sagte Hambrecht. Im Durchschnitt waren in der ersten Jahreshälfte 450.000 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Zukunft rechnet der VCI-Präsident mit einer Konsolidierung in der Chemieindustrie. Momentan befände sich die Branche in einem "Übergangszustand". Die Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren zunehmend spezialisiert und nun komme es auf Grund des hohen Drucks durch die Weltmärkte sowie teuren Rohstoffpreisen zu einer Konsolidierung in der Branche. "Wir werden in der Zukunft noch einiges sehen", sagte Hambrecht.

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