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Roundup D: Experten sehen nach Preisanstieg im Juli keine Inflationsgefahr

(dpa-AFX) Wiesbaden - Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Juli vorläufigen Daten zufolge vor allem aus saisonalen Gründen überraschend wieder leicht beschleunigt. Volkswirte und Analysten sehen mittelfristig jedoch keine Inflationsgefahr. Die Jahresinflationsrate sei im Juli vorläufigen Zahlen zufolge von 1,7 Prozent im Juni auf 1,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

(dpa-AFX) Wiesbaden - Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Juli vorläufigen Daten zufolge vor allem aus saisonalen Gründen überraschend wieder leicht beschleunigt. Volkswirte und Analysten sehen mittelfristig jedoch keine Inflationsgefahr. Die Jahresinflationsrate sei im Juli vorläufigen Zahlen zufolge von 1,7 Prozent im Juni auf 1,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.

Im Juni war die Jahresinflationsrate erstmals seit Februar gesunken. Gegenüber dem Vormonat zogen die Verbrauchpreise im Juli um 0,3 Prozent an. Von AFX News befragte Experten hatten für den Juli mit einem Anstieg von 1,7 Prozent im Jahresvergleich beziehungsweise 0,2 Prozent im Monatsvergleich gerechnet. Die Schätzung der Statistikbehörde basiert auf den Daten von sechs Bundesländern. Die endgültigen Ergebnisse sollen Mitte August vorliegen.

Bund-Future Legt Leicht ZU

Die Commerzbank geht in den kommenden Monaten von einer moderaten Preisentwicklung aus und rechnet im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,5 Prozent. Nach Einschätzung der HVB wird die jährliche Teuerungsrate in den kommenden zwölf Monaten zwischen 1,5 und 2,0 Prozent liegen. Am Rentenmarkt sorgten die Preisdaten für leichte Kursgewinne. Der Bund-Future < Fgbl092004f.DTB > stieg nach Bekanntgabe der Zahlen bis auf 113,98 Punkte, nachdem er zuvor unter 113,90 Punkte notierte hatte. Der Kurs des Euro < Eurous.FX1 > reagierte dagegen kaum. Die europäische Einheitswährung kostete am frühen Nachmittag weiter etwas mehr als 1,2150 Dollar.

Für den Anstieg im Juli sind nach Einschätzung von Hsbc Trinkaus & Burkhardt vor allem saisonale Gründe verantwortlich. Insbesondere höhere Reise- und Gesundheitskosten seien für das Plus verantwortlich. Neben den saisonalen Faktoren hätten auch gestiegene Heizölkosten für eine etwas höhere Teuerung gesorgt. HVB-Analyst Thomas Hueck schätzt in Deutschland die Gefahr so genannter Zweitrundeneffekte für die Preisentwicklung als niedrig ein. Ursachen seien die infolge des schwachen Wachstums geringe Preismacht der Unternehmen und die wegen der ungünstigen Arbeitsmarktlage geringe Gefahr von zu hohen Lohnabschlüssen.

Experte: Hohe Energiepreise Könnten ZU Zinserhöhung Führen

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (Hvpi) für Deutschland kletterte im Juli den vorläufigen Zahlen zufolge um 1,8 Prozent. Im Juni war der Hvpi noch um 1,9 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat zog der Hvpi im Juli um 0,2 Prozent an. Die Experten von Hsbc Trinkaus & Burkhardt rechnen in der Eurozone nicht mit der Abschwächung des Preidrucks.

Die Europäische Zentralbank dürfte der Hsbc Trinkaus & Burkhardt-Studie zufolge angesichts des insgesamt gleichwohl moderaten Preisauftriebs "auf absehbare Zeit" ihre Leitzinsen unverändert belassen. Ein Risiko seien aber dauerhaft hohe Energiepreise. "Bleiben die Energiepreise allerdings für einen längeren Zeitraum auf dem hohen Niveau, steigt das Risiko, dass auch die Inflationserwartungen anziehen. Dies würde mittelfristig eine restriktivere Geldpolitik bedingen.

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