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Roundup Daimlerchrysler-Protest: Am Samstag erneut ProduktionsausfälleDPA-Datum: 2004-07-16 13:27:28

(dpa-AFX) Stuttgart - Die Proteste der Beschäftigten gegen den massiven Sparkurs des Autobauers Daimlerchrysler AG < DCX.ETR > werden am Samstag erneut zu erheblichen Produktionsausfällen führen. Im Mercedes-Hauptwerk in Sindelfingen würden rund 12 000 Mitarbeiter nicht zur Arbeit erscheinen, weil der Betriebsrat die Zustimmung für Überstunden verweigert habe, sagte eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats am Freitag in Stuttgart.

(dpa-AFX) Stuttgart - Die Proteste der Beschäftigten gegen den massiven Sparkurs des Autobauers Daimlerchrysler AG < DCX.ETR > werden am Samstag erneut zu erheblichen Produktionsausfällen führen. Im Mercedes-Hauptwerk in Sindelfingen würden rund 12 000 Mitarbeiter nicht zur Arbeit erscheinen, weil der Betriebsrat die Zustimmung für Überstunden verweigert habe, sagte eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats am Freitag in Stuttgart.

Erstmals griff auch die IG Metall-Spitze den Konzern direkt an. "Daimlerchrysler reiht sich leider in die unsägliche Reihe der Trittbrettfahrer ein, die glauben, dass die Zeit günstig sei, mit der Angst der Arbeitnehmer zu spielen und ihnen alles abzuverlangen", sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef, Berthold Huber, der "Berliner Zeitung". Er warf den Unternehmern in Deutschland vor, sich "am Virus der Dreistigkeit angesteckt" zu haben.

"Erpressung"

Die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende und baden- württembergische Landeschefin, Ute Vogt, warf Daimlerchrysler schlechten Stil vor. Das Gebaren und der Sprachgebrauch des Vorstands komme einer "Erpressung" gleich, sagte sie im "ARD- Morgenmagazin".

Auch im Motorenwerk Stuttgart-Untertürkheim fallen am Samstag die Überstunden von 2500 Mitarbeitern aus. Der Vorstand will beim Bau der neuen C-Klasse ab 2007 jährlich 500 Millionen Euro Kosten einsparen und hat mit dem Abbau von 6000 der über 30 000 Arbeitsplätze in Sindelfingen gedroht. Die Produktion könnte dann nach Bremen und Südafrika verlagert werden. Die Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat werden am Dienstag und Mittwoch fortgesetzt.

1000 Fahrzeuge Nicht Montiert

Durch den Ausfall der Sonderschicht am Samstag werden voraussichtlich etwa 1000 Fahrzeuge nicht montiert werden, teilte der Betriebsrat mit. Am Freitag war der Protest gegen das Management fortgesetzt worden. Im Mercedes-Werk Stuttgart-Untertürkheim legte die komplette Nachtschicht mit 2500 Mitarbeitern die Arbeit kurzzeitig nieder. Am Donnerstag hatten in allen deutschen Werken des Autoriesen mehrere zehntausend Mitarbeiter für etwa zwei Stunden die Bänder verlassen.

Vorstandschef Jürgen Schrempp hatte sich am Donnerstag angesichts der Massenproteste versöhnlich gezeigt. "Ich sage ihnen voraus, dass wir zum Schluss eine von allen Seiten getragene Lösung finden werden." Auch Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte seine Kompromissbereitschaft betont: "Ich halte es für ausgeschlossen, dass es zu keinem Ergebnis kommt."

Schrempp

Schrempp erklärte, er habe Verständnis für die Gefühlslage der Beschäftigten. Allerdings brauche das Unternehmen wegen des scharfen Wettbewerbs mehr Flexibilität bei den Kosten. Daimlerchrysler stehe aber zum Standort Deutschland und Baden- Württemberg. "Wir haben eine hervorragende Chance, die Arbeitsplätze in Deutschland zu halten".

Gesamtbetriebsratschef Klemm, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Autokonzerns ist, hat dem Vorstand vorgeworfen, dieser "spekuliere in zutiefst unmoralischer Weise mit der Angst der Beschäftigten vor dem Verlust des Arbeitsplatzes." Der Betriebsrat habe in den Verhandlungen bereits den Verzicht auf Lohnzuwächse von mehr als 200 Millionen Euro angeboten. Eine halbe Milliarde Euro sei jedoch völlig abwegig.

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