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Roundup Daimlerchrysler: Streit über Laufzeit von StandortgarantienDPA-Datum: 2004-07-22 15:05:57

(dpa-AFX) Stuttgart - In den Verhandlungen um das 500-Millionen- Sparprogramm bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > haben Vorstand und Betriebsrat am Donnerstag vor allem um die Laufzeit von Standortgarantien gerungen. Ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall sagte in Stuttgart, die Arbeitnehmerseite wolle im Poker um die geforderten Kostensenkungen wasserdichte Vereinbarungen für mehrere Jahre erreichen. Hart umkämpft sei aber die Finanzierung einer Gesamtlösung.

(dpa-AFX) Stuttgart - In den Verhandlungen um das 500-Millionen- Sparprogramm bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > haben Vorstand und Betriebsrat am Donnerstag vor allem um die Laufzeit von Standortgarantien gerungen. Ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall sagte in Stuttgart, die Arbeitnehmerseite wolle im Poker um die geforderten Kostensenkungen wasserdichte Vereinbarungen für mehrere Jahre erreichen. Hart umkämpft sei aber die Finanzierung einer Gesamtlösung.

«Die Frage ist, was sind uns langfristige Beschäftigungsgarantien und Investitionsentscheidungen wert», meinte der IG Metall-Sprecher. Der Konzern ließ erklären, die Spitzengespräche in der Zentrale in Stuttgart-Möhringen verliefen konstruktiv, ein Ende sei jedoch nicht absehbar. Kommt es zu keiner Einigung, will der Gesamtbetriebsrat am Freitag erneut zehntausende Beschäftigte in allen deutschen Daimlerchrysler-Werken für Proteste mobilisieren.

Für das Unternehmen sitzen seit Donnerstagmorgen Mercedes-Chef Jürgen Hubbert und Personalvorstand Günther Fleig am Verhandlungstisch. Die in der Mercedes Car Group betroffenen 160 000 Arbeitnehmer werden von Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm und IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann vertreten. Umstritten sind vor allem Sonderpausen, Spätschichtzuschläge und der für 2005 geplante Entgeltrahmen-Tarifvertrag (ERA) zur Angleichung der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten. Die Verhandlungen waren in der Nacht zum Donnerstag nach 13 Stunden unterbrochen und am Morgen fortgesetzt worden.

Experte: Mercedes Kann NUR Durch Massive Kostensenkungen Position Behaupten

Der Konzernvorstand verlangt in Sindelfingen von 2007 an eine Senkung der Arbeitskosten um jährlich 500 Millionen Euro. Andernfalls soll die Produktion der neuen Mercedes-C-Klasse und ihrer Varianten vor allem ins Werk Bremen verlagert werden. Dies würde in Sindelfingen 6000 der über 30 000 Stellen kosten. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der «Berliner Zeitung» (Donnerstag), nur durch massive Kostensenkungen könne Mercedes seine führende Position in der Premiumklasse dauerhaft behaupten.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen fordert der Vorstand nach wie vor die Abschaffung der symbolträchtigen «Steinkühler-Pause» (fünf Minuten je Arbeitsstunde) und der Spätschichtzuschläge. Bei diesen Knackpunkten würden sich die Arbeitnehmervertreter aber nicht unterwerfen, war aus Gewerkschaftskreisen zu hören.

Der Gesamtbetriebsrat verlangt vom Vorstand im Gegenzug für finanzielle Einbußen der Beschäftigten eine Standortgarantie für die betroffenen Hauptwerke Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim und Mannheim mindestens bis zum Jahr 2012. Zudem solle die gesamte leitende Führungsebene des nach Umsatz größten deutschen Unternehmens auf Gehalt verzichten.

Weitgehend einig sollen sich beide Seiten über die Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20 000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung gegen Mehrbezahlung sein. Zudem soll ein Tarifvertrag für Dienstleister unterzeichnet werden, wonach Arbeitnehmer in Kantinen, Druckereien und Werksschutz weniger verdienen würden als Metaller in der Autoproduktion.

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