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Roundup Deutsche Bahn: Börsengang vor Sommer 2006 nicht realistisch

Die Bahn kann ihren Zeitplan für den geplanten Börsengang nicht halten. "Eine Börsennotierung vor der Sommerpause 2006 erscheint angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen nicht realistisch", teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch in Berlin mit. An dem Ziel der Kapitalmarktfähigkeit werde jedoch weiter festgehalten.

dpa-afx BERLIN. Die Bahn kann ihren Zeitplan für den geplanten Börsengang nicht halten. "Eine Börsennotierung vor der Sommerpause 2006 erscheint angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen nicht realistisch", teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch in Berlin mit. An dem Ziel der Kapitalmarktfähigkeit werde jedoch weiter festgehalten.

Dies sei im Einvernehmen mit dem Bund als Eigentümer und dem Vorstand vereinbart worden. Der bundeseigene Konzern hatte bisher einen möglichen Börsengang für das Frühjahr 2006 angestrebt. "Der Eigentümer unterstützt nachhaltig die erfolgreiche Arbeit des Vorstandsvorsitzenden, Hartmut Mehdorn, die Bahn zu einem leistungsfähigen, modernen Verkehrsanbieter auszubauen", hieß es in der Pressemitteilung. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Bahn sei der Erhalt des integrierten Bahnkonzerns unabdingbar.

Bahn IN DER Kritik

Zuvor waren die Börsenpläne der Bahn stärker in die Kritik geraten. Die Kritik an der zweiten Preiserhöhung der Bahn für Mill. Reisende binnen zwölf Monaten hielt unterdessen an.

Die Gewerkschaft Transnet wollte den Zeitplan für eine Teilprivatisierung der Bahn schon 2006 stoppen. "Der geplante Börsengang ist nicht zu machen", sagte Transnet-Chef Norbert Hansen in Berlin. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen seien nicht erfüllt, in der Politik gebe es keine Mehrheit. Das Hick-Hack um Termin und Umstände eines Börsengangs besorgten die Beschäftigten. Die Wirtschaftsverbände Dihk und BDI forderten derweil eine Trennung des Schienennetzes aus dem Konzern, um mehr Wettbewerb zu erreichen.

Hansen sagte: "Wer einen Ausgabenstopp verhängt, Preise erhöht, Züge streicht und Gesellschaften verkaufen will, der muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen der Mitarbeiter einen Tiefpunkt erreicht." Auch die Politik schaffe Verunsicherung mit Mittelkürzungen für die Schiene. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Wilhelm Schmidt, befürwortete grundsätzlich einen Börsengang. Aber das Gelände bei der Bahn sei derzeit "zumindest unüberschaubar, wenn nicht gar mit einigen Minen" versehen.

Verbände FÜR Trennung VOM Netz

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (Dihk) hatten sich grundsätzlich hinter einen Börsengang der Bahn im vorgesehenen Zeitplan gestellt. Das Netz solle aber aus dem Konzern getrennt werden. Es dürfe dann nicht "zu einem Referat des Bundesverkehrsministeriums mutieren". Vielmehr sei es als eigenständiges Unternehmen des Bundes wirtschaftlich zu führen und solle möglichst viele Eisenbahnunternehmen auf das Netz locken. Oft würden Transportgesellschaften derzeit darüber nicht nachdenken, weil sie Schwierigkeiten fürchten. Auch der Verkehrsclub Deutschland forderte eine Trennung von Netz und Transport.

Die Bahn und Transnet lehnen eine "Zerschlagung" des Konzerns indes strikt ab. Bei der Erstellung des Fahrplans 2005 seien für alle Überschneidungen von Wünschen konkurrierender Anbieter bei der Trassenvergabe Lösungen gefunden worden.

Die Preiserhöhungen um 3,1 % im Fernverkehr und um bis zu 3,9 % im Nahverkehr zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember stießen auf Kritik beim Fahrgastverband Pro Bahn. Wenn die Bahn drei Prozent mehr Reisende anlockte, bekäme sie auf besserem Weg drei Prozent mehr Einnahmen, sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann der Nachrichtenagentur dpa. Dem "Fetisch Börsengang" dürfe nicht alles untergeordnet werden. Dihk-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben nannte es dagegen in einer Marktwirtschaft "völlig in Ordnung", wenn ein Unternehmen versuche, Preissteigerungen durchzusetzen.

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