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ROUNDUP: Deutsche Industrie dank Exportbooms mit mehr Aufträgen im MaiDPA-Datum: 2004-07-07 14:33:48

BERLIN (dpa-AFX) - Die kräftige Exportnachfrage hat der deutschen Industrie im Mai erneut einen unerwartet deutlichen Anstieg der Aufträge beschert. Die Inlandsnachfrage blieb dagegen schwach. Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Konjunkturerholung in Deutschland fortsetzen und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen wird.

BERLIN (dpa-AFX) - Die kräftige Exportnachfrage hat der deutschen Industrie im Mai erneut einen unerwartet deutlichen Anstieg der Aufträge beschert. Die Inlandsnachfrage blieb dagegen schwach. Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Konjunkturerholung in Deutschland fortsetzen und im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen wird.

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit am Mittwoch in Berlin mitteilte, stiegen die Industrieaufträge von April auf Mai um 1,6 Prozent. Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Bereits im April waren die Orders mit 1,9 Prozent unerwartet deutlich gestiegen. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (April/Mai gegen Februar/März) erhöhte sich die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen saisonbereinigt sogar um 2,7 Prozent.

EBBE IM INLAND

Die deutsche Industrie profitierte dabei ausschließlich von der enormen Exportnachfrage. Bestellungen aus dem Ausland legten im Mai um 4,1 Prozent zu. Dies ist nach Angaben des Ministeriums der stärkste Zuwachs sei Juni 2003. Aus dem Inland gingen dagegen 0,6 Prozent weniger Aufträge ein.

Wegen des Exportbooms hatten sich der Internationale Währungsfonds (IWF) und vier der sechs führenden Wirtschaftsforschungs-Institute zuversichtlicher für die deutschen Konjunkturaussichten gezeigt: Sie hoben ihre Wachstumsprognosen für 2004 deutlich an. Der Währungsfonds sowie das Berliner DIW, das IWH in Halle, das IfW in Kiel sowie das Münchner ifo Institut schraubten ihre Wachstumserwartungen auf bis zu 1,8 Prozent nach oben.

LAGE BESSER ALS STIMMUNG

Die Daten zum Auftragseingang zeigen aus Sicht der Commerzbank, dass die Lage der Unternehmen besser ist als die Stimmung. "Wir gehen davon aus, dass sich die Konjunkturerholung in Deutschland fortsetzen und im Jahresverlauf noch leicht an Dynamik gewinnen wird", heißt es in einer Analyse.

Angesichts der großen Lücke zwischen Export- und Binnennachfrage warnte Volkswirt Andreas Ress von der HypoVereinsbank vor übertriebenem Optimismus für das deutsche Wirtschaftswachstum. So werde sich die US-Konjunktur voraussichtlich abkühlen. "Der Anstieg der Auslandsnachfrage (in Deutschland) sollte sich deshalb im zweiten Halbjahr verlangsamen", sagte der Experte.

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