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Roundup Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im September unerwartet

Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im September überraschend eingetrübt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 45,3 Punkten im Vormonat auf 38,4 Punkte gefallen. Von AFX News befragte Volkswirte hatten hingegen im Durchschnitt einen Anstieg auf 45,4 Punkte erwartet.

dpa-afx MANNHEIM. Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im September überraschend eingetrübt. Nach der am Dienstag in Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 45,3 Punkten im Vormonat auf 38,4 Punkte gefallen. Von AFX News befragte Volkswirte hatten hingegen im Durchschnitt einen Anstieg auf 45,4 Punkte erwartet.

Der Grund für den schwindenden Konjunkturoptimismus liegt den Angaben zufolge in der Erwartung einer nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik angesichts "uneinheitlicher Wirtschaftsdaten" aus den USA. "Da die deutsche Konjunkturerholung auch weiterhin vor allem exportgetrieben ist, könnten sich daher die Auftriebskräfte hierzulande in den nächsten Monaten abschwächen", heißt es in der Mitteilung des ZEW. Eine mögliche Belebung der Inlandsnachfrage könnte der weiterhin sehr hohe Ölpreis begrenzen. Sorgen bereite schließlich die sich verschlechternde Situation am Arbeitsmarkt.

Vorbote FÜR Konjunkturabkühlung

Der überraschende Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen ist nach Einschätzung der HVB Group ein Vorbote für eine Konjunkturabkühlung in Deutschland. In den nächsten beiden Quartalen müsse mit etwas schwächeren Konjunkturdaten gerechnet werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse des Bankhauses. Durch hohe Ölpreise und neuerliche Sorgen vor Terrorattacken seien die Abwärtsrisiken von den befragten Finanzexperten aber möglicherweise übertrieben worden.

Nach Einschätzung der Commerzbank sind die befragten Experten jedoch immer noch sehr optimistisch. Der Anteil der Befragten, die für die kommenden Monate eine weitere Verstärkung der konjunkturellen Dynamik erwarten, sei weiterhin um 38,4 %punkte größer ist als der Anteil derjenigen, die mit einer Abschwächung rechnen. Dabei habe das Wirtschaftswachstum mit 0,5 % im zweiten Quartal bereits über dem Vorquartal gelegen.

Die Commerzbank erwartet keine durchgreifende Tempoänderung beim Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die Inlandsnachfrage dürfte sich zunächst über die Ausrüstungsinvestitionen allmählich beleben. Dies dürfte zu einer Verbesserung am Arbeitsmarkt führen, welche ihrerseits eine Belebung des privaten Verbrauchs auslösen sollte. Gleichzeitig dürften aber die Impulse aus dem Ausland nachlassen.

Aktuelle Lage

Die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland beurteilen die vom ZEW befragten Experten angesichts der zuletzt verbesserten Industrieproduktion in diesem Monat weniger pessimistisch. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage stieg von minus 65,2 Punkten auf minus 61,5 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sanken im September um 7,3 Punkte auf 44,7 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich weiter von minus 33,5 auf minus 27,3 Punkte.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 (September: 298) Analysten und institutionelle Anleger nach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten wider.

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