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ROUNDUP: Ehemaligem Enron-Chef Lay drohen 175 Jahre GefängnisDPA-Datum: 2004-07-08 20:01:34

HOUSTON (dpa-AFX) - Fast drei Jahre nach dem Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron ist gegen den früheren Konzernchef Kenneth Lay Anklage im größten amerikanischen Wirtschaftsskandal erhoben worden. Lay werden nach Angaben von Andrew Weissmann, dem Leiter der Enron-Untersuchungskommission, elf Fälle von Wertpapier- und Bankbetrug, Verschwörung sowie andere strafrechtliche Vergehen vorgeworfen. Ihm drohen im Falle eines Schuldspruchs in allen Klagepunkten 175 Jahre Gefängnis und Dutzende von Millionen Dollar an Geldstrafe, erklärte Weissmann am Donnerstag in Houston auf einer Pressekonferenz.

HOUSTON (dpa-AFX) - Fast drei Jahre nach dem Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron ist gegen den früheren Konzernchef Kenneth Lay Anklage im größten amerikanischen Wirtschaftsskandal erhoben worden. Lay werden nach Angaben von Andrew Weissmann, dem Leiter der Enron-Untersuchungskommission, elf Fälle von Wertpapier- und Bankbetrug, Verschwörung sowie andere strafrechtliche Vergehen vorgeworfen. Ihm drohen im Falle eines Schuldspruchs in allen Klagepunkten 175 Jahre Gefängnis und Dutzende von Millionen Dollar an Geldstrafe, erklärte Weissmann am Donnerstag in Houston auf einer Pressekonferenz.

Lay ist laut Weissmann der 31. Enron-Manager, der angeklagt worden ist oder sich schuldig bekannt hat. Lay soll Investoren, Mitarbeiter und Banken über die tatsächliche prekäre Lage und die riesigen versteckten Milliardenverluste im Dunkeln gehalten haben. Lay-Anwalt, Michael Ramsey, wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Lay sei von seinen untergebenen Managern hintergangen worden, sagte Ramsey.

SEC ERHEBT ZIVILRECHTLICHE VORWÜRFE

Die US-Wertpapieraufsicht SEC erhob gegen den Enron-Gründer zudem zivilrechtlich Vorwürfe. Nach Angaben der Behörde hat Lay angeblich Finanzresultate gefälscht und falsche Stellungnahmen über die Enron-Geschäfte und Finanzkonditionen gemacht. Der frühere Konzernchef habe durch den Verkauf von Aktien zu Preisen profitiert, die nicht ihren echten Wert widerspiegelten. So habe er im Jahr 2001 mehr als 90 Millionen Dollar illegale Einkünfte verbucht.

Enron hatte im Dezember 2001 ein Insolvenzverfahren beantragt. Aktionäre und Gläubiger erlitten Milliardenverluste. Der Kurs der Enron-Aktien ist von über 80 Dollar auf 1,35 Dollar abgestürzt. Im Jahr 2000 betrug der Umsatz der Gesellschaft rund 100 Milliarden Dollar. Inzwischen hat Enron sein Energiehandelsgeschäft sowie zahlreiche wertvolle Pipeline- und andere Tochterfirmen verkauft.

Nach dem Kollaps von Enron folgte in den USA eine Serie von Unternehmensskandalen, etwa beim Telekomriesen WorldCom und beim Mischkonzern Tyco. Arthur Anderson, der Enron-Wirtschaftsprüfer und eine der weltgrößten Rechnungsprüfungsfirmen, war dem Skandal zum Opfer gefallen.

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