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ROUNDUP: Epigenomics will trotz Marktschwäche an die BörseDPA-Datum: 2004-07-05 17:54:07

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz des unsicheren Marktumfeldes will am 16. Juli mit Epigenomics ein weiteres Biotech-Unternehmen an die Börse gehen. Nach drei gescheiterten Emissionen wäre die Berliner Gesellschaft in diesem Jahr das vierte Unternehmen, dem dieser Schritt gelingt. Außerdem musste Epigenomics am Montag zu Beginn der Zeichnungsfrist einräumen, dass ausgerechnet im Jahr des geplanten Börsengangs mit einem "wesentlich höheren Verlust" als 2003 zu rechnen ist. Am Grauen Markt wurde das Papier am unteren Ende der Preisspanne von 11,90 bis 14,50 Euro gehandelt.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz des unsicheren Marktumfeldes will am 16. Juli mit Epigenomics ein weiteres Biotech-Unternehmen an die Börse gehen. Nach drei gescheiterten Emissionen wäre die Berliner Gesellschaft in diesem Jahr das vierte Unternehmen, dem dieser Schritt gelingt. Außerdem musste Epigenomics am Montag zu Beginn der Zeichnungsfrist einräumen, dass ausgerechnet im Jahr des geplanten Börsengangs mit einem "wesentlich höheren Verlust" als 2003 zu rechnen ist. Am Grauen Markt wurde das Papier am unteren Ende der Preisspanne von 11,90 bis 14,50 Euro gehandelt.

Finanzchef Oliver Schacht sieht indes große Erfolgschancen auf dem Markt der Krebsfrüherkennung. Epigenomics entwickle Diagnostika, die für die Patienten "wesentlich einfacher und bequemer" seien. Eine Blutentnahme reiche für die auf genetischen Untersuchungsmethoden beruhenden Tests aus. Vorstandschef Alexander Olek sieht die Umsätze "explosionsartig wachsen", sobald die Produkte erst einmal auf dem Markt seien. Für die steigenden Verluste im laufenden Jahr wurden operative Kosten angeführt, die auf der breiteren Basis der Kooperationsverträge beruhen.

HÄNDLER SKEPTISCH

Angesichts der Notierung auf dem Grauen Markt zeigte sich ein Düsseldorfer Aktienhändler allerdings skeptisch hinsichtlich des Börsengangs. Eine Absage käme für ihn nicht überraschend. "Sehr zuversichtlich" äußerte sich dagegen Joachim Ringer von der Investmentbank Morgan Stanley, die den Börsengang als Konsortialführer begleitet. Seine Kontakte mit interessierten Investoren hätten ergeben, dass die jetzige Preisspanne deren Vorstellungen entspricht. Ein nennenswertes Interesse seitens der Kleinanleger erwartet Ringer indes nicht.

Jüngst hatten zwei andere europäische Biotechunternehmen ihren Börsengang verschoben: MicroScience in Großbritannien und IDM in Frankreich. Olek zeigte sich unbeeindruckt von der Möglichkeit eines Scheiterns. Das Unternehmen könne seinen "Business Plan auch aus eigener Kraft zu fahren". Der erwartete Emissionserlös von 55 bis 67 Millionen Euro sei aber wichtig, um weitere Produkte entwickeln zu können. Der wichtigste Partner von Epigenomics ist derzeit das Schweizer Pharmaunternehmen Roche < ROG.VTX > < RHO5.FSE > .

Olek bestritt auch, dass Epigenomics auf Grund mangelnder Liquidität eine Börsennotierung anstrebe. Die Gesellschaft verfüge über "sehr gute Investoren", die bereit wären, etwaige Finanzierungslücken zu überbrücken. Den Rückgang der liquiden Mittel von 18,42 Millionen Ende Dezember 2003 auf 11,95 Millionen Euro am 31. März 2004 begründete Finanzchef Schacht unter anderem damit, dass rund vier Millionen Euro in Wertpapiere investiert wurden.

BREAKEVEN 2006 WÄRE OPTIMISTISCHE ANNAHME

Im Jahr 2003 hatte Epigenomics einen Fehlbetrag von 6,71 Millionen Euro (2002: -13,9 Millionen) erwirtschaftet bei einem Umsatz von 10,78 Millionen (2002: 1,8 Millionen). Im ersten Quartal dieses Jahres fiel bereits ein Nettoverlust von 3,26 Millionen Euro an bei einem Umsatz von 1,23 Millionen Euro. In den Monaten April und Mai ergab sich ein weiterer Fehlbetrag in Höhe von 2,56 Millionen Euro. Einen Breakeven bereits 2006 zu erwarten wäre optimistisch, erklärte Finanzchef Oliver Schacht.

Geplant ist die Ausgabe von 4,6 Millionen aus einer Kapitalerhöhung stammenden Aktien oder 29 Prozent der Unternehmensanteile. Bei großer Nachfrage ist eine Mehrzuteilungsoption von 693.277 Aktien vorgesehen, die dann die Gesamtplatzierung auf 32 Prozent der Anteile erhöhen würde. Die Emission wird neben Morgan Stanley von Lehman Brothers und der DZ Bank betreut. Es wäre der erste Börsengang eines deutschen Biotechunternehmens seit Co.don < CNW.ETR > im Jahre 2001.

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