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ROUNDUP: Ex-Vivendi-Chef Messier vorläufig in Haft - Kursmanipulation?

PARIS (dpa-AFX) - Der frühere Starmanager des französischen MedienkonzernsVivendi Universal , Jean-Marie Messier, ist am Montag unterdem Verdacht der Finanzmarktmanipulation vorläufig festgenommen genommen worden.Das teilte die Polizei in Paris mit. Vivendi hatte mit dem Aufkauf eigenerAktien im Wert von fast einer Milliarde Euro nach den Anschlägen vom 11.September 2001 in den USA den Aktienkurs gestützt. Zwar hatte Vivendi mehrAktien aufgekauft als genehmigt, doch war dem Konzern zufolge die BörsenaufsichtCOB über die Kursstützung informiert.

PARIS (dpa-AFX) - Der frühere Starmanager des französischen MedienkonzernsVivendi Universal , Jean-Marie Messier, ist am Montag unterdem Verdacht der Finanzmarktmanipulation vorläufig festgenommen genommen worden.Das teilte die Polizei in Paris mit. Vivendi hatte mit dem Aufkauf eigenerAktien im Wert von fast einer Milliarde Euro nach den Anschlägen vom 11.September 2001 in den USA den Aktienkurs gestützt. Zwar hatte Vivendi mehrAktien aufgekauft als genehmigt, doch war dem Konzern zufolge die BörsenaufsichtCOB über die Kursstützung informiert.

Die Kursstützung erfolgt auch vor der Vorlage des Vivendi-Halbjahresberichtsund wäre damit illegal. Allerdings herrschte nach den Anschlägen auf das NewYorker World Trade Center an den Weltbörsen Panik. Messier hatte im Märzerklärt, er habe im Interesse der Aktionäre und in Übereinstimmung mit der COBgehandelt. Nach Informationen aus Justizkreisen könnte Messier an diesemDienstag dem Haftrichter vorgeführt werden, der über seine Freilassung oderweitere Inhaftierung befinden muss.

Messier hatte 1996 die Leitung der damaligen Générale des Eaux 1996übernommen und den Versorger in einen weltweiten Medienkonzern umgewandelt. Beiseinem Abgang 2002 hinterließ er einen riesigen Schuldenberg und einen Konzernam Rande des Abgrunds. Erst nach langem Streit gab er eine Forderung nach 20,5Millionen Euro Abfindung auf. Der Konzern sanierte sich, indem er unter anderemdie Versorgersparte ausgliederte und die Filmsparte VUE in den US-MedienkonzernNBC einbrachte. 2003 sank der Fehlbetrag von 23,3 auf 1,1 Milliarden Euro.

Auf Grund einer Klage des Kleinaktionärsverbandes APPAC ermittelt die Justizseit zwei Jahren wegen des Vivendi-Kurses. Am 4. Juni wurde ein Verfahren gegenMessiers Ex-Finanzdirektor Guillaume Hannezo wegen Insidergeschäften undKursmanipulation eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, Vivendi-Aktien kurz vor demKurssturz im Dezember 2001 verkauft zu haben. APPAC wirft der damaligenVivendi-Führung Aktionärstäuschung sowie teilweise Bereicherung überInsidergeschäfte vor. Über Tochterfirmen seien falsche Angaben gemacht worden.Die Börsenaufsicht habe versagt, weil sie die Märkte nicht gewarnthabe.

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