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ROUNDUP: Fonds gehen bei deutschen Russland-Schulden wohl überwiegend leer ausDPA-Datum: 2004-06-30 16:48:38

FRANKFURT (dpa-AFX) - Viele Fondsgesellschaften werden trotz eines hohen Interesses an deutschen Russland-Schulden wohl leer ausgehen. Mehrere deutsche Fondshäuser signalisierten im Gespräch mit dpa-AFX am Mittwoch zwar Kaufbereitschaft, verwiesen jedoch auf rechtliche Barrieren.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Viele Fondsgesellschaften werden trotz eines hohen Interesses an deutschen Russland-Schulden wohl leer ausgehen. Mehrere deutsche Fondshäuser signalisierten im Gespräch mit dpa-AFX am Mittwoch zwar Kaufbereitschaft, verwiesen jedoch auf rechtliche Barrieren.

"Interesse ist auf jeden Fall da, vor allem weil es sich um ein Milliarden-Deal handelt", sagte Michael Ganske, DWS-Fondsmanager für Schwellenländer. Auch preislich seien russische Schulden, besonders mit dieser Struktur, sehr attraktiv. "Das Problem ist jedoch, dass die meisten Fonds nicht kaufen dürfen." Lediglich für Fonds, die nach den Regeln des neuen Finanzmarktgesetzes umgestellt worden seien und einen qualitativen Ansatz hätten, wäre der Weg hierfür geebnet.

Ähnlich äußerte sich Rentenfondsmanager Frank Ehrich von der Union Investment. "Der Haken an der Sache ist, dass Kapitalanlagegesellschaften Kreditforderungen nicht kaufen dürfen. Das ist die Aussage von unserem Wirtschaftsprüfer."

GESPRÄCH MIT FINANZMINISTERIUM

Deutsche Fondsgesellschaften hätten ein Gespräch mit mit Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser geführt, sagte DWS-Fondsmanager Ganske. "Wir haben die Struktur und die Motivation der Bundesregierung besprochen", sagte er. "Hintergrund ist ein finanzieller Engpass und auch der Zeitpunkt ist attraktiv. Russische Zinsen sind auf einem niedrigen Niveau." Allerdings werde die Bundesregierung wohl für einen einzelnen Deal nicht das Reglement ändern, so dass Fonds nach dem alten Recht leer ausgehen.

4 BIS 5 MRD EURO

Der Bund wird voraussichtlich vier bis fünf Milliarden Euro der Russland-Schulden gegenüber Deutschland über Anleihen an Privatinvestoren verkaufen. Dies sei in Investorengesprächen in London am vergangenen Dienstag angedeutet worden, bestätigten Finanzkreise am Mittwoch.

Die Forderungen seien wegen der Struktur mit Laufzeiten von drei, fünf und zehn Jahren besonders attraktiv, erklärte Fondsmanager Ehrich von der Union Investment. "Die Rendite-Differenz wird voraussichtlich 1,5 bis 2 Prozentpunkte über den bestehenden Russland-Bonds liegen", sagte er.

UMWEG ÜBER LUXEMBURGER FONDS

Einige Fondsgesellschaften gehen indes einen Umweg. "Unter Luxemburger Recht ist ein Kauf einfacher", sagte ein Portfolioverwalter einer großen deutschen Fondsgesellschaft. "Daher weichen einige Investmenthäuser auf ihre Luxemburger Fonds aus, um doch noch bei den Russland-Schulden zum Zuge zu kommen."

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