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ROUNDUP: Fondsgesellschaften fordern im Fall Yukos rasches Treffen mit PutinDPA-Datum: 2004-07-06 13:59:20

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Fondsgesellschaften fordern im Fall Yukos < YUSA.MUN > ein rasches Treffen mit der russischen Regierung. Dies geht aus einem Brief der Fondsgesellschaften an den russischen Präsidenten Wladimir Putin hervor, der dpa-AFX vorliegt. Die Investmenthäuser haben nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit Yukos bereits hohe Verluste erlitten.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Fondsgesellschaften fordern im Fall Yukos < YUSA.MUN > ein rasches Treffen mit der russischen Regierung. Dies geht aus einem Brief der Fondsgesellschaften an den russischen Präsidenten Wladimir Putin hervor, der dpa-AFX vorliegt. Die Investmenthäuser haben nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit Yukos bereits hohe Verluste erlitten.

Eine Insolvenz sei noch abwendbar und nicht in Russlands Interesse. Der Fall Yukos habe eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit für ausländische Investoren geschaffen, kritisieren die Fondsgesellschaften. Bis zum Mittwoch muss der bislang größte russische Erdölförderer einen ersten Teil von Steuernachforderungen von 2,8 Milliarden Euro bezahlen. In der Vorwoche hatten Gerichtsvollzieher mehrfach die Firmenzentrale durchsucht und die Konten des Konzerns gesperrt.

RUF NACH EINEM 'ZIVILISERTEN GESCHÄFTSUMFELD'

Die Fondsgesellschaften schreiben im Namen aller Minderheitsaktionäre, die mehr als fünf Prozent an Yukos halten und weltweit mehr als drei Billionen US-Dollar verwalten. Sie betonten ein "starkes Interesse an der Entwicklung eines stabilen und zivilisierten Geschäftsumfeldes in Russland".

Die mehrmals wiederholte Aussage von Putin, dass niemand über dem Gesetz stehe, begrüßten die Fondsgesellschaften. Gleichzeitig äußerten sie jedoch die Sorge, dass Minderheitsaktionäre von Yukos ein unfreiwilliges Opfer der rechtlichen Schritte gegen das Unternehmen sein könnten. Die Fondsgesellschaften betonten, dass sie in keiner Weise in die vorgeworfenen, angeblich illegalen Handlungen des Unternehmens involviert seien. "Dennoch haben wir bereits sehr hohe wirtschaftliche Verluste erlitten", heißt es in dem Brief. "Wir haben in gutem Glauben Yukos-Aktien gekauft." Eine Enteignung ihrer Investition in das Unternehmen würde große Zweifel in die Sicherheit von Privatbesitz und Investorenrechte in Russland nach sich ziehen.

KLIMA DER ANGST UND UNSICHERHEIT

Dass der Marktwert von Yukos um mehr als 20 Milliarden Dollar eingebrochen ist, während sich die Steuerforderungen und Strafzahlungen der russischen Regierung auf 3,5 Milliarden Dollar belaufen, spiegele bereits ein Klima der Angst und Unsicherheit wider.

Die Yukos-Affäre habe Auswirkungen auf den russischen Gesamtmarkt, warnen die Fondsgesellschaften. Die russischen Börsen seien trotz der wirtschaftlich positiven Rahmenbedingungen seit Anfang April um mehr als ein Viertel eingebrochen. Das deutlich getrübte Investmentklima in Russland müsse sicherlich Putin und seine Berater belasten, heißt es in dem Brief.

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