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ROUNDUP: Gerichtsvollzieher bei Ölkonzern Yukos - Neue SteuerforderungDPA-Datum: 2004-07-01 19:09:36

MOSKAU (dpa-AFX) - Der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte russische Ölkonzern Yukos < YUSA.MUN > steht vor dem Aus. Gerichtsvollzieher leiteten am Donnerstag in Moskau ein Vollstreckungsverfahren ein. Zudem machten die Steuerbehörden nun auch noch Nachforderungen für das Jahr 2001 in Höhe von 2,8 Milliarden Euro geltend, wie die Agentur Interfax meldete. Ein Moskauer Berufungsgericht hatte zuvor das Urteil über die Steuernachzahlung in Höhe von knapp drei Milliarden Euro für das Jahr 2000 bestätigt. Dem Konzern droht damit die Pleite.

MOSKAU (dpa-AFX) - Der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte russische Ölkonzern Yukos < YUSA.MUN > steht vor dem Aus. Gerichtsvollzieher leiteten am Donnerstag in Moskau ein Vollstreckungsverfahren ein. Zudem machten die Steuerbehörden nun auch noch Nachforderungen für das Jahr 2001 in Höhe von 2,8 Milliarden Euro geltend, wie die Agentur Interfax meldete. Ein Moskauer Berufungsgericht hatte zuvor das Urteil über die Steuernachzahlung in Höhe von knapp drei Milliarden Euro für das Jahr 2000 bestätigt. Dem Konzern droht damit die Pleite.

Mehrere von Leibwächtern beschützte Gerichtsvollzieher betraten am Donnerstag für kurze Zeit die Yukos-Zentrale in Moskau, ohne allerdings Unternehmens-Aktiva zu beschlagnahmen. Über Steuernachforderungen für 2001 sei Yukos nichts bekannt, sagte ein Sprecher am Abend. Die Konzernführung hatte die Finanzbehörden wiederholt um Aufschub gebeten. Ein Yukos-Angebot über Zahlung einer Milliarde Euro bei Erlass der Restsumme blieb in dieser Woche unbeantwortet. Das Finanzministerium beharrt offenbar weiter auf Zahlung der gesamten Steuerschuld.

Der zu den größten Ölförderern Russlands zählende Konzern hat nach eigenen Angaben nicht genug Barmittel zur Begleichung. Es blieb unklar, ob dem Konzern nur wenige Tage oder unter Umständen mehrere Wochen zur Zahlung bleiben.

Mit der starren Haltung des Finanzministeriums wächst nach Expertenansicht die Gefahr einer Konzernpleite. "Unser Ausblick auf die Aktie bleibt weiter negativ, weil es keine Anzeichen für Verhandlungen zwischen den Behörden und Yukos gibt", schrieb die Moskauer Investmentgesellschaft Aton am Donnerstagmorgen. Yukos hat seine für den 30. Juni angekündigte Vorstellung der Jahresbilanz 2003 nach GAAP-Rechnungslegung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der frühere Yukos-Konzernchef und Mehrheitseigner Michail Chodorkowski muss sich in Moskau wegen diverser Betrugsdelikte vor Gericht verantworten. Kreml-Kritiker sprechen von einem politischen Prozess gegen einen unbequem gewordenen Großunternehmer.

Seit Wochen wird in Russland über den Ausgang des Yukos-Falles spekuliert. Es gilt als wahrscheinlich, dass Chodorkowski die Mehrheit am Konzern verlieren wird. Präsident Wladimir Putin hatte Ende Juni erstmals in der Öffentlichkeit betont, der russische Staat habe kein Interesse an einer Yukos-Pleite. In Moskau wird aber auch nicht ausgeschlossen, dass das profitable Unternehmen unter Kreml- treuen Konkurrenten aufgeteilt wird.

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