Archiv
Roundup Gewerkschaft: Keine Einigung bei Siemens-Verhandlungen in Sicht

(dpa-AFX) München - Bei den Verhandlungen über mögliche Arbeitszeitverlängerungen in weiteren Siemens-Werken < SIE.ETR > ist nach Angaben der IG Metall noch keinerlei Lösung in Sicht. Keiner der bedrohten Standorte stehe auch nur im entferntesten vor einer Einigung, berichtete die Gewerkschaft in München. Ein Siemens-Sprecher sagte dagegen, der Konzern sei weiter optimistisch, noch im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September Lösungen zu finden.

(dpa-AFX) München - Bei den Verhandlungen über mögliche Arbeitszeitverlängerungen in weiteren Siemens-Werken < SIE.ETR > ist nach Angaben der IG Metall noch keinerlei Lösung in Sicht. Keiner der bedrohten Standorte stehe auch nur im entferntesten vor einer Einigung, berichtete die Gewerkschaft in München. Ein Siemens-Sprecher sagte dagegen, der Konzern sei weiter optimistisch, noch im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September Lösungen zu finden.

Siemens hatte sich in den Werken Kamp-Lintfort und Bocholt in Nordrhein-Westfalen mit Arbeitnehmervertretern auf die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich sowie auf den Verzicht auf Sonderzahlungen geeinigt. Derzeit laufen weitere Verhandlungen an Energieübertragungs-Standorten in Nürnberg und Kirchheim/Teck sowie in Karlsruhe (Automatisierung) und Bruchsal (Festnetz).

Im Gespräch mit örtlichen Arbeitnehmervertretern erweckten die Siemens-Manager dabei den Eindruck, an anderen Standorten stehe man kurz vor einer Einigung, kritisierte die IG Metall. "Was man damit bezweckt, ist klar: Die Standorte gegeneinander auszuspielen und so leichtes Spiel mit dem einzelnen Verhandlungspartner zu haben." Man sei aber noch nirgendwo in einer entscheidenden Phase. Dem Vernehmen nach hat die Gewerkschaft kein Interesse daran, die Gespräche noch im laufenden Geschäftsjahr zu Ende zu bringen.

In Bruchsal prüft nach Angaben von Betriebsrätin Margit Kritzer derzeit ein Institut die Pläne des Konzerns, 150 Arbeitsplätze aus der Fertigung nach China zu verlagern. Der Betriebsrat befürchte, dass der Standort als Ganzes gefährdet ist.

In Karlsruhe gibt es nach Angaben der Gewerkschaft noch kein Gesamtkonzept der Betriebsleitung für den Standort. "Erst wenn das Management seine Hausaufgaben gemacht hat, können die vom Gesamtbetriebsrat beauftragten Sachverständigen an die Arbeit gehen, die vorgelegten Zahlen und Konzepte untersuchen und Alternativen vorschlagen." Dann müsse Siemens erst alle anderen Möglichkeit zur Kostensenkung ausschöpfen. Erst danach könne es laut den Vereinbarungen Gespräche geben über einen Beitrag der Belegschaft. In Karlsruhe stehen laut Gewerkschaft 1.200 Arbeitsplätze in der Fertigung zur Disposition.

Auch in Kirchheim/Teck und Nürnberg sind die Gespräche laut Gesamtbetriebsratsmitglied Dimitri Kuhn noch nicht weit gediehen. "Es liegt nicht mal eine Forderung von Siemens auf dem Tisch." Derzeit prüften vom Gesamtbetriebsrat beauftragte Gutachter die Situation. Ergebnisse würden Mitte August erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%