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ROUNDUP: ifo hebt Wachstumsprognose an - Sinn: Arbeitsmarkt bleibt desolat

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft findet nach Einschätzung desMünchner ifo Instituts trotz positiver Signale keinen Anschluss an die boomendeWeltwirtschaft. Das Institut hob am Dienstag zwar seine Wachstumsprognose fürDeutschland für 2004 von 1,5 auf 1,7 Prozent an. Rund 0,5 Prozentpunkte davonseien aber allein auf die ungewöhnlich große Zahl an Arbeitstagenzurückzuführen, sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn auf der Jahresversammlung desInstituts in München.

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die deutsche Wirtschaft findet nach Einschätzung desMünchner ifo Instituts trotz positiver Signale keinen Anschluss an die boomendeWeltwirtschaft. Das Institut hob am Dienstag zwar seine Wachstumsprognose fürDeutschland für 2004 von 1,5 auf 1,7 Prozent an. Rund 0,5 Prozentpunkte davonseien aber allein auf die ungewöhnlich große Zahl an Arbeitstagenzurückzuführen, sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn auf der Jahresversammlung desInstituts in München.

Die Konjunktur werde derzeit zudem lediglich von den Exporten mitgezogen."Eigene Antriebseffekte fehlen noch", sagte Sinn. Für den deutschen Arbeitsmarktsieht der ifo-Präsident weiterhin wenig Hoffnung.

WELTWIRTSCHAFT BOOMT

Getragen von einem kräftigen Aufschwung in Asien und den USA erlebe dieWeltwirtschaft derzeit ein Wachstum wie in den vergangenen 15 Jahren nur einmal,nämlich im Boomjahr 2000, sagte Sinn. Für dieses Jahr erwartet das ifo Institutweltweit 4,7 Prozent Wachstum und im kommenden Jahr 3,4 Prozent.

"Die deutsche Konjunktur folgt dem weltweiten Trend nur im langenSchlepptau." Grund sei eine Reihe struktureller Probleme wie Fehler im Arbeits-und Sozialsystem, aber auch der Verlust eines größeren eigenen Binnenmarktes fürDeutschland durch die europäische Integration. Auch für 2005 prognostiziert dasInstitut in Deutschland ein Wachstum von 1,7 Prozent. Dabei ist die im nächstenJahr niedrigere Zahl an Arbeitstagen bereits berücksichtigt. Ohne diesen Effektliegt die Wachstumsprognose des Instituts bei 1,9 Prozent.

ARBEITSMARKT BLEIBT SORGENKIND

Großes Sorgenkind bleibe der Arbeitsmarkt, sagte Sinn. "Die Lage auf demArbeitsmarkt wird im Prognosezeitraum desolat bleiben, weil die Geschäftslageder Unternehmen immer mehr vom Arbeitsmarkt abgekoppelt wird." Die hohenLohnkosten in Deutschland trieben immer mehr Unternehmen zu Rationalisierungenund Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer. Sinn verwies unter anderemauf die Lohnkosten in den EU-Beitrittsländern, die im Schnitt etwa 15 Prozentdes deutschen Niveaus ausmachten.

Positive Signale sieht der ifo-Präsident bei den Investitionen; Produktionund Auftragseingänge hätten in den ersten Monaten des Jahres nach oben gezeigt."In der Tat war das erste Quartal viel besser, als man das noch vor kurzemgeglaubt hat." Dagegen komme der private Konsum voraussichtlich erst imkommenden Jahr als "Spätfolge" der Wirtschaftsbelebung in Schwung. "DieInflation ist nach wie vor kein Thema, der Euro hat nicht zu viel, sondern eherzu wenig Inflation gebracht", sagte Sinn.

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