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Roundup Keine Entspannung: Dieselpreis auf Jahreshoch - Öl weiter teuer

(dpa-AFX) Hamburg - Die angespannte Lage auf den internationalen Ölmärkten hat den Dieselpreis in Deutschland auf ein neues Jahreshoch getrieben. Nach einer Preiserhöhung um bis zu fünf Cent mussten die Autofahrer am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt rund 98 Cent für einen Liter Dieselkraftstoff bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg mit. Das ist nur ein Cent weniger als der absolute Höchststand vom März 2003. Auch der Benzinpreis ist mit 1,19 Euro für den Liter Super nicht weit von seinem Rekordhoch von 1,21 Euro aus dem Mai dieses Jahres entfernt.

(dpa-AFX) Hamburg - Die angespannte Lage auf den internationalen Ölmärkten hat den Dieselpreis in Deutschland auf ein neues Jahreshoch getrieben. Nach einer Preiserhöhung um bis zu fünf Cent mussten die Autofahrer am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt rund 98 Cent für einen Liter Dieselkraftstoff bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg mit. Das ist nur ein Cent weniger als der absolute Höchststand vom März 2003. Auch der Benzinpreis ist mit 1,19 Euro für den Liter Super nicht weit von seinem Rekordhoch von 1,21 Euro aus dem Mai dieses Jahres entfernt.

An den internationalen Ölbörsen hatten die Preise für verschiedene Rohölsorten am Montag zum Teil historische Höchststände erreicht, ehe sie sich am Dienstag auf hohem Niveau stabilisierten. Händler machten die Terrorgefahr und die fehlgeschlagenen Versuche der Opec, den Ölpreisanstieg zu dämpfen, für den Preisschub verantwortlich. Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro hatte gewarnt, die Mitgliedsländer hätten keine Reserven mehr, die sie kurzfristig auf den Markt bringen könnten. "Wir können das Angebot im Moment nicht erhöhen", sagte Yusgiantoro am Dienstag in Jakarta. Zwar könnte Saudi-Arabien mehr Öl pumpen - allerdings mit mehreren Monaten Verzögerung.

Unruhe Nach Anschlag

Für Unruhe sorgte ein Anschlag auf eine Erdöl-Pipeline im Nordirak. Der Transport von Rohöl zum türkischen Mittelmeer wurde unterbrochen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Der Sabotageakt wurde nach Angaben der irakischen Polizei am frühen Dienstag bei Bedschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, verübt. Auch die Raffinerie von Bedschi, die größte im Irak, werde nicht mehr mit Rohöl von den Ölfeldern um Kirkuk versorgt.

Nach Einschätzung von Marktanalysten machen sich grundlegende Marktfaktoren wie die stark wachsende Nachfrage aus China und die nahezu ausgeschöpften Förderkapazitäten der Opec zunehmend bemerkbar. Der Ölbedarf in China wird in diesem Jahr nach einem Bericht der Tageszeitung "People's Daily" mit 110 Millionen Tonnen einen neuen Rekordwert erreichen. Damit sei der Importbedarf 21 Prozent höher als noch im Vorjahr, berichtet die Zeitung am Dienstag auf ihrer Webseite. Im vergangenen Jahr hatte China Japan überholt und war zum weltweit zweitgrößten Ölimporteur nach den USA aufgestiegen.

Der Preis für Rohöl der Opec stieg über 39 Dollar für ein Barrel (159 Liter) und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung des Opec-Korbpreises im Januar 1987. Nach Berechnungen des Opec - Sekretariats in Wien erreichte der Durchschnittspreis am Montag 39,04 Dollar. Die bisherige Höchstmarke lag am 28. September 1990 während der Kuwait-Krise bei 38,94 Dollar.

Spitzenpreise

Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent kletterte in London mit über 40 US-Dollar auf den höchsten Stand seit Oktober 1990. In der Spitze legte der Brent-Future zur Auslieferung im September bis auf 40,36 Dollar zu. Nur Anfang Oktober 1990 war er mit zeitweise 40,95 Dollar noch höher notiert worden. In New York lag der Rohölpreis am Dienstagmorgen bei 44,03 Dollar. Am Vortag hatte er mit 44,24 Dollar den höchsten Stand erreicht seit der Ölhandel am Warenterminmarkt Nymex 1983 begonnen hatte.

"Die Produktnotierungen am europäischen Ölmarkt in Rotterdam sind ebenfalls extrem hoch", sagte Gabriele Radke von Exxonmobil in Hamburg. Beim Benzin sei es wegen des harten Wettbewerbs nicht gelungen, die Preisveränderungen voll an die Verbraucher weiterzugeben. Der hohe Dieselpreis spiegele hingegen die steigende Nachfrage und den wachsenden Anteil von Autos mit Dieselmotor wider.

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