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ROUNDUP: Mannesmann-Prozess: Gericht läutet Schlussphase ein

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Nach fast fünf Monaten geht der Mannesmann- Prozessum umstrittene Millionenprämien an Konzernmanager in die Endphase. In derkommenden Woche könne die Beweisaufnahme beendet werden, kündigte dieVorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer am Mittwoch in Düsseldorf an.Anschließend soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Zuvor hatten dieAnkläger überraschend auf weitere Beweisanträge verzichtet. Die Verteidigerrechnen mit einem Ende des Prozesses im Juli und Freisprüchen für dieAngeklagten.

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Nach fast fünf Monaten geht der Mannesmann - Prozessum umstrittene Millionenprämien an Konzernmanager in die Endphase. In derkommenden Woche könne die Beweisaufnahme beendet werden, kündigte dieVorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer am Mittwoch in Düsseldorf an.Anschließend soll die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Zuvor hatten dieAnkläger überraschend auf weitere Beweisanträge verzichtet. Die Verteidigerrechnen mit einem Ende des Prozesses im Juli und Freisprüchen für dieAngeklagten.

Es wird damit gerechnet, dass die Staatsanwälte in ihrem Schlussvortrag sogenannte Hilfsbeweisanträge stellen und dabei doch noch die Zeugenvernehmung desInvestmentbankers Scott Mead fordern werden. Sollte das Gericht dazu dieNotwendigkeit sehen, müsste die Strafkammer erneut in die Beweisaufnahmeeintreten.

Zwei ehemalige Aufsichtsräte des Mannesmann-Konzerns sagten am Mittwoch alsvorläufig letzte Zeugen in dem spektakulären Wirtschafts-Strafverfahren aus.Professor Juergen Donges, ehemaliger Vorsitzender des Wirtschafts-Sachverständigenrates der Bundesregierung, und der ehemalige Ruhrgas-Chef Klaus Liesenschilderten übereinstimmend, dass der Wechsel des französischenMobilfunkunternehmens Vivendi an die Seite von Vodafone die Übernahmeschlacht zu Gunsten der Briten entschiedenhabe.

SCHLACHT VERLOREN

Die Mehrheit der Anleger sei kurz darauf auf die Seite Vodafones gewechselt."Für mich persönlich war die Schlacht da verloren", sagte der 73-jährige Liesen.Die Verhandlungsposition des Mannesmann - Vorstandes sei danach sehr schwachgewesen. "Was der Vorstand verhandelt hat, fand ich vollkommen in Ordnung. Mehrwar nicht drin", sagte Liesen. Auch der Wirtschaftswissenschaftler Dongeserklärte, es habe nicht in der Macht von Mannesmann-Chef Klaus Esser gestanden,die Übernahme zu verhindern.

Die Steuerpläne von Vodafone mit Abschreibungen in zweistelligerMilliardenhöhe durch die Abwertung von Mannesmann spielten im Prozess keineRolle mehr. Auf der Anklagebank sitzen seit 21. Januar wegen des Verdachts derUntreue oder der Beihilfe dazu unter anderen der Chef der Deutschen Bank, JosefAckermann, der ehemalige Mannesmann - Chef Klaus Esser und der damaligeIG-Metall-Chef Klaus Zwickel.

Das Gericht hatte bereits im März erkennen lassen, dass alle Angeklagten mitFreisprüchen rechnen können. Zwar habe es aktienrechtliche Verstöße gegeben,Straftaten seien aber nicht erkennbar.

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