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Roundup Münchener Rück: Jahresziele weiterhin in Gefahr - 500 Millionen Euro Schäden

Ungeachtet geringer als erwartet ausgefallener Hurrikanschäden wackelt beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück weiterhin das Überschussziel. "Trotz des inzwischen günstigeren Schadenbilds macht es die Gesamtbelastung einschließlich Hurrikan 'Jeanne' deutlich schwerer, unser Ergebnisziel 2004 (2 Mrd Euro nach Steuern) zu erreichen", sagte Vorstandsmitglied Stefan Heyd am Mittwoch in München.

dpa-afx MÜNCHEN. Ungeachtet geringer als erwartet ausgefallener Hurrikanschäden wackelt beim weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück weiterhin das Überschussziel. "Trotz des inzwischen günstigeren Schadenbilds macht es die Gesamtbelastung einschließlich Hurrikan 'Jeanne' deutlich schwerer, unser Ergebnisziel 2004 (2 Mrd Euro nach Steuern) zu erreichen", sagte Vorstandsmitglied Stefan Heyd am Mittwoch in München.

Inklusive "Jeanne" rechnen die Münchener mit Belastungen von rund 500 Mill. Euro. Am Freitag hatte der Konzern diese Summe bereits genannt, aber damals waren die Schäden infolge von "Jeanne" noch nicht in die Schätzung eingeflossen. Von den bevorstehenden Vertragserneuerungen im Rückversicherungsgeschäft erwartet die Münchener Rück, dass das derzeitige Niveau risikoadäquater Preise und Bedingungen insgesamt stabil bleibt.

'Ambitionierte Interne Vorgabe'

Münchener-Rück-Vorstand Heyd betonte, das Überschussziel von zwei Mrd. Euro sei eine "ambitionierte interne Vorgabe", aber keine Prognose. Diese werde die Münchener Rück frühestens im November bei Vorlage der Neun-Monats-Zahlen geben. Die Hurrikan-Saison 2004 ist noch nicht zu Ende. Auch im Nordwestpazifik werden wohl noch weitere Wirbelstürme entstehen. "Vor uns liegen noch mehr als drei Monate Risikoperiode."

Zum Überschuss-Ziel sagte Heyd, es komme wesentlich darauf an, wie das vierte Quartal verlaufen werde. Zudem sei die Entwicklung an den Kapitalmärkten wichtig. Der Münchener-Rück-Vorstand gab keine Auskunft darüber, ob die Münchener Rück Aktienpakete verkaufen werde, um die Schadenbelastungen abzufedern. Der Rückversicherer ist unter anderem mit 18,4 Prozent an der Hypovereinsbank AG beteiligt. Am Versicherungskonzern Allianz hält die Münchener Rück unter zehn Prozent.

Von den Wirbelstürmen im Atlantik und im Pazifik sieht sich die Münchener Rück weniger stark betroffen als zunächst angenommen. Die Erstversicherer der Gruppe hätten keine Belastungen, lediglich die Rückversicherer. Für Hurrikan "Charley" senkte die Gruppe ihre Schätzung auf 75 Mill. Euro. Für "Frances" rechnet sie mit 65 Mill. Euro und für "Ivan" mit 215 Mill. Euro. "Jeanne", immer noch als Regengebiet über North Carolina aktiv, belaste die Münchener Rück wohl mit 80 bis 100 Mill. Euro. Die Taifune "Songda" und "Chaba" im Pazifik drückten mit 40 Mill. Euro auf die Bilanz.

50 MRD Euro Volkswirtschaftliche Schäden

Unterdessen sind die volkswirtschaftlichen Schäden der bisherigen Sturmsaison im Atlantik und im Pazifik erheblich, ebenso die versicherten Schäden. Die Münchener Rück schätzt den gesamten volkswirtschaftlichen Schaden auf bisher rund 50 Mrd. Dollar. Die gesamten versicherten Schäden beziffert der Rückversicherer auf rund 20 bis 35 Mrd. Dollar.

Die Versicherungsbranche muss sich aus Sicht der Münchener Rück noch auf mehrere Wirbelstürme in diesem Jahr gefasst machen. "Seit 1995 haben wir einen Sprung in der Hurrikan-Häufigkeit", hatte der Leiter des Fachbereichs Georisikoforschung des Branchenprimus, Gerhard Berz, der dpa-AFX kürzlich gesagt. "2004 werden es mit Sicherheit insgesamt 15 bis 20 Hurrikane sein."

Auch Prognosen VON Konkurrenten Gefährdet

Der Branchenzweite Swiss Re hatte Ende voriger Woche gemeldet, für die Schäden infolge der Hurrikans "Ivan", "Charley" und "Frances" sowie des Taifuns "Songda" derzeit 590 Mill. Dollar vor Steuern veranschlagen. Auch bei den Schweizern ist unsicher, ob sie ihr Jahresziel erreichen. Die Swiss Re peilt eine Schaden-Kosten-Quote von 96 Prozent an. Liegt diese Combined Ratio unter 100 Prozent, so erzielt ein Versicherer operativ Gewinne. Die Hannover Rück hatte jüngst gemeldet, trotz der Hurrikan-Schäden mindestens am unteren Ende ihrer Prognosespanne landen zu wollen. Bislang hatte der Rückversicherer unter dem Strich 390 bis 430 Mill. Euro angestrebt.

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