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ROUNDUP: Ölpreisanstieg setzt sich fort - IEA fordert klare OPEC-Strategie

LONDON (dpa-AFX) - Der Ölpreis bleibt auf Rekordniveau. Der Preis für einBarrel (rund 159 Liter) der Nordseesorte Brent (Juli-Kontrakt) kletterte amDonnerstag zeitweise auf 38,16 US-Dollar. Der Ölpreis ist in den vergangenenTagen auf den höchsten Stand seit der Kuwait-Krise im Herbst 1990 gestiegen.

An der New Yorker Terminbörse Nymex hatte Rohöl zur Juni-Auslieferung um 2,4Prozent auf 41,50 Dollar je Barrel zu, nachdem der Preis am Montag dieRekordhöhe von 41,55 Dollar erreicht hatte. Auf Grund unerwartet niedrigerUS-Lagerbestände legte zudem der Juni-Kontrakt für Benzin um 6,34 Cent auf1,4503 Dollar je Gallone (3,8 Liter) zu. Das war der höchste Preis seit Beginndes Benzinterminhandels an der Nymex im Jahr 1984.

GEMISCH VON URSACHEN

Die hohen Benzin- und Ölpreise basieren auf dem konjunkturellen Höhenflug inden USA und Asien, niedrigen Reserven, der Furcht vor Terroranschlägen im Irakund in anderen Ländern des Nahen Ostens mit möglichen Lieferunterbrechungen,fehlenden Raffineriekapazitäten in den USA sowie Spekulationen an denWarenterminmärkten. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte indiesem Jahr mit Förderkürzungen mit zu dem rasanten Preisauftrieb beigetragen.Die Industrieländer drängen die OPEC jetzt lautstark aufProduktionssteigerungen. Es solle verhindert werden, dass die hohen Öl- undBenzinpreise die Konjunktur abwürgen.

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) forderte mit Blick auf dasinformelle Treffen der OPEC-Minister am Wochenende wegen der Turbulenzen auf demÖlmarkt eine klare Strategie der OPEC. Diese müsse erklären, wie sie den Ölmarktin den kommenden Wochen und Monaten ausreichend mit Öl versorgen wollen, sagteIEA-Chef Claude Mandil am Donnerstag in Paris. Außerdem müsse die OPEC dieFörderquote erhöhen, um die Überhitzung aus dem Ölmarkt zu nehmen.

BENZINVORRÄTE IM BLICK

Die amerikanischen Benzinvorräte stiegen in der vergangene Woche zwar um 1,2Millionen auf 203,7 Millionen Barrel, doch waren dies geringere Reserven alserwartet. Die US-Raffinerien waren auch nur zu 95,3 Prozent ausgelastet. EndeMai beginnt die Sommerreisesaison in den USA, die bis Anfang September dauert.Der Benzinbedarf schießt in dieser Zeit stark in die Höhe. Die hohenUS-Benzinpreise von durchschnittlich mehr als zwei Dollar je Gallone sindinzwischen zum heißen Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden.

Die Rohölreserven fielen in der Berichtswoche nach Angaben Washingtons um1,1 Millionen auf 298,9 Millionen Barrel. US-Präsident George W. Bush lehnteunterdessen die von demokratischen Politikern lautstark geforderte Verwendungvon Rohöl aus der strategischen Ölreserve der USA strikt ab. Die Reserve dienezur Abfederung für den Fall schwerer Störungen in der Energieversorgung, sagteBush am Mittwoch zu demokratischen Forderungen, Öl aus den Vorräten auf denMarkt zu bringen. Eine Verringerung der Vorräte würde die USA im Krieg gegen denTerrorismus in eine gefährliche Lage bringen.

KEINE POLITISCHEN SPIELE MIT ÖLRESERVE

"Wir befinden uns im Krieg..., und wir dürfen uns dabei nicht in einerschlechtere Situation bringen, indem wir politische Spiele mit der Reservebetreiben", fuhr der Präsident fort. In den USA liegt der Durchschnittspreis fürBenzin erstmals bei zwei Dollar pro Gallone oder 53 US-Cent per Liter - dasentspricht in Euro 44 Cent pro Liter.

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