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Roundup Presse: Pfizer-Arznei Bextra zeigt ähnliche Nebenwirkungen wie Vioxx

Das Arthritismedikament Bextra des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer hat nach einem Bericht der "New York Times" ähnliche Nebenwirkungen gezeigt, wie das vom Markt genommene Vioxx des Konkurrenten Merck & Co .

dpa-afx BOSTON. Das Arthritismedikament Bextra des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer hat nach einem Bericht der "New York Times" ähnliche Nebenwirkungen gezeigt, wie das vom Markt genommene Vioxx des Konkurrenten Merck & Co . Wie die Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf eine Studie schreibt, war das Risiko von Herzattacken und Herzinfarkten nach Einnahme von Bextra 2,19 mal höher als bei einem wirkungslosen Placebo-Produkt. Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine Studie mit 5 930 Patienten, die auf einer Tagung der "American Heart Association" präsentiert wurde.

Experte: Nebenwirkungen VON Bextra Höher ALS BEI Vioxx

"Die Nebenwirkungen bei Bextra sind sogar höher, als die bei Vioxx", sagte Dr. Garret A. Fitzgerald, ein Kardiologe und Pharmakologe an der Universität von Pennsylvania in einem Interview mit der Zeitung. "Das ist eine Zeitbombe, die nur darauf wartet, los zu gehen", sagte der Experte. Fitzgerald ist nach Aussage der Zeitung einer der weltweit führenden Experten für COX-2-Hemmer. Mit Bextra, das als Nachfolgeprodukt zu Celebrex gehandelt wird, hat Pfizer 2003 einen Umsatz von 687 Mill. Dollar verbucht. Das Arthritismedikament Celebrex spülte Pfizer im gleichen Zeitraum 1,883 Mrd. Dollar in die Kassen.

Wirkstoffklasse DER COX-2-Hemmer Gerät Zunehmend IN DIE Kritik

Bextra gehört wie Vioxx in die Wirkstoffklasse der so genannten COX-2-Hemmer. Merck & Co hatte Ende September Vioxx mit einem weltweiten Umsatz in 2003 von 2,5 Mrd. Dollar zurückgerufen. Grund war eine Studie, in der eine Verdoppelung von Herzattacken und Schlaganfällen nachgewiesen wurde. Seitdem haben Gesundheitsbehörden wie die amerikanische FDA und die europäische Emea zusätzliche Untersuchungen dieser Wirkstoffklasse angekündigt.

COX-2-Hemmer blockieren ein im Körper gebildetes Enzym, so dass bestimmte entzündungsauslösende Prostaglandine nicht entstehen. Sie sind magenfreundlicher als die herkömmlichen nicht-steroidalen Antirheumatika (Nsar) wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac, wurden aber in der Vergangenheit immer wieder mit Herz- und Kreislaufproblemen in Verbindung gebracht.

Eine Pfizer-Sprecherin erklärte, die Nebenwirkungen bei Bextra seien nur bei Patienten aufgetreten, die ein hohes Risiko von Herzerkrankungen nach Herzoperationen aufwiesen. Andere Studien mit Bextra an 8 000 Patienten mit Arthritis, die sechs bis 52 Wochen gelaufen seien, hätten keine Risiken von Herzerkrankungen gezeigt.

Weiteres Risiko: Seltene Tödliche Hautreaktion

Zudem könnte sich das zukünftige Umsatzwachstum von Bextra verlangsamen, hieß es in Analysen von Prudential Equity und First Albany, da Pfizer wohl bereits im August eine vorläufige Absage seitens der US-Gesundheitsbehörde FDA für Bextra zur Behandlung von Schmerzen in Zusammenhang mit Migräne erhalten habe. Die FDA könnte von Pfizer verlangen, dass Bextra eine so genannte "black box"-Warnung tragen muss, die darauf hinweist, dass Bextra eine seltene tödliche Hautreaktion auslösen kann.

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