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ROUNDUP: Russischer Ölkonzern Yukos vor der Pleite - Aktien-Kurs stürzt abDPA-Datum: 2004-07-02 17:07:27

MOSKAU (dpa-AFX) - Der Bankrott des größten russischen Ölkonzern Yukos < YUSA.MUN > scheint unaufhaltsam näher zu rücken. Am Freitag verlor die Yukos- Aktie nach Bekanntwerden weiterer Milliardensteuerforderungen und dem Einfrieren der Konten an der Moskauer Börse fast 17 Prozent. Experten schlossen bei einem Produktionstopp von Yukos akute Auswirkungen auf den internationalen Ölmarkt aus. Ankündigungen des Unternehmens, die Förderung aus Geldmangel einstellen zu müssen, schätzten Analysten in Moskau als Finte ein.

MOSKAU (dpa-AFX) - Der Bankrott des größten russischen Ölkonzern Yukos < YUSA.MUN > scheint unaufhaltsam näher zu rücken. Am Freitag verlor die Yukos - Aktie nach Bekanntwerden weiterer Milliardensteuerforderungen und dem Einfrieren der Konten an der Moskauer Börse fast 17 Prozent. Experten schlossen bei einem Produktionstopp von Yukos akute Auswirkungen auf den internationalen Ölmarkt aus. Ankündigungen des Unternehmens, die Förderung aus Geldmangel einstellen zu müssen, schätzten Analysten in Moskau als Finte ein.

Viele Anleger verloren am Freitag die letzte Hoffnung auf einen Kompromiss im Steuerstreit zugunsten des nach Fördermenge größten russischen Produzenten. Die Yukos-Papiere fielen im RTS-Interfax- Index bis kurz vor Börsenschluss um 16,88 Prozent auf das Jahrestief von 6,65 Dollar.

MARKT GLAUBT NICHT AN KOMPROMISS

Der Markt schenkte auch den Beteuerungen des neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden Viktor Geraschtschenko wenig Glauben, wonach ein Kompromiss noch möglich sei. "Mit dem Konzern wird alles normal laufen", sagte der frühere Zentralbankchef am Freitag nach einem Treffen mit Finanzminister Alexej Kudrin. Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte die langfristige Kreditwürdigkeit des Konzerns von "CCC" auf "CC" ab.

"Die jüngste Entwicklung läuft auf einen unmittelbar bevorstehenden und erzwungenen Bankrott heraus, der von einem gleichgültigen Staat ausgelöst wird", schrieben Experten der Alfa- Bank. Nach neuen Forderungen der Behörden beläuft sich die Steuerschuld von Yukos auf mittlerweile 197 Milliarden Rubel (5,6 Mrd Euro).

In Moskau mehren sich die Stimmen, nach denen der Staat das Yukos - Mehrheitspaket von der Finanzholding Menatep übernehmen werde. Hinter Menatep steht der wegen mutmaßlicher Betrugsdelikte angeklagte Michail Chodorkowski. Angebote der Yukos-Geschäftsführung zur Begleichung der Steuerschuld hatte die Regierung bisher abgelehnt.

VOLLSTRECKUNGSVERFAHREN

Am Donnerstag hatten sich Gerichtsvollzieher Zugang zur Konzernzentrale in Moskau verschafft und das Vollstreckungsverfahren eingeleitet. Dem Konzern bleibt eine Frist bis zur kommenden Woche, um die Steuerschulden für das Jahr 2000 in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zurückzuzahlen. Auf den eingefrorenen Konten liegt nach Unternehmensangaben derzeit etwa eine Milliarde Dollar.

Analysten äußerten sich am Freitag pessimistisch über die Zukunft des exportstärksten russischen Ölproduzenten. Die Firmenpleite rücke näher, schrieb die Investmentgesellschaft Renaissance Capital. Eine Quelle in den Steuerbehörden machte nach Medienberichten eine neue Rechnung auf, dass sich die Summe der gesamten Nachforderungen für die Jahre 2000 bis 2004 auf etwa neun Milliarden Euro belaufen könnte.

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