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ROUNDUP: Schwarz Pharma beendet Omeprazol-Patentstreit mit Mylan mit Vergleich

MONHEIM (dpa-AFX) - Der Monheimer Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma < SRZ.ETR > hat in den USA den Patentstreit um das umsatzstarke Magenmedikament Omeprazol mit den Generika-Herstellern Mylan Pharmaceuticals < MYL.NYS > < MYL.FSE > und Esteve Quimica S.A im Rahmen eines Vergleichs vollständig beigelegt. Zugleich bestätigte das Unternehmen seinen bisherigen Ausblick.

MONHEIM (dpa-AFX) - Der Monheimer Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma < SRZ.ETR > hat in den USA den Patentstreit um das umsatzstarke Magenmedikament Omeprazol mit den Generika-Herstellern Mylan Pharmaceuticals < MYL.NYS > < MYL.FSE > und Esteve Quimica S.A im Rahmen eines Vergleichs vollständig beigelegt. Zugleich bestätigte das Unternehmen seinen bisherigen Ausblick.

Der Säure-Hemmer Omeprazol zur Behandlung von Sodbrennen ist ein Nachahmerpräparat des Magenmittels Prilosec des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca < AZN.ISE > < AZN.SSE > < ZEG.FSE > und hatte Schwarz Pharma im ersten Quartal 2003 zu einem kräftigen Gewinnplus verholfen. Prilosec gehörte 2001 mit einem weltweiten Umsatz von fast sechs Milliarden Dollar zu den meistverkauften Medikamenten weltweit.

"Wir beseitigen dadurch die rechtlichen Risiken sowie die damit verbundenen Unsicherheiten und vermeiden einen langjährigen komplexen Rechtsstreit um das Omeprazol-Generikum", wurde Konzernvorstand Patrick Schwarz-Schütte am Freitag in der Mitteilung zitiert. Dies betreffe alle zurückliegenden und künftigen Klagen in Bezug auf die Formulierungspatente zu Protonenpumpenhemmern (Medikamentenklasse) beider Parteien und gelte weltweit. Für 2004 erwartet das MDAX-Unternehmen < MDAX.ETR > unverändert ein Umsatzvolumen von 800 bis 850 Millionen Euro und einen "marginal positiven" Jahresüberschuss.

KREISE: MYLAN UND ESTEVE ERHALTEN 50 MILLIONEN DOLLAR

Schwarz Pharma zahlt Mylan und Esteve Quimica S.A im Rahmen des Vergleichs zusammen wohl 50 Millionen Dollar. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag aus Branchenkreisen. "Mylan und Esteve bekommen insgesamt 50 Millionen Dollar im Rahmen der Vereinbarung mit Schwarz Pharma", hieß es aus den Kreisen. 37,5 Millionen Dollar entfielen auf Mylan, 12,5 Millionen Dollar auf Esteve. Schwarz Pharma wollte die Angaben nicht kommentieren.

ANALYST: SCHWARZ ZAHLT WOHL 35 MIO EURO - REST MERCK KGAA UND ANDRX

"Die 50 Millionen Dollar ergeben derzeit in Euro gerechnet 41 Millionen, wobei geschätzte 35 Millionen Euro auf Schwarz Pharma und der Rest wegen der Gewinnbeteiligung von Merck < MRK.ETR > und Andrx < ADRX.NAS > < ADX.ETR > auf diese beiden Unternehmen entfallen", sagte equinet-Analyst Martin Possienke in einer ersten Einschätzung. Die Zahlung wird Schwarz Pharma nach eigenen Angaben wohl im zweiten Quartal verbuchen. "Das zweite Quartal wird wohl negativ werden", sagte der Analyst. Possienke rechnet mit einem Vorsteuerverlust von 20 bis 30 Millionen Euro. An der Börse verteuerte sich das Papier in der Spitze auf 25,34 Euro und wurde zuletzt mit minus 0,01 Prozent bei 24,99 Euro gehandelt.

Schwarz Pharma hat nach einem gewonnenen Patentstreit mit dem Pharmakonzern AstraZeneca bislang allein das Recht, den Säurehemmer im weltweit lukrativsten Pharmamarkt USA zu verkaufen. Die Firmen Andrx sowie die Darmstädter Merck KGaA waren an den Einnahmen aus der Omeprazol Vermarktung in den USA beteiligt. Im Zuge der Markteinführung des Schwarz-Pharma-Generikums Omeprazol hatte das einst bestverkaufte Medikament Prilosec massiv an US-Marktanteilen verloren.

HINTERGRUND

Mylan hatte im Sommer 2003 trotz eines schwebenden Rechtsverfahrens mit AstraZeneca den Verkauf eines eigenen Prilosec-Generikums gestartet. Die Schwarz-Pharma-Tochter Kudco legte im August bei einem US-Gericht Klage wegen Patentverletzung gegen Mylan im Zusammenhang mit Omeprazol ein. Mylan hatte seinerseits im November 2002 Klage gegen Kudco wegen Patentverletzungen bei Omeprazol in den USA eingereicht.

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