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ROUNDUP SCM verpasst Erlösziel - Sonderabschreibung drückt Marge - Aktie sinktDPA-Datum: 2004-07-09 12:13:13

ISMANING (dpa-AFX) - Das deutsch-amerikanische Elektronikunternehmen SCM Microsystems < SMY.ETR > hat Anleger mit einer Umsatzwarnung für das zweite Quartal aufgeschreckt. Außerdem kündigte die Gesellschaft am Freitag in Ismaning Sonderabschreibungen im Zusammenhang mit einem möglichen Rechtsstreit an, die auf der Bruttomarge lasten werden.

ISMANING (dpa-AFX) - Das deutsch-amerikanische Elektronikunternehmen SCM Microsystems < SMY.ETR > hat Anleger mit einer Umsatzwarnung für das zweite Quartal aufgeschreckt. Außerdem kündigte die Gesellschaft am Freitag in Ismaning Sonderabschreibungen im Zusammenhang mit einem möglichen Rechtsstreit an, die auf der Bruttomarge lasten werden.

Analysten stuften die im TecDAX < TDXP.ETR > notierte SCM-Aktie nach diesen Neuigkeiten ab oder äußerten sich kritisch. Der Titel brach bis zum Mittag um 11,84 Prozent auf 4,32 Euro ein. Damit war SCM Schlusslicht im Index.

WENIGER UMSATZ ALS VORHERGESAGT - RECHTSSTREIT?

SCM Microsystems setzte im zweiten Quartal nach vorläufigen Berechnungen weniger um als prognostiziert. Von April bis Juni betrugen die Erlöse rund 11,5 Millionen US-Dollar statt der angepeilten 13 bis 15 Millionen Dollar, wie das Unternehmen meldete. Im Zusammenhang mit möglichen Rechtsstreitigkeiten plant SCM zudem eine Sonderabschreibung von 2,5 bis 3,0 Millionen Dollar auf bereits hergestellte Komponenten, die voraussichtlich nicht mehr vertrieben werden können. Dadurch werde sich die Bruttomarge im zweiten Jahresviertel von bisher geschätzten 40 bis 42 Prozent "deutlich reduzieren".

Hintergrund des möglichen Rechtsstreits ist SCM zufolge ein unzufriedener Kunde. Im zweiten Quartal ging die Nachfrage nach den Conditional-Access-Modulen für Digital-TV in Europa unerwartet stark zurück, wie die Gesellschaft erklärte. Gleichzeitig seien Anlaufschwierigkeiten bei einer neuen Produktlinie aufgetreten. Der Kunde habe dies beanstandet und Nachbesserungen beziehungsweise den Ersatz entstandener Einbußen verlangt. Dies könnte aus Sicht von SCM einen Rechtsstreit nach sich ziehen.

ANALYSTEN WARNEN

Analyst Stephan Wittwer von der Landesbank Baden-Württemberg wertete die Nachrichten aus Ismanig als Umsatz- und Gewinnwarnung von SCM. Noch schwerer belaste die Klage des Kunden die Geschäftsaussichten des Unternehmens. "Wir erwarten, dass die Kunden von SCM mit Bestellungen in den nächsten Monaten zurückhaltend agieren dürften, bis die Streitigkeiten geklärt sind", schrieb er. Seine Anlage-Empfehlung laute daher weiter "Verkaufen".

HSBC Trinkaus & Burkhardt (HSBC) senkte ihre Einstufung der SCM-Aktie von "Add" auf "Reduce". Das Problem seien nicht nur die Zahlen - das Unternehmen habe eine lange Geschichte von Gewinnwarnungen hinter sich und werde wohl weiter enttäuschen, sagte Analyst Thomas Becker. Es stehe eine lange Umstrukturierung bevor. 2004 sei ein weiteres verlorenes Jahr für den Smartcardhersteller vor allem mit Blick auf die Profitabilität.

ENDGÜLTIGE QUARTALSERGEBNISSE ANFANG AUGUST

Das Elektronikunternehmen will die endgültigen Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal am 5. August vorlegen. Dann sollen auch Details zur weiteren Unternehmensstrategie sowie der Ausblick für das laufende dritte Jahresviertel auf den Tisch kommen.

SCM Microsystems bietet Chip-, Hard- und Software-Lösungen für den Zugang zu digitalen Inhalten und Diensten. Das deutsch-amerikanische Unternehmen ist in vier Hauptmärkten tätig: Digitalfernsehen, Breitband-Empfang, PC-Sicherheit und Digitale Medien. Sitz der Konzernobergesellschaft SCM Microsystems, Inc. ist das kalifornische Fremont, die Europa-Zentrale befindet sich in Ismaning bei München.

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