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Roundup Siemens: Sanierung des Sorgenkinds Handygeschäft in maximal 18 Monaten

(dpa-AFX) München - Die Siemens AG < SIE.ETR > will ihr defizitäres Handy-Geschäft in maximal 18 Monaten saniert haben. Dies erfolge in vielen Schritten, sagte der Bereichsvorstand der Mobilfunk-Sparte ICM des Siemens-Konzerns, Lothar Pauly, am Dienstagabend in München. Im Handy-Geschäftsgebiet gebe es noch "etliche Baustellen". Kurzfristige Schritte seien beispielsweise die Einführung neuer Handy-Modelle. Siemens wolle kontinuierlicher sowie mehr Handys im hochpreisigen Segment auf den Markt bringen. Langfristig soll unter anderem die Software verbessert werden. "Wir müssen uns durch Innovationen differenzieren", sagte Pauly.

(dpa-AFX) München - Die Siemens AG < SIE.ETR > will ihr defizitäres Handy-Geschäft in maximal 18 Monaten saniert haben. Dies erfolge in vielen Schritten, sagte der Bereichsvorstand der Mobilfunk-Sparte ICM des Siemens-Konzerns, Lothar Pauly, am Dienstagabend in München. Im Handy-Geschäftsgebiet gebe es noch "etliche Baustellen". Kurzfristige Schritte seien beispielsweise die Einführung neuer Handy-Modelle. Siemens wolle kontinuierlicher sowie mehr Handys im hochpreisigen Segment auf den Markt bringen. Langfristig soll unter anderem die Software verbessert werden. "Wir müssen uns durch Innovationen differenzieren", sagte Pauly.

Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) hatte sich der Verlust im Geschäftsgebiet Mobile Phones im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Der weltweit viertgrößte Handy-Hersteller begründete dies mit dem Preiskampf in der Branche. Zudem erziele beispielsweise der Branchenprimus Nokia einen etwa 20 Prozent höheren durchschnittlichen Verkaufspreis seiner Mobiltelefone. Siemens steigerte zwar seinen Handy-Absatz, aber musste sinkende Durchschnitts-Verkaufspreise hinnehmen. Im laufenden Schlussquartal des Geschäftsjahres 2003/04 strebt die Handy-Sparte laut Konzernchef Heinrich von Pierer schwarze Zahlen an.

Handys 'Integraler Bestandteil' DES Neuen Bereichs

Pauly betonte, dass Mobiltelefone "integraler Bestandteil" des neuen Bereichs Siemens Communications seien. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2004/05 Anfang Oktober wird Siemens seinen Festnetz- und seinen Mobilfunk-Bereich verschmelzen. Pauly wird die neue Siemens Communications leiten. Der dann größte Konzern-Bereich werde ein wichtiger Spieler auf dem weltweiten Telekom-Markt, sagte Pauly. Siemens sei die Nummer Zwei unter den Telekom-Unternehmen. Die beiden zu fusionierenden Sparten ICM und ICN setzten im vergangenen Geschäftsjahr 17 Milliarden Euro um. Im laufenden Geschäftsjahr (Ende September) soll es mehr sein. Insgesamt arbeiten in den zwei Bereichen derzeit weltweit 60.000 Menschen.

Grundsätzlich soll sich Siemens Communication darauf konzentrieren, technische Innovationen schneller als andere Konkurrenten auf den Markt zu bringen. "Was mich interessiert ist, dass wir schneller wachsen als der Markt und dass wir dabei auf absehbare Zeit wieder richtig Geld verdienen", sagte Pauly. Beide Bereiche seien insgesamt besser als andere Wettbewerber durch die Krise der Telekommunikations-Industrie zwischen 2001 und 2003 gekommen. Zwar habe Siemens seine Umsätze nicht steigern können. "Andere sind aber sehr viel stärker geschrumpft, als wir geschrumpft sind", sagte Pauly.

Hinter der Fusion steht für Siemens die Notwendigkeit, die Mobil- und die Festnetz-Telefonie zusammenzuführen. "Der Kunde darf nicht denken, in welchem Netz er gerade ist. Idealerweise tut dies das Endgerät für ihn." Auch für Telekom-Anbieter sei die Annäherung (Konvergenz) der beiden Telefonien interessant. Außerdem will sich Siemens Communications verstärkt auf Dienstleistungen konzentrieren. "Der Service ist bisher ein Mitläuferprodukt gewesen", sagte der Bereichsvorstand.

Wohl Abbau VON Einigen 100 Stellen

Der Zusammenlegung von ICN und ICM werden Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Nach Aussage von Pauly dürften es einige 100 Stellen sein. Dies betreffe vor allem Arbeitsplätze in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Konzerns, im Marketing oder im Personalbereich. In der Forschung & Entwicklung (F & E) will der Konzern nach Aussage des Siemens-Managers dagegen keine Stellen streichen, sondern zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Dies werde aber nicht in Deutschland geschehen, auch wenn der Heimatmarkt von Siemens derzeit der größte F & E-Standort sei, sondern in Ländern mit niedrigeren Löhnen.

Umstrukturierungskosten sollen bei der Zusammenführung von ICN und ICM nicht anfallen, sagte Pauly. In den vergangenen zwei Geschäftjahren sowie im aktuellen Fiskaljahr habe Siemens in den beiden Sparten die Kosten um etwa 7 Milliarden Euro gesenkt. Einen wichtigen Einsparbeitrag habe der Materialeinkauf geliefert. Aber auch die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich bei gleichzeitigem Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld an den Handy-Standorten Bocholt und Kamp-Linfort senke die Konzernkosten.

'Siemens Mobile' Wird Eingestellt

Unterdessen bestätigte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch einen Bericht von "Focus Online", wonach die Marke "Siemens mobile" mit der Verschmelzung der Bereiche eingestellt werde. Möglich sei eine Ersetzung des Namens durch "Siemens Com" als Kurzform von Siemens Communications. Eine abschließende Entscheidung gebe es aber noch nicht. Mit dem Label "Siemens mobile" wirbt der Konzern beispielsweise auf Fußball-Trikots für seine Handys.

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