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ROUNDUP: Stabilisierung am deutschen Arbeitsmarkt 'noch keine Trendwende'DPA-Datum: 2004-07-06 14:40:17

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Juni nach Einschätzung von Experten stabilisiert. Mit einer Trendwende rechnen die meisten Volkswirte und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement allerdings erst im kommenden Jahr.

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Juni nach Einschätzung von Experten stabilisiert. Mit einer Trendwende rechnen die meisten Volkswirte und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement allerdings erst im kommenden Jahr.

Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni nach vier zum Teil kräftigen Zuwächsen wieder leicht gesunken. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag sank sie um 1.000 zum Vormonat. Von AFX befragte Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg um 10.000 gerechnet. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen verringerte sich um 59.729 auf 4,233 Millionen. Damit sank die Arbeitslosenquote von 10,3 auf 10,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 25.295.

FRÜHJAHRSBELEBUNG

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die Arbeitslosigkeit sei im Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung gesunken. Die konjunkturelle Belebung sei noch nicht stark genug, damit die Betriebe wieder mehr Personal einstellten. Der Einsatz der Arbeitsmarktpolitik wirke einem Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegen, sagte Weise.

Die neuen Arbeitsmarktzahlen bestätigen nach Einschätzung der Commerzbank die erwartete Stabilisierung. Angesichts der nur graduellen Konjunkturbelebung sei mit einer spürbaren Besserung aber erst im kommenden Jahr zu rechnen, schreibt die Commerzbank in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Damit seien die Chancen für eine Belebung der Inlandsnachfrage von dieser Seite begrenzt.

HOFFNUNGSSCHIMMER

Erst ein verstetigter Aufschwung werde zu einem Beschäftigungsaufbau führen, so die DekaBank. "Die nicht mehr steigende Anzahl der Arbeitslosen ist zwar ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber auch das ist in der jetzigen Lage am Arbeitsmarkt schon als Erfolg zu werten."

Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) sieht nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen den Trend zum Abbau von Arbeitsplätzen gestoppt. Zum ersten Mal sei die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr saisonbereinigt nicht mehr gestiegen, sondern leicht zurückgegangen, sagte Clement in Berlin. Mit einer Kehrtwende auf dem Arbeitsmarkt rechne er aber erst in der ersten Hälfte 2005.

MISERE NOCH NICHT GEBROCHEN

Pessimistischer äußerte sich hingegen Barclays Capital. Die Arbeitsmarktmisere sei noch nicht gebrochen. Die Erholung der Wirtschaft wirke sich noch nicht auf den Arbeitsmarkt aus. Angesichts des hohen Anteils der strukturellen Arbeitslosigkeit erscheine eine erhebliche Verbesserung eher unwahrscheinlich.

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