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ROUNDUP: VDA senkt Inlandsprognose - Halbjahresbilanz mit 'Licht und Schatten'DPA-Datum: 2004-07-06 11:43:32

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die noch zu Jahresanfang von der deutschen Autoindustrie beschworene Belebung auf dem deutschen Automarkt ist ausgeblieben. So wurde zwar im Juni ein Neuzulassungsplus von 4 Prozent (310.000 Pkw) erreicht - doch trotz einer immer heftiger ausgefochtenen Rabattschlacht hinkt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zu Ende des ersten Halbjahres mit gut 1,65 Prozent um ein Prozent hinter dem Vorjahresniveau hinterher.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die noch zu Jahresanfang von der deutschen Autoindustrie beschworene Belebung auf dem deutschen Automarkt ist ausgeblieben. So wurde zwar im Juni ein Neuzulassungsplus von 4 Prozent (310.000 Pkw) erreicht - doch trotz einer immer heftiger ausgefochtenen Rabattschlacht hinkt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zu Ende des ersten Halbjahres mit gut 1,65 Prozent um ein Prozent hinter dem Vorjahresniveau hinterher.

Der VDA zog am Dienstag wie bereits von Beobachtern erwartet die Konsequenzen und senkte seine Inlandsprognose. "Wir erwarten nun im Gesamtjahr einen Inlandsmarkt auf Vorjahresniveau, haken aber dennoch das Auto-Jahr 2004 nicht ab", sagte der Chef des Verbands, Bernd Gottschalk am Dienstag in Frankfurt. Noch zu Anfang des Jahres hatte sich Gottschalk zuversichtlich gezeigt, dass der Absatz in Deutschland in diesem Jahr von 3,24 Millionen auf 3,35 Millionen Autos steigen werde.

'DOPPELT GESPALTENER MARKT'

Gleichwohl zog Gottschalk zur Jahresmitte eine Bilanz "mit Licht und Schatten": So sei das deutsche Automobilgeschäft in den ersten sechs Monaten "gekennzeichnet von einem doppelt gespaltenen Markt". Während der Absatz und die Bestellungen von Nutzfahrzeugen in Deutschland "stramm nach oben" zeigten, "haben sich die Erwartungen für eine Belebung auf dem inländischen Pkw-Markt bislang nicht eingestellt."

Unterdessen steigt die Abhängigkeit der deutschen Autobauer vom Export: "Der Export sichert immer mehr die hohe Auslastung unserer Kapazitäten", sagte Gottschalk. Im Juni kletterte die Zahl der Pkw-Ausfuhren um 26 Prozent auf 345.100 Fahrzeuge - allerdings war die Vergleichsbasis wegen des Streiks in Ostdeutschland im vergangenen Jahr entsprechend niedriger. In den ersten sechs Monaten lag der Export um 7 Prozent über seinem Vorjahresniveau.

Der VDA schließt inzwischen sogar nicht mehr aus, dass die zu Anfang des Jahres abgegebene Prognose von 3,7 Millionen exportierter Pkw "trotz aller Unwägbarkeiten auf manchen Auslandsmärkten" sogar noch übertroffen werden könnte.

PREISKAMPF

In Deutschland müssen die Hersteller derweil immer häufiger auf Preisnachlässe zurückgreifen, um ihren Neuwagenverkauf anzukurbeln. So musste selbst der Volkswagen-Konzern die Kauflust für seinen Golf V, der eigentlich wie seine Vorgänger ein Selbstläufer werden sollte, durch die kostenlose Zugabe einer Klimaanlage entfachen.

"Die Hersteller kämpfen zunehmend mit harten Bandagen", sagte Ferdinand Dudenhöfer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). Inzwischen liege das durchschnittliche Rabattniveau bei 13 Prozent, erst im Februar seien es noch 10 Prozent gewesen. Dudenhöfer sieht in Deutschland amerikanische Verhältnisse drohen. In den USA hat die Preisspirale die Gewinne der Konzerne kräftig angenagt, hier sind Rabatte von etwa über 4.000 Dollar üblich.

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