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ROUNDUP: Viacom übernimmt Mehrheit an Viva Media

KÖLN (dpa-AFX) - Der US-Konzern Viacom hat mit dermehrheitlichen Übernahme des Kölner Medienunternehmens Viva Media AG seine Präsenz auf den deutschen Markt verstärkt.

KÖLN (dpa-AFX) - Der US-Konzern Viacom hat mit dermehrheitlichen Übernahme des Kölner Medienunternehmens Viva Media AG seine Präsenz auf den deutschen Markt verstärkt.

Wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten, hat Viacom bereits 75,8Prozent von den Mehrheitsaktionären, zu denen unter anderem Time Warner oder der Musikkonzern Universal gehören, für 12,65 Euro jeAktie erworben. Den freien Aktionären will der Konzern den gleichen Preis fürihre Anteile zahlen. Damit wird die Viva Media AG mit insgesamt 308,8 MillionenEuro bewertet. Der Viva-Vorstand wolle das Angebot unterstützen, hieß es.

'FÜR UNS DER GRÖSSTE UND WICHTIGSTE DEAL'

Zu dem Kölner Unternehmen gehören der Musik-TV-Sender Viva und dieTV-Produktionsfirma Brainpool, die beispielsweise Stefan Raab oder Anke Engelkeproduziert. Viacom wiederum vereint den Konkurrenzsender MTV oder CBS Televisonunter seinem Dach. "Für uns ist es der größte und wichtigste Deal überhaupt",kommentierte der Präsident von MTV Networks International, Bill Rhoedy, dieÜbernahme. Deutschland sei nach den USA der größte Kabel- und Satelliten-Marktund besitze "außerordentliche Wachstumspotenziale".

Zugleich übernehme Viacom auf Grundlage einer gesonderten Vereinbarung denAnteil von Time Warner am Musik-TV Sender VIVA PLUS. Der Musiksender ist einGemeinschaftunternehmen von VIVA Fernsehen GmbH (51%) und Time Warner (49%). EinPreis dafür wurde nicht genannt.

INTEGRATION IN DIE MTV-FAMILIE

MTV will Viva den Angaben nach "komplett in die MTV-Familie integrieren".Das Viva-Management sei von Anfang an in die Pläne miteinbezogen worden.Wettbewerbsrechtliche Probleme sieht der Vizepräsident von MTV Networks Europe,Simon Guild, nicht. "Da befürchten wir nichts."

Der Kauf steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Demdeutschen Publikum könne durch die Verschmelzung eine größere Programmvielfaltgeboten werden, hob Catherine Mühlemann, Managing Director MTV Central &Emerging Markets, die Vorteile hervor. Dazu gehöre auch, das Angebot ausKabelfernsehen, Internet und Musik miteinander zu kombinieren.

Laut Simon Guild entspricht die Offerte von 12,65 Euro je Aktie einemAufschlag von 21 Prozent gegenüber dem gewichteten Durchschnittskurs derViva-Media-Aktie der letzten drei Monate. Am Donnerstagvormittag legte dasPapier infolge der Übernahme um 5,42 Prozent auf 12,65 Euro zu. Bereits in denvergangenen Wochen und Monaten hatten Übernahmespekulationen die Aktiebeflügelt. Zeitungsangaben zufolge hatte auch die Saban Capital Group, desMilliardärs Haim Saban, Interesse an Viva angemeldet, war im Bietverlaufallerdings ausgestiegen.

VORERST KEINE WEITEREN ÜBERNAHMEN GEPLANT

Weitere Übernahmen stehen nach Aussage von Rhoedy für MTV Networks vorerstnicht auf dem Programm. "Wir fokussieren uns voll auf Deutschland". Zwar halteMTV stets nach geeigneten Kandidaten Ausschau, Priorität habe allerdings dasorganische Wachstum.

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