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Roundup VW-Chef: Gesenkte Prognose ist 'Worst-Case' - Einsparziel bleibt

(dpa-AFX) Wolfsburg - VW-Chef < VOW.ETR > Bernd Pischetsrieder hat die am Morgen gesenkte Ergebnisprognose für 2004 als "Worst-Case-Szenario" bezeichnet. Diese Zahl werde bei einem Volumen von 5,1 Millionen weltweit abgesetzten Fahrzeugen erreicht, sagte der Konzernchef. "Sollten wir mehr Autos verkaufen, dürfte sich das Ergebnis verbessern". Die Aktie gab bis zum Handelsschluss einen Teil ihrer Gewinne wieder ab und endete mit einem Plus von 0,86 Prozent auf 32,93 Euro.

(dpa-AFX) Wolfsburg - VW-Chef < VOW.ETR > Bernd Pischetsrieder hat die am Morgen gesenkte Ergebnisprognose für 2004 als "Worst-Case-Szenario" bezeichnet. Diese Zahl werde bei einem Volumen von 5,1 Millionen weltweit abgesetzten Fahrzeugen erreicht, sagte der Konzernchef. "Sollten wir mehr Autos verkaufen, dürfte sich das Ergebnis verbessern". Die Aktie gab bis zum Handelsschluss einen Teil ihrer Gewinne wieder ab und endete mit einem Plus von 0,86 Prozent auf 32,93 Euro.

Der Konzern hatte am Morgen seine Prognose gesenkt. Anstatt des ursprünglich anvisierten operativen Ergebnisses von über 2,5 Milliarden Euro vor Sondereinflüssen, peilt der Konzern nun 1,9 Milliarden Euro an. Bei Volkswagen brennt es derzeit nach Ansicht von Beobachtern an vielen Stellen: So laste Absatzeinbrüche in wichtigen Märkten wie in den USA und China, höhere Aufwendungen für Kaufanreize, enorme Wechselkurseinflüsse, der Auslauf wichtiger Modelle, die Unterauslastung im Stammwerk Wolfsburg und auch der bisherige Flop der Luxus-Wagen-Strategie auf dem Konzern.

Analystenerwartungen Übertroffen

Im ersten Halbjahr war der operative Konzerngewinn vor Sonderposten von 1,22 Milliarden Euro im Vorjahr auf nunmehr 979 Millionen Euro gesunken. Im zweiten Quartal übertraf VW deutlich die Analystenerwartungen. So war der operative Gewinn nach Sonderposten von 616 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 522 Millionen Euro gesunken. Vor Sondereinflüssen steigerte sich das operative Ergebnis von 616 auf 650 Millionen Euro - von dpa-AFX befragte Analysten hatten durchschnittlich mit einem Einbruch auf etwa 462 Millionen Euro gerechnet. Für das kommende Jahr sei er mit der durchschnittlichen Analystenprognose von 4,3 Euro Gewinn je Aktie zufrieden, sagte Pischetsrieder.

Am Freitag sorgten die Angaben des Konzerns zum künftigen Einsparpotenzials aus dem im Frühjahr aufgelegten Kostensenkungsprogramm "Formotion" unter Analysten für große Verwirrung. VW hat mittlerweile "Formotion" und das weitere Ergebnisverbesserungsprogramm, das Einsparungen von jährlich etwa 1 Milliarde Euro vorsah, zusammengelegt. In diesem Jahr sollen die Kosten um "deutlich über 1 Milliarde" gesenkt werden. Dieses Einsparziel sei aber "konservativ" geschätzt, sagte Pötsch.

Ursprünglich hatte der Konzern in diesem Jahr ein Einsparziel etwa 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro anvisiert. Allerdings fallen in diesem Jahr voraussichtlich noch 400 Millionen Euro Belastungen aus dem Anlauf von "Formotion" an, die das Sparvolumen wieder schmälerten, sagte Pötsch. Im kommenden Jahr dürften hingegen kaum noch Belastungen anfallen, ergänzte der Manager. Dann sollten mit "Formotion" Einsparungen von mindestens 3 Milliarden Euro realisiert werden. Insgesamt bleibe so das ursprüngliche Einsparziel von 4 Milliarden bestehen, betonte Pötsch. Bis Ende des zweiten Quartals sind die Kosten bislang um 400 Millionen gesenkt worden.

Gespräche MIT ABU Dhabi Laufen

Unterdessen laufen die Gespräche über einen Einstieg des Emirats Abu Dhabi weiter. Volkswagen wolle die Gespräche mit dem Wüsten-Emirat bis Ende September abschließen, sagte Pischetsrieder. VW will die von ihm selbst gehaltenen eigenen Aktien an Abu Dhabi verkaufen. Es müsse jedoch ein für beide Seiten akzeptabler Preis gefunden werden, sagte Pischetsrieder. Zusammen mit Abu Dhabi und Saudi Arabien will Volkswagen das größte europäische Flottenmanagement-Unternehmen Leaseplan bis Herbst für zwei Milliarden Euro übernehmen.

Nach dem jüngsten Absatzeinbruch in China, dem der Konzern mit Milliarden-Investitionen und zwei neuen Joint Ventures begegnen will, hält der Konzern weiterhin einen Marktanteil von 30 Prozent für realistisch. Dies sei aber nicht das vorrangigste Ziel. VW will seine Position als Marktführer in China verteidigen. Zuletzt hatte der Autobauer in China in einem stärker werdenden Wettbewerb stetig Marktanteile verloren. In diesem Jahr erwartet der Konzern in China ein Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent.

Pischetsrieder Pessimistisch FÜR US-Geschäft

Pessimistisch gab sich Pischetsrieder für die weitere Entwicklung in den USA. Im ersten Halbjahr hatte Volkswagen in den USA 8,6 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert und einen Verlust von 503 Millionen Euro eingefahren (Vj: plus 59 Mio Euro)

Als Reaktion auf die Zahlen senkte die Rating-Agentur Fitch am Freitag ihre Einstufung vorrangig ungesicherten Schulden auf "A-" von zuvor "A". Sie kappten außerdem ihr Kurzfrist-Rating auf "F2" nach bisher "F1". Der Ausblick ist negativ. Wenige Wochen zuvor hatten bereits Moody's und Standard & Poor's das Rating gesenkt.

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