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ROUNDUP: Weiterhin schleppende Konjunkturerholung in der EurozoneDPA-Datum: 2004-06-30 14:58:19

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Konjunkturdaten haben nach Einschätzung von Ökonomen das Bild einer zögerlichen und unausgewogenen Erholung der Eurozone bestätigt. Sorge bereitet überdies die Inflation, die im Juni trotz der Normalisierung bei den Ölpreisen nur geringfügig zurückging.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Konjunkturdaten haben nach Einschätzung von Ökonomen das Bild einer zögerlichen und unausgewogenen Erholung der Eurozone bestätigt. Sorge bereitet überdies die Inflation, die im Juni trotz der Normalisierung bei den Ölpreisen nur geringfügig zurückging.

Enttäuscht zeigten sich Volkswirte vor allem vom überraschend eingetrübten Wirtschaftsklima. Der Gesamtindex von Unternehmen und Verbrauchern sank im Juni überraschend auf 99,8 Punkte nach 100,1 Punkten im Vormonat, wie die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten im Durchschnitt hingegen einen leichten Anstieg auf 100,4 Punkte erwartet.

VERBRAUCHER FASSEN VERTRAUEN

Volkswirt Julian Seetharamdo von Capital Economics machte für den Rückgang die eingetrübte Stimmung im Dienstleistungs- und Einzelhandelssektor verantwortlich. Der Teilindex für das Dienstleistungsgewerbe sank auf 10 Punkte von 13 Punkten, während der Teilindex für den Einzelhandel auf minus 10 nach minus 7 Zählern zurückging.

Der Anstieg des Teilindex für das Verbrauchervertrauen bewerteten Volkswirte hingegen nicht allzu hoch. Die Experten von Goldman Sachs wiesen darauf hin, dass der Index weiterhin unter seinem historischen Durchschnitt von minus 12 liege. Auch Volkswirt Phyllis Papadavid von Lehman Brothers warnte trotz dieser positiven Entwicklung vor zu großem Optimismus. Der Teilindex war im Juni auf minus 14 Punkte nach zuvor minus 16 Punkten gestiegen.

INFLATION ÜBER 2 PROZENT

Unterdessen verharrte die Inflationsrate im Euroraum im Juni erneut über der Zwei-Prozent-Marke, bis zu der nach Definition der Europäischen Zentralbank (EZB) Preisstabilität herrscht. Steigende Inflationserwartungen und ein sich ausweitendes Inflationsgefälle in der Eurozone dürften der EZB das Leben schwerer machen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der HypoVereinsbank.

Die Commerzbank hält im Gegensatz zur EZB einen Rückgang der Jahresinflationsrate in 2005 von unter 2,1 Prozent für unwahrscheinlich. Der kräftige Anstieg der Energiepreise werde sich mit der üblichen zeitlichen Verzögerung auch bei der Kernteuerung bemerkbar machen. Hinzu komme die nachlassende preisdämpfende Wirkung der Euro-Aufwertung. Dies macht nach Einschätzung der Commerzbank eine Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Jahr 2004 nötig.

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