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Roundup WSJ: Merck-Arznei Vioxx hat eventuell 27 000 Herzanfälle verursacht

Nach Presseinformationen sieht die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA das in der vergangenen Woche wegen Nebenwirkungen vom Markt genommenen Merck & Co-Schmerzmittel Vioxx möglicherweise in Zusammenhang mit mehr als 27 000 Herzattacken.

dpa-afx NEW YORK. Nach Presseinformationen sieht die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA das in der vergangenen Woche wegen Nebenwirkungen vom Markt genommenen Merck & Co-Schmerzmittel Vioxx möglicherweise in Zusammenhang mit mehr als 27 000 Herzattacken.

Wie das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf einen FDA-Bericht für Senator Charles Grassley berichtet, hätten im Zeitraum der Vioxx-Zulassung im Jahr 1999 bis 2003 rund 27 785 Herzattacken verhindert werden können, wenn anstelle von Vioxx das Pfizer-Konkurrenzprodukt Celebrex verwendet worden wäre.

Die berichtete Zahl von mehr als 27 000 Herzattacken basiere nicht auf tatsächlichen Zahlen, sondern auf einer Modellrechnung. Dieser Rechnung lägen Patientenzahlen des US-Gesundheitsdienstleisters Kaiser Permanente zugrunde, heißt es in dem Artikel.

Hiobsbotschaft FÜR Merck & CO - Vermarkungsstopp FÜR Vioxx

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hatte vergangenen Donnerstag mit dem Arthrosemedikament Vioxx eines seiner umsatzstärksten Mittel wegen des Risikos von Herz- und Schlaganfällen weltweit vom Markt genommen. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen mit dem so genannten COX-2-Hemmer 2,5 Mrd. Dollar Umsatz. Vioxx ist neben dem Cholesterinsenker Zocor das wichtigste Medikament für Merck. Insgesamt hatte das Unternehmen 2003 rund 22,5 Mrd. Dollar umgesetzt. Auf den Verkaufsstopp reagierte die Aktie daraufhin mit einem Kursstutz um mehr als 25 Prozent.

Merck & CO: Kein Kommentar

Ein Merck-Sprecher in den USA hatte einen Kommentar zu dem Bericht mit der Begründung abgelehnt, dass die gesamte Studie noch nicht abschließend beurteilt werden konnte. Bei der deutschen Merck & Co-Tochter in München war vorerst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Branchenbeobachter Rechnen MIT Klagewelle

In den USA ist bereits die erste Sammelkage gegen Merck & Co eingegangen. Die Anwaltskanzleien Federman & Sherwood und Strong sowie Martin & Associates hatten am Donnerstag eine Sammelklage bei einem US-Bundesgericht in Oklahoma-City Klage eingereicht. Darin wird dem Konzern vorgeworfen, die Öffentlichkeit und Gesundheitsdienstleister nicht über die Risiken von Vioxx informiert zu haben. Der Konzern hat keine Verbindung zu der deutschen Merck Kgaa .

FDA Will Vergleichbare Produkte 'Genau Kontrollieren'

Die US-Gesundheitsbehörde FDA will nun vergleichbare Produkte anderer Hersteller unter die Lupe nehmen. "Merck hat das Richtige getan", sagte der FDA-Leiter Lester Crawford. Die FDA werde "genau kontrollieren", ob bei anderen Präparaten dieser Gattung ähnliche Nebenwirkungen auftreten. Merck hat bei den so genannten COX-2-Inhibitoren zwei Konkurrenten: Pfizer mit Celebrex und Novartis mit Prexige.

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