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ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen erholt - Franz: 'Anstieg enttäuschend'

MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung inDeutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im Juni zum erstenMal nach fünf Rückgängen in Folge wieder etwas aufgehellt. Nach der am Dienstagin Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für EuropäischeWirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 46,4Punkten im Vormonat auf 47,4 Punkte gestiegen.

MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Aussichten auf eine Konjunkturerholung inDeutschland haben sich nach Einschätzung von Finanzexperten im Juni zum erstenMal nach fünf Rückgängen in Folge wieder etwas aufgehellt. Nach der am Dienstagin Mannheim veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums für EuropäischeWirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungen von 46,4Punkten im Vormonat auf 47,4 Punkte gestiegen.

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW),Wolfgang Franz, hat den leichten Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen im Junijedoch als "enttäuschend" bezeichnet. "Die gute Nachricht ist zwar, dass derAbwärtstrend der Erwartungen vorerst gestoppt ist", sagte Franz. "Aber dieHoffnungen auf einen deutlichen Anstieg haben sich nicht erfüllt, obwohl einigerealwirtschaftliche Daten in Richtung einer konjunkturellen Erholung deuten".Der Indikator signalisiere weiterhin vorsichtigen Optimismus für eine weitereKonjunkturerholung. Belastend wirke sich jedoch der nach wie vor hohe Ölpreisaus, der nicht zuletzt für den aufkommenden Inflationsdruck und die steigendenZinserhöhungserwartungen verantwortlich sei.

EXPORTMOTOR GEFÄHRDET

Die Diskussion um ein bevorstehendes Abflauen der Weltkonjunktur hat nachEinschätzung der Commerzbank einen Umschwung bei den ZEW-Konjunkturerwartungenim Juni verhindert. Eine Abschwächung der Weltkonjunktur dürfte auch dendeutschen Exportmotor ins Stocken bringen, heißt es in einer Studie. Zu derStabilisierung des Indikators dürfte die Beruhigung an den Rohölmärkten und dierelative stabile Lage der Wechselkurse beigetragen haben.

Trotz des leichten Anstiegs des ZEW-Index im Juni bleibt nach Einschätzungder Fondsgesellschaft Invesco der Abwärtstrend des Index weiter intakt.Hauptgründe für die freundlichere Stimmung der Finanzmarktakteure seien derRückgang des Ölpreises und die anziehenden Aktienkurse, heißt es in einer amDienstag veröffentlichten Studie. 2003 sei der Indikator wegenüberoptimistischer Konjunkturerwartungen auf ein unhaltbar hohes Niveaugeklettert. Der ZEW-Indikator weise derzeit zu Recht auf noch bestehende Risikender exportgetriebenen Belebung der deutschen Wirtschaft hin.

VERBESSERTE LAGEBEURTEILUNG

Die aktuelle Konjunktursituation in Deutschland wurde hingegen mit minus69,8 Punkte besser beurteilt als noch im Vormonat, als sie bei minus 75,9Punkten gelegen hatte. Verantwortlich für diese verbesserte Beurteilung sei diegestiegene Industrieproduktion und besser als befürchtet ausgefalleneArbeitsmarktdaten.

Das ZEW befragt monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anlegernach ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- undKapitalmarktentwicklung. Der Index gibt die Differenz der positiven undnegativen Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschlandauf Sicht von sechs Monaten wider.

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