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Roundup2: Altana erhöht Prognose nach starkem 3. Quartal - Zukäufe geplant

Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat nach einem teils deutlich über den Erwartungen liegenden 3. Quartal seine Prognose für 2004 angehoben und Zukäufe in verschiedenen Geschäftsbereichen angekündigt.

dpa-afx BAD HOMBURG. Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat nach einem teils deutlich über den Erwartungen liegenden 3. Quartal seine Prognose für 2004 angehoben und Zukäufe in verschiedenen Geschäftsbereichen angekündigt. Dabei profitierte Altana im Quartal vor allem von einem robusten Chemiegeschäft und einem Erlösanstieg bei seinem Hauptmedikament Pantoprazol. Zugleich unterstrich Vorstandschef Nikolaus Schweickart am Donnerstag, dass die Chemiesparte weiterhin zum Kerngeschäft gehöre und durch Zukäufe gezielt ausgebaut werden soll.

Trotz hoher Wachstumsraten sei das Potenzial in der Chemiesparte noch "bei weitem nicht ausgeschöpft", sagte Schweickart. "Die Chemiesparte steht nicht zum Verkauf und gehört weiterhin zum Kerngeschäft", kommentierte der Vorstandschef entsprechende Spekulationen. Für das strategische Wachstum seien vielmehr Akquisitionen zur Stärkung bestehender oder angrenzender neuer Geschäftsfelder geplant. Unmittelbar stehe eine Übernahme aber nicht bevor. Bei einem größeren internationalen Zukauf werde Altana aber überlegen, wie das Geschäft danach aufgestellt werde.

Ausblick Teilweise Angehoben

Altana ist trotz hoher Forschungs- und Entwicklungskosten für die beiden Atemwegsprodukte Alvesco und Daxas weiter auf Rekordkurs. Die Prognose wurde teilweise angehoben: "Das Plus beim Überschuss wird zwar nicht bei 15 Prozent liegen, aber wir erwarten 2004 ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich", sagte Schweickart. Bisher hatte das Dax-Unternehmen ein Plus am oberen Ende von fünf bis sieben Prozent in Aussicht gestellt. Der Konzern, an dem die Quandt-Erbin Susanne Klatten 50,10 Prozent hält, erwartet 2004 weiterhin ein Umsatzwachstum von acht bis neun Prozent. Das Vorsteuerergebnis werde erstmals die Marke von 600 Mill. Euro überschreiten und damit höher als die bisher erwartete gut 600 Mill. Euro ausfallen.

Mit seinen Zahlen zum dritten Quartal übertraf Altana die Durchschnittschätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten teils deutlich. Angetrieben von Chemiegeschäft und dem Umsatzanstieg beim bisher wichtigsten Medikament Pantoprazol (USA: Protonix) kletterte der Umsatz um zehn Prozent auf 751 Mill. Euro. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um 16 Prozent auf 165 Mill. Euro, während das operative Ergebnis (Ebit) um 18 Prozent auf 162 Mill. Euro anstieg. Der Konzerngewinn wuchs um satte 34 Prozent auf 105 Mill. Euro. Der deutliche Anstieg ist laut Finanzvorstand Hermann Küllmer auch auf die günstige Steuerquote von 38 Prozent im dritten Quartal zurückzuführen.

Analysten Zumeist MIT Positiven Kommentaren

Analysten äußerten sich positiv zu den vorgelegten Altana-Ergebnissen. "Die Ertragszahlen waren sehr gut und der Umsatz lag am obersten Rand der Erwartungen", sagte Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler. Ein Grund für das verbesserte Nettoergebnis sei wohl auch die günstigere Steuerquote. Während die Chemiesparte mit einem kräftigen Umsatzplus überrascht habe, sei die Pharmasparte in diesem Quartal nicht der absolute Wachstumstreiber gewesen. An der Börse gab das Altana-Papier einen Teil seiner frühen Gewinne wieder ab und büßte zuletzt um 0,39 Prozent auf 40,89 Euro ein.

Pantoprazol Soll 2005 Zweistellig Zulegen

Die Wachstumsgeschichte für Pantoprazol ist nach Altana-Lesart noch nicht vorbei: "Wir erwarten 2005 ein ähnlichen Umsatzwachstum wie 2004", sagte Pharmavorstand Hans-Joachim Lohrisch. Für dieses Jahr rechnen die Bad Homburger mit einem weltweiten Pantoprazol-Marktumsatz von unverändert zweistelligen Zuwachsraten in lokalen Währungen. Im dritten Quartal stieg der Eigenumsatz mit dem Magen-Darmmedikament um elf Prozent auf 303 Mill. Euro. Einschließlich aller Vertriebspartner sei der Umsatz um 1 Prozent auf 602 Mill. Euro gestiegen, sagte ein Altana-Sprecher.

Der hart umkämpfte US-Markt für so genannte PPI-Medikamente zu denen Protonix gehört, war nach der Zulassung von generischem Omeprazol von Schwarz Pharma und anderen Anbietern zu dem Originalmedikament Prilosec von Astrazeneca und einer OTC-Version (Over the Counter, rezeptfrei) von Procter & Gamble unter Druck geraten. Zudem hatte Altana-Vertriebspartner Wyeth in den USA kürzlich für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang mit Protonix um sieben Prozent gemeldet. Dies belastete das Altana-Papier.

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In den ersten neun Monaten stieg im Pharmageschäft der Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro auf 1,6 Mrd.. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich trotz hoher Aufwendungen für die Entwicklung der beiden Atemwegsmedikament Alvesco und Daxas um zwei Prozent auf 406 Mill. Euro. Zukäufe plant Altana zudem im noch zu etablierenden Onkologie-Geschäft. Schweickart begrüßte zudem die Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush, die weiterhin einen freien Markt für innovative Pharmamedikamente garantieren dürfte. Im Chemiegeschäft steigerten die Bad Homburger den Umsatz um 16 Prozent auf 659 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte dabei überproportional um 35 Prozent auf 95 Mill. Euro. Hier habe sich die ab 2004 geänderte Goodwillabschreibung mit plus acht Mill. Euro ebenfalls ausgewirkt.

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