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Roundup2: Auch Opel will an Kostenschraube drehen - keine Details vorgelegt

Nach Daimlerchrysler und Volkswagen verlangt auch die General Motors-Tochter Opel von seinen 32 000 Beschäftigten in Deutschland Einschnitte bei Einkommen, Sozialleistungen und Arbeitszeit. Ein entsprechender Forderungskatalog sei den Arbeitnehmervertretern bei Verhandlungen mit dem Vorstand am Dienstag vorgelegt worden, teilte der Opel-Gesamtbetriebsrat am Mittwoch in Rüsselsheim mit.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Nach Daimlerchrysler und Volkswagen verlangt auch die General Motors-Tochter Opel von seinen 32 000 Beschäftigten in Deutschland Einschnitte bei Einkommen, Sozialleistungen und Arbeitszeit. Ein entsprechender Forderungskatalog sei den Arbeitnehmervertretern bei Verhandlungen mit dem Vorstand am Dienstag vorgelegt worden, teilte der Opel-Gesamtbetriebsrat am Mittwoch in Rüsselsheim mit.

Die Betriebsräte verlangen eine Beschäftigungssicherung bis mindestens 2010 sowie Kapazitäts- und Entwicklungszusagen für die deutschen Standorte. Die bestehenden Einkommen und Tarifverträge müssten gesichert werden und die Ausbildung erhalten bleiben. Das Unternehmen wollte sich auf Anfrage zu Details nicht äußern. Die Adam Opel AG schrieb 2003 operative Verluste in Höhe von 384 Mill. ? und steht wie seine Wettbewerber unter hohem Kostendruck.

Vertraulichkeit IN Tarifrunde

Beide Seite betonten, es sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Die Gespräche, die bis Ende Oktober gehen könnten, würden fortgesetzt. Vorstand und Betriebsrat wollen damit offenkundig eine konfliktreiche öffentliche Auseinandersetzung verhindern. Bei Daimlerchrysler hatte es in der Tarifrunde im Juli kurzfristige Streiks gegeben, bei VW, wo die Verhandlungen am 15. September beginnen, wird der Ton ebenfalls rauer.

Während bei VW ein neuer Haustarifvertrag verhandelt wird, geht es bei Opel um die Umsetzung des Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie. Für beide Autobauer gilt, dass die Beschäftigten mehr als der normale Metallarbeiter verdienen. Deshalb könnten Lohnerhöhungen verrechnet oder Zulagen gestrichen werden. In den vergangenen beiden Jahren hatten Opel-Beschäftigte bereits Teile ihres Weihnachtsgeldes gestundet.

GM Will Lohnkosten Europaweit Drücken

In den vergangenen Wochen wurden die Gespräche von dem bevorstehenden Umbau des Europa-Geschäfts von General Motors (GM) überschattet, zu dem neben Opel auch Saab und Vauxhall gehören. Empört war der Betriebsrat, dass Teile der Produktion des Kompakt-Vans Zafira von Bochum ins polnische Gliwice verlagert werden - und nicht ins hochmoderne, aber derzeit nicht ausgelastete Stammwerk Rüsselsheim.

Unklar ist bislang, wie hoch das angestrebte Sparvolumen bei Opel ist. Die Konzernmutter GM will mit ihrer angekündigten Neuorganisation in Europa insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen. Der neue GM-Europa-Präsident und Ex-Opel-Chef Carl-Peter Forster hatte erklärt, die Lohnstückkosten in den deutschen Werken müssten im zweistelligen Prozentbereich sinken.

Opel Lehnt WIE VW Garantien AB

Der neue Opel-Chef Hans Demant hatte eine Beschäftigungsgarantie abgelehnt. Für die deutschen Werke gehe es im konzerninternen Wettbewerb mit den anderen Standorten in Europa darum, Effizienz und Produktivität deutlich zu steigern. Opel hat Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern (Motoren).

Neben Opel wird derzeit auch bei Europas größtem Autokonzern VW um drastische Kostensenkungen und neue Tariflösungen gerungen. VW will bis 2011 seine jährlichen Personalkosten von 6,8 auf 4,8 Mrd. ? verringern. Jobgarantien lehnen die Wolfsburger ebenfalls ab.

Bei Daimlerchrysler hatten sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat/IG Metall nach einem wochenlangen Konflikt Ende Juli auf ein 500-Millionen-Euro-Sparpaket verständigt. Daraufhin garantierte der Konzern die 160 000 deutschen Jobs der Mercedes Car Group bis zum Jahr 2012.

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