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Roundup2: Bei Opel droht Konflikt um 40-Stunden-Woche - Drastischer Sparplan

In den Verhandlungen um drastische Sparmaßnahmen erwägt der Autokonzern Opel auch eine Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Das geht aus einem in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) veröffentlichten internen Papier hervor. Dabei handele es sich um die Auflistung von Einsparpotenzialen, die der Vorstand am Dienstag dem Betriebsrat vorgelegt habe, bestätigte ein Unternehmenssprecher.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. In den Verhandlungen um drastische Sparmaßnahmen erwägt der Autokonzern Opel auch eine Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Das geht aus einem in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) veröffentlichten internen Papier hervor. Dabei handele es sich um die Auflistung von Einsparpotenzialen, die der Vorstand am Dienstag dem Betriebsrat vorgelegt habe, bestätigte ein Unternehmenssprecher.

Weitere Punkte seien der Verzicht auf Tariferhöhungen bis 2009 und die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld, Schichtzulagen und Erholzeiten. Auch der Betriebsrat selbst soll sparen: Die Zahl der freigestellten Betriebsräte könnte verringert werden. Die General Motors-Tochter Opel schrieb 2003 operative Verluste in Höhe von 384 Mill. ? und steht unter hohem Kostendruck.

Der Gesamtbetriebsrat wollte zu der Veröffentlichung der Liste keine Stellung nehmen. Die Arbeitnehmervertreter fordern für die rund 32 000 Opel-Beschäftigten in Deutschland eine Beschäftigungsgarantie bis mindestens 2010 sowie Kapazitätszusagen für die einzelnen Standorte (Rüsselsheim, Bochum, Eisenach, Kaiserslautern).

Sparliste Wird Intern Diskutiert

Die Auflistung der Sparmaßnahmen habe der Vorstand auf Wunsch des Betriebsrats vorgelegt, sagte der Opel-Sprecher. "Sie ist ein Diskussionskatalog, der keine Wertung enthält." Konkrete Einsparsummen seien zu den einzelnen Punkten nicht genannt worden. Das Unternehmen bleibe bei seiner Linie, die Vorschläge weiterhin intern diskutieren zu wollen.

Auf diese Vorgehensweise hatten sich beide Seiten bei der Wiederaufnahme der Gespräche über einen "Zukunftsvertrag" nach den Werksferien geeinigt. Damit hebt sich Opel von den Autokonzernen Daimlerchrysler und Volkswagen ab, bei denen die Diskussion um Spareinschnitte in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde.

Bei VW beginnen die Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag am 15. September. Daimlerchrysler hatte im Juli ein Sparpaket von jährlich 500 Mill. ? verabschiedet, im Gegenzug wurde eine Arbeitsplatzgarantie bis 2012 zugesichert.

GM Will Kosten Drastisch Senken

Bei Opel ging es ursprünglich um die Umsetzung des Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie. Durch die Pläne für eine Umstrukturierung des Europa-Geschäfts der Konzernmutter General Motors (GM) kam jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte grundsätzlich auf den Prüfstand.

Die Forderung nach einer Arbeitszeitverlängerung steht zunächst im krassen Widerspruch zur Praxis im Stammwerk Rüsselsheim: Dort gilt wegen mangelnder Auslastung bis Ende des Jahres eine 30-Stunden-Woche bei teilweisem Lohnausgleich. Der Betriebsrat sprach sich dafür aus, das Arbeitszeitmodell fortzusetzen.

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