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Roundup2: Charley trifft Versicherer - Allianz sieht zweistelligen Mio-Betrag

Nach dem verheerenden Hurrikan "Charley" in den USA hat die Allianz als erster der großen Versicherer eine Prognose zu den erwarteten finanziellen Belastungen abgegeben. Diese würden nach einer ersten Überprüfung maximal in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe liegen, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Helmut Perlet am Montag in einer Telefonkonferenz auf Basis einer ersten Prüfung des konzerneigenen US-Sachversicherers Fireman's Fund.

dpa-afx MIAMI/FRANKFURT. Nach dem verheerenden Hurrikan "Charley" in den USA hat die Allianz als erster der großen Versicherer eine Prognose zu den erwarteten finanziellen Belastungen abgegeben. Diese würden nach einer ersten Überprüfung maximal in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe liegen, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Helmut Perlet am Montag in einer Telefonkonferenz auf Basis einer ersten Prüfung des konzerneigenen US-Sachversicherers Fireman's Fund.

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück dagegen konnte am Montag die Risiken noch nicht beziffern. "Das müssen wir in Ruhe sondieren", sagte ein Konzernsprecher in München. Erste Angaben seien vielleicht noch am Montag, eventuell aber erst am Dienstag möglich. Die Aktie der Münchener Rück gab nach. Das Papier war am Vormittag bei 74,50 ? um 0,76 % leichter, während der DAX zugleich um 0,11 % auf 3 641,12 Punkte sank.

LRP: 'Charley' Könnte ZU Gewinnminus Führen

Am Wochenende hatte "Charley", der schlimmste Sturm seit 1992, im Südosten der USA gewütet und Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Die Landesbank Rheinland-Pfalz LRP schloss in einer ersten Analyse sinkende Gewinnschätzungen bei Münchener Rück, Hannover Rück und Swiss Re nicht aus.

Ein Händler in Frankfurt meinte, es dränge sich ein Vergleich mit dem Hurrikan "Andrew" im Jahre 1992 auf. Damals wurden in Louisiana und Florida Schäden von schätzungsweise 30 Mrd. $ angerichtet. Das schüre nun Ängste über vergleichbare Belastungen für die wichtigen Rückversicherer, selbst wenn erste Schätzungen von einem geringeren Schaden bei "Charley" ausgingen.

Auch bei der Hannover Rück rechneten am Montag die Experten. Ein Frankfurter Analyst meinte, "Charley" könnte den Konzern bis zu 10 % des erwarteten Jahresgewinns von 430 Mill. ? kosten. Der vergleichbare Hurrikan "Andrew" habe 1992 zu Kosten von 60 Mill. ? geführt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, erste Schätzungen könnten am Montagnachmittag vorliegen.

Die Swiss Re wollte auf Anfrage die Auswirkungen von "Charley" nicht kommentieren. "Falls es notwendig wird, werden wir den Markt informieren", sagte ein Sprecher der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft.

Prognoseunsicherheit

Die Landesbank Rheinland-Pfalz LRP sprach am Montag von einer "großen Prognoseunsicherheit". Die versicherten Schäden dürften sich auf fünf Mrd. bis zehn Mrd. $ belaufen. "Kürzungen bei den Gewinnschätzungen für 2004 schließen wir nicht aus", schrieb Analyst Jochen Schmitt am Montag. "Allerdings könnte das Prämienniveau am Rückversicherungsmarkt aufgrund dieser Katastrophe weiter hoch bleiben beziehungsweise in einzelnen Bereichen sogar steigen." Die LRP bewerte die Aktien der drei Rückversicherer weiter mit "Outperformer".

US-Experten: Schäden Könnten Über 20 MRD Dollar Liegen

"Grundsätzlich sind unsere Gewinnschätzungen bei der Hannover Rück und der Münchener Rück insofern mit Vorsicht versehen, da wir angesichts einer möglichen Zunahme von Naturkatastrophen im zweiten Halbjahr unsere Annahmen konservativ gewählt haben", schrieb Schmitt. "Ob allerdings der Hurrikan Charley diesen Puffer nicht bereits mehr als ausreizt, können wir ad hoc zumindest nicht ausschließen." Bei der Swiss Re falle eine erste Einschätzung möglicher Folgen auf die Gewinnsituation 2004 schwer, da die Schweizer noch keinen Halbjahresbericht vorgelegt hätten.

US-Wirtschaftsanalysten erklärten, die Gesamtschäden in Florida könnten sehr wohl mehr als 20 Mrd. $ (rund 16,2 Mrd. ?) betragen. Selten zuvor sei ein Hurrikan mit andauernder Stärke durch ein derart großes Gebiet gerast, zitierte die "New York Times" Karen Clark von AIR Worldwide, einer Bostoner Firma für Schadensschätzung.

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