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Roundup2: Daimler-Chrysler steigert Quartalsgewinn - Mercedes-Gewinneinbruch

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler hat trotz eines drastischen Gewinneinbruchs bei Mercedes im dritten Quartal den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr steigern können.

dpa-afx STUTTGART. Der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler hat trotz eines drastischen Gewinneinbruchs bei Mercedes im dritten Quartal den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Mit einer Steigerung um sieben Prozent auf 1,3 Mrd. Euro wurden die Markterwartungen jedoch leicht verfehlt. Die 20 von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Operating Profit von 1,406 Mrd. Euro gerechnet.

Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag aber sein Ziel für 2004, den bereinigten Operating Profit des Vorjahres von rund 5,1 Mrd. Euro "deutlich" zu übertreffen. Nach neun Monaten habe man bereits 5,0 Mrd. Euro operativ verdient. Der Quartalsumsatz stieg leicht von 34,587 auf 34,9 Mrd. Euro. Die Experten hatten 35,382 Mrd. Euro vorausgesagt. Der Umsatz soll im Gesamtjahr auf rund 145 Mrd. nach 136,6 Mrd. Euro im Vorjahr ansteigen. Der Konzernabsatz (PKW, LKW, Transporter, Busse) soll von 4,3 auf 4,8 Mill. zulegen.

Mercedes-Krise

Bei der wichtigsten Sparte Mercedes Car Group (Mercedes, smart, Maybach) schrumpfte der Gewinn um 62 Prozent, teilte Daimler-Chrysler mit. Der Operating Profit ging auf 304 Mill. Euro (Vj 793 Mio) zurück. Auch der Umsatz schrumpfte auf 12,1 (12,74) Mrd. Euro. Obwohl die Mercedes Car Group ihren Vorjahresabsatz von 1,2 Mill. Einheiten leicht übertreffen werde, bleibe der Gewinn im Gesamtjahr wesentlich unter dem Vorjahresniveau, hieß es.

Der bislang rückläufige Absatz, hohe Kosten für neue Modelle und zur Beseitigung von Qualitätsproblemen (dreistelliger Millionenbetrag) sowie Währungsverluste führten zu dem Ergebnisrückgang im Quartal. Allein Mercedes-Benz verkaufte mit 256 600 rund 17 000 Fahrzeuge weniger Autos als im Vorjahr. Vor allem in Deutschland schwächelte der Absatz mit minus 13 Prozent, während er in den USA um zwölf Prozent zulegte.

Die Daimler-Chrysler-Aktie gewann zunächst stark, lag nach einer Berg- und Talfahrt dann im frühen Nachmittagshandel nahezu unverändert bei 32,73 Euro.

Nettogewinn Verdoppelt

Der Konzerngewinn stieg im dritten Quartal auf 1,0 Mrd. Euro und übertraf damit den Reingewinn des gesamten Vorjahres um mehr als das Doppelte. Das Ergebnis je Aktie kletterte von minus 1,63 Euro auf plus 0,94 Euro und übertraf damit die Prognose der Analysten (0,72) deutlich. In den ersten neun Monaten des Jahres legte der operative Gewinn um 51 Prozent auf 5,0 Mrd. Euro zu. Der Umsatz stieg per Ende September um drei Prozent auf 104,3 Mrd. Euro.

Der operative Gewinn im Konzern wurde durch negative Sonderbelastungen unter anderem bei den Nutzfahrzeugen (405 Mill. Euro für Rückrufaktionen bei Mitsubishi Fuso) und Aufwendungen für Toll Collect (119 Mill. Euro) belastet. Es gab aber auch Einmalerträge (120 Mill. Euro Adtranz-Verkauf, 60 Mill. Euro Auflösung Hyundai-Motoren-Kooperation). Der Operating Profit wurde somit per saldo um Sondereffekte in Höhe von 448 Mill. Euro belastet und wäre ohne die Einmaleffekte auf 1,78 Mrd. Euro gestiegen.

Chrysler Legt Weiter ZU

Die Quartalszahlen fielen nach einer ersten Einschätzung eines Münchener Analysten ganz leicht über den Prognosen aus. Allerdings habe ihn die Struktur überrascht: "Wenn Mercedes-Benz nur die Hälfte verdient hat, dann haben die ein Problem", sagte er. Hier hätten die Daten klar enttäuscht, während er die Entwicklung bei der US-Tochter Chrysler als auch in der Nutzfahrzeugsparte als "sehr beeindruckend" bezeichnete.

Das einstige Sorgenkind Chrysler konnte dagegen den Gewinn erneut steigern. Der US-Autobauer legte beim Operating Profit von 147 Mill. Euro auf 217 Mill. Euro zu und hat in neun Monaten bereits eine Millliarde Euro verdient (Vorjahreszeitraum 650 Mill. Euro Verlust). Der Absatz stieg um drei Prozent auf 651 900 Autos. Der Umsatz ging von 12,49 auf 11,5 Mrd. Euro zurück.

Fuso Belastet Nutzfahrzeuge

Der operative Gewinn der Nutzfahrzeuge erreichte trotz Fuso noch 159 Mill. Euro nach 237 Mill. Euro im Vorjahr. Allein in den ersten beiden Quartalen hatte der weltweit größte Hersteller von Lastwagen und Bussen aber bereits einen Gewinn von 736 Mill. Euro erreicht. Der Nfz-Spartenumsatz im Quartal stieg rasant um 36 Prozent auf 9,2 Mrd. Euro.

Die Dienstleistungen erhöhten ihren operativen Gewinn auf 412 (284) Mill. Euro. Im Segment Übrige Aktivitäten wurde ein Gewinn von 258 Mill. Euro erzielt (Vj Verlust 104 Mill. Euro). Die Daimler-Chrysler-Bank habe im Quartal mit einem Neugeschäft von 1,9 Mrd. Euro ihr Vertragsvolumen um zehn Prozent auf 13,9 Mrd. Euro gesteigert.

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