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ROUNDUP2 Hannover Rück: Bis Ende Juli Entscheid über Angebot für US-PortfolioDPA-Datum: 2004-06-29 17:05:54

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück < HNR1.ETR > entscheidet voraussichtlich bis Ende Juli über ein Angebot für das Portfolio eines US-amerikanischen Lebensrückversicherers. Es gebe Gespräche, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller am Dienstag am Rande einer Konferenz in Frankfurt.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück < HNR1.ETR > entscheidet voraussichtlich bis Ende Juli über ein Angebot für das Portfolio eines US-amerikanischen Lebensrückversicherers. Es gebe Gespräche, sagte Vorstandschef Wilhelm Zeller am Dienstag am Rande einer Konferenz in Frankfurt.

Um welches US-Unternehmen es geht, wollte er nicht sagen. Analysten spekulieren angesichts entsprechender Medienberichte in der vergangenen Zeit, dass es sich um das amerikanische Lebensrückversicherungs-Geschäft des niederländischen Finanzkonzerns ING < INGA.ASX > < INN.FSE > handeln könnte. Laut Zeller stehen die Chancen, bei einem Angebot den Zuschlag zu den Konditionen der Hannover Rück zu bekommen, bei 50 zu 50. Zu einem möglichen Kaufpreis äußerte sich der Vorstandschef nicht. Die Aktie des MDAX < MDAX.ETR > -Unternehmens stieg bis zum Nachmittag im Einklang mit dem Markt um 0,18 Prozent auf 27,75 Euro.

EXPERTEN POSITIV

Analysten beurteilten den möglichen Erwerb eines solchen Portfolios positiv. "Das ist grundsätzlich gut, weil der Zyklus im Nichtlebensgeschäft seinen Höhepunkt in diesem Jahr erreicht hat", sagte Stephan Kalb von Sal. Oppenheim. Daher wäre es für die Hannover Rück positiv, ihr Geschäft im Lebensbereich zu verstärken. Ein HVB-Analyst äußerte sich ebenfalls wohlwollend. "An sich ist es Teil der Konzern-Strategie, auf möglichst vielen Standbeinen zu stehen - und die Hannover Rück könnte ihren Lebensrückversicherungsbereich noch verstärken."

Bei einer eventuellen Übernahme eines Portfolios werden Branchenexperten genau auf die Finanzierung dieses Schritts achten. "Bei der Hannover Rück ist die Kapitaldecke in Bezug auf das gegenwärtige Rating im Falle einer größeren Übernahme eher schwach", sagte Sal.Oppenheim-Analyst Kalb. "Für eine Akquisition könnte eine Kapitalerhöhung nötig sein." Aber wenn eine Kapitalerhöhung einen guten Grund habe und der Rückversicherer ein solches Portfolio zu einem günstigen Preis erwerben könne, sei eine Aufstockung der Kapitaldecke "ein guter Schritt".

Auch der HVB-Analyst verwies darauf, dass sich die Frage stelle, wie die Hannover Rück eine Akquisition finanziere und wie sich das auf die Beurteilung der Bonität der Hannoveraner auswirke. Vorstandschef Zeller hatte gesagt, das Portfolio, um was es gehe, sei "sehr groß" und "ein ziemlicher Brocken". Es habe ein Volumen von einer halben bis 1 Milliarde US-Dollar. Der HVB-Experte sagte angesichts dieser Angaben: "Der Kaufpreis könnte etwa 1 Milliarde Dollar betragen - so einen Betrag hat die Hannover Rück noch nicht in ihrer Kriegskasse."

WEITERE GESPRÄCHE - PROGNOSEN BEKRÄFTIGT

Zudem führt die Hannover Rück ihrem Vorstandschef zufolge Gespräche über das Portfolio eines zweiten US-Unternehmens. Dies sei aber lediglich im "Vorbereitungsstadium". Überdies sei eine europäische Gesellschaft in der vorige Woche nach bereits abgebrochenen Verhandlungen wieder an die Hannover Rück angetreten. Auch hier wollte Zeller keine Aussage machen, um wen es sich handelt. Er äußerte zugleich Interesse am europäischen Lebensrückversicherungs-Geschäft des US-Mischkonzerns General Electric (GE) < GE.NYS > < GEC.ETR > .

Zeller bestätigte in Frankfurt außerdem die Ergebnis-Prognosen des Rückversicherers. Die Hannover Rückversicherung AG peile für 2005 einen "zweistelligen Ergebniszuwachs" an. Im aktuellen Geschäftsjahr solle der Überschuss auf 390 bis 430 Millionen Euro steigen (Vorjahr: 354,8 Mio Euro).

Der für Rückversicherer günstige Branchenzyklus habe im laufenden Jahr zwar wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht. Aber wegen eines "Verzögerungseffektes" bei den Bruttoprämien, von denen Raten später gebucht als gezeichnet würden, dürften die Gewinne der Hannover Rück auch nächstes Jahr weiter steigen. "Wir hatten jetzt fünf Jahre lang Konditionsverbesserungen", betonte Zeller. Das wirke nach. "Wir haben in der Schaden-Rückversicherung Speck anbauen können bis einschließlich 2006."

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