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Roundup2: HVB bestätigt trotz Zahlen unter Erwartung Prognosen für 2004

(dpa-AFX) München - Die zweitgrößte deutsche Bank HVB < HVM.ETR > hat trotz leicht verfehlter Ziele im ersten Halbjahr ihre Ziele für 2004 bestätigt. Demnach soll das Betriebsergebnis von bereinigten 896 Millionen Euro in 2003 auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro klettern, teilte das Institut am Donnerstag in München mit.

(dpa-AFX) München - Die zweitgrößte deutsche Bank HVB < HVM.ETR > hat trotz leicht verfehlter Ziele im ersten Halbjahr ihre Ziele für 2004 bestätigt. Demnach soll das Betriebsergebnis von bereinigten 896 Millionen Euro in 2003 auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro klettern, teilte das Institut am Donnerstag in München mit.

Bis Ende Juni lag die Bank wegen Rückschlägen im Deutschland-Geschäft sowie Eigenhandel noch knapp fünf Prozent unter der eigenen Zielmarke von 680 bis 830 Millionen Euro. Bis zum Jahresende erwartet die Bank allerdings zusätzliche Ergebniseffekte durch steigende Erträge, mehr Neukunden und den Ausbau des Cross-Sellings. Die Aktie legte am Donnerstag in der ersten Handelsstunde deutlich zu.

Zahlen

Bei den operativen Erträgen peilt die Bank weiter eine Zielgröße von 9,6 bis 10,0 Milliarden Euro nach bereinigten 9,26 Milliarden Euro in 2003 an. Hier lag die HVB bis Ende Juni mit 4,67 Milliarden Euro rund zwei Prozent unter dem angestrebten Mindestwert von 4,78 Milliarden Euro.

Besser als erwartet ging der Abbau der Risikovorsorge voran. Hier lag die Bank nach sechs Monaten mit 904 Millionen Euro unter dem bestenfalls angepeilten Wert von 950 Millionen Euro. Im Gesamtjahr rechnet die HVB jetzt nur noch mit 1,81 anstatt zuvor 1,94 Milliarden Euro nach bereinigten 2,27 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Verwaltungsaufwendungen lagen mit 3,11 Milliarden Euro genau in der Mitte des Zielbandes.

Zinsüberschuss Besser ALS Erwartet

Zwischen April und Juni stieg das Betriebsergebnis von 290 Millionen Euro im enttäuschenden ersten Quartal auf 359 Millionen Euro und lag damit im Rahmen der Analystenprognose. Bei den Erträgen überzeugte der Anstieg beim Zinsüberschuss ebenso wie der Abbau der Risikovorsorge, die in 2004 jetzt stärker reduziert werden soll als ursprünglich geplant. Der Provisionsüberschuss fiel in etwa so aus, wie die Experten prognostiziert hatten. Enttäuschend war der starke Rückgang des Handelsergebnisses. Der Vorsteuergewinn von 336 (199) Millionen Euro fiel um knapp 30 Millionen Euro höher aus als erwartet.

Unter dem Strich verdiente die Bank im zweiten Quartal 155 Millionen Euro nach 53 Millionen Euro im Vorquartal. Hier verfehlte das Institut die Prognose der von dpa-AFX befragten Experten.

Wegen zahlreicher Verkäufe von Töchtern sowie des Teilbörsengangs der Bank Austria Creditanstalt < Baca.EAV > < Bkac.FSE > ist der Vergleich mit dem Vorquartal sinnvoller als mit dem Vorjahr. Die HVB hatte 2003 unter anderem die inzwischen im Mdax < Mdax.ETR > notierte Hypo Real Estate < HRX.FSE > abgespalten und an die Börse gebracht. Außerdem wurden die norisbank, Bank von Ernst und Bankhaus Bethmanmaffei verkauft. Wegen Abschreibungen auf Finanzanlagen und einer hohen Risikovorsorge musste die HVB im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 2,64 Milliarden Euro verbuchen.

Aktie MIT Deutlichem Plus

Aktienhändler und Analysten nahmen die Quartalszahlen trotz des unerwartet geringen Überschusses positiv auf. Die Aktie stieg in den ersten Handelsminuten um mehr als fünf Prozent. Gegen 10.15 Uhr verzeichnete sie noch ein Plus von 2,87 Prozent auf 13,25 Euro und war damit zweitstärkster Wert im Leitindex DAX < DAX.ETR > .

Das zweite Quartal hat nicht enttäuscht", sagte Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Der Rückgang im Handelsergebnis habe durch einen "positiven Swing" im Zinsüberschuss mehr als kompensiert werden können. "Ein positives Bild vermitteln der Rückgang der Risikovorsorge sowie der verbesserte Provisionsüberschuss."

Ein Händler bewertete das Ergebnis ähnlich. "Für die Hypovereinsbank sind die Zins- und Provisionsüberschüsse wichtige Kennziffern." Gerade der Zinsüberschuss sei unerwartet gut ausgefallen. Dies könnte hinter dem Aufwind für den Aktienkurs stehen.

Andere Marktteilnehmer hoben die für 2004 bestätigte Prognose positiv hervor. Ein weiterer Börsianer verwies auf die enttäuschenden Ergebnisse der Deutschen Bank < DBK.ETR > und Commerzbank < CBK.ETR > . Danach sei der Markt auf Schlimmes gefasst gewesen - nun seien die Zahlen der HVB doch nicht ganz so schlecht ausgefallen.

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