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ROUNDUP2: Jahresinflationsrate sinkt in Deutschland im Juni auf 1,8 Prozent

WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich erstmals seit Februar wieder etwas abgeschwächt. Vor allem die leichte Entspannung auf den internationalen Ölmärkten hat dafür gesorgt, dass die jährliche Inflationsrate im Juni voraussichtlich auf 1,8 Prozent gesunken ist. Diese vorläufige Schätzung gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf der Basis von sechs Bundesländern ab. Von Mai auf Juni stiegen die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte lediglich um 0,1 Prozent. Von AFX befragte Volkswirte hatten diese Entwicklung erwartet.

WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich erstmals seit Februar wieder etwas abgeschwächt. Vor allem die leichte Entspannung auf den internationalen Ölmärkten hat dafür gesorgt, dass die jährliche Inflationsrate im Juni voraussichtlich auf 1,8 Prozent gesunken ist. Diese vorläufige Schätzung gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf der Basis von sechs Bundesländern ab. Von Mai auf Juni stiegen die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte lediglich um 0,1 Prozent. Von AFX befragte Volkswirte hatten diese Entwicklung erwartet.

Im Mai hatte vor allem das Rekordniveau an den internationalen Ölmärkten die jährliche Teuerungsrate auf 2,0 (April: 1,6) Prozent getrieben, den höchsten Stand seit März 2002.

ÖLPREIS ENTLASTEND

Entscheidender Faktor war auch im Juni die Entwicklung an den Ölmärkten, die sich diesmal allerdings entlastend auswirkte. Heizöl kostete rund 3 Prozent weniger, Kraftstoffe waren zwischen 3 und 4 Prozent billiger als im Mai, sind aber immer noch deutlich teurer als vor einem Jahr. Angetrieben wird die Teuerung durch Flug- und Pauschalreisen, die saisonbedingt mehr kosteten.

Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt nach Einschätzung der Commerzbank im laufenden Jahr gering. Die jüngsten Daten für Juni deuteten auf einen Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt von 1,5 Prozent hin, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Der zugrundeliegende Preisauftrieb sei weiterhin schwach. Angesichts der graduellen Konjunkturerholung und des moderaten Kurses bei den Lohnverhandlungen dürfte sich hieran in den kommenden Monaten nichts Grundlegendes ändern. Im Juni habe sich insbesondere die Lage an den Rohölmärkten deutlich entspannt.

'KEINE INFLATIONSDRUCK'

Der gedämpfte Preisauftrieb in Deutschland im Juni gibt der Europäischen Zentralbank (EZB) nach Einschätzung der DekaBank Raum für unverändert niedrige Leitzinsen. "Es ist kein Inflationsdruck zu erkennen", sagte DekaBank-Volkswirt Karsten Junius am Donnerstag. Inflationsgefahren seien nach dem ölpreisbedingten Schub im Vormonat nicht auszumachen. Auch die Gefahr von sogenannten Zweitrundeneffekten sei gering. Eine Lohn-Preis-Spirale zeichne sich nicht ab.

Auch in der Eurozone dürfte sich der Preisauftrieb laut DekaBank wieder abschwächen. In den 12 Ländern mit der Gemeinschaftswährung war die jährliche Inflationsrate von 2,0 Prozent im April auf 2,5 Prozent im Mai gesprungen. Dazu hatten allein teure Kraftstoffe zu einem Drittel beigetragen. Mit einer hohen Teuerung im rund 300 Millionen Einwohner umfassenden Euroraum schwindet der Spielraum für die Europäische Zentralbank (EZB) für niedrige Zinsen. Die Warnschwelle, oberhalb derer die EZB Gefahren für die Preisstabilität sieht, liegt bei 2,0 Prozent.

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