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Roundup2: Lage am deutschen Arbeitsmarkt trübt sich im September weiter ein

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im September weiter eingetrübt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im September saisonbereinigt stärker als erwartet. Sie sei um 27 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Anstieg von 6 000 gerechnet. In Westdeutschland stieg die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 12 000 und in Ostdeutschland um 15 000. An den Finanzmärkten entfalteten die Zahlen keine Wirkung.

dpa-afx NÜRNBERG/FRANKFURT. Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich im September weiter eingetrübt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im September saisonbereinigt stärker als erwartet. Sie sei um 27 000 zum Vormonat geklettert, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Anstieg von 6 000 gerechnet. In Westdeutschland stieg die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt um 12 000 und in Ostdeutschland um 15 000. An den Finanzmärkten entfalteten die Zahlen keine Wirkung.

Weise: Noch Keine Besserungstendenz Erkennbar

Der Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, trotz einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung sei noch keine Besserungstendenz auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen. "Der Aufschwung ist noch nicht kräftig genug, damit in der Summe Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann", sagte Weise.

Nach Einschätzung der Dekabank geht der Boom der Weltwirtschaft weiter am Arbeitsmarkt vorbei. Der Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im September sei "erschütternd hoch" ausgefallen, sagte Dekabank-Volkswirt Peter Leonhardt am Dienstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die eigentlich übliche deutliche Herbstbelebung sei ausgefallen.

Commerzbank Sieht Stabilisierung

Angesichts der enttäuschenden Daten dürfte die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2004 trotz der Reformen über dem Vorjahreswert von 4,38 Mill. liegen, betonte Leonhardt. Ohne eine Belebung der Binnennachfrage werde eine durchgreifende Besserung am Arbeitsmarkt ausbleiben.

Positiver äußerte sich unterdessen die Commerzbank. Die Lage am Arbeitsmarkt scheine sich trotz des Anstiegs der Arbeitslosigkeit stabilisiert zu haben. Darauf hätten die Beschäftigtenzahlen schon vor der Revision hingewiesen, heißt es in einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Analyse. Auch die Beschäftigungskomponente der Einkaufsmanagerindizes hat sich nach Einschätzung der Experten seit Jahresanfang deutlich verbessert. Dadurch werde in etwa eine konstante Beschäftigung signalisiert.

Unbereinigte Daten

Unbereinigt sank die Zahl der Arbeitslosen im September in Deutschland um 89 859 auf rund 4,257 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr legte die Arbeitslosenzahl um 48 881 zu. Die Arbeitslosenquote sank von 10,5 Prozent im August auf 10,3 Prozent.

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