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Roundup2: Linde sieht 2005 eher verhalten - schwächere Zuwachsraten

Der Anlagenbauer und Gasspezialist Linde hat sinkende Steigerungsraten im operativen Geschäft im kommenden Jahr nicht mehr ausgeschlossen.

dpa-afx WIESBADEN. Der Anlagenbauer und Gasspezialist Linde hat sinkende Steigerungsraten im operativen Geschäft im kommenden Jahr nicht mehr ausgeschlossen. Die Zuwächse könnten wegen des starken Euro und der hohen Ölpreise "eher unter als über den Werten" des laufenden Jahres liegen, sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle am Donnerstag in Wiesbaden nach der Vorlage starker Zahlen für das dritte Quartal. Ein leichtes Wachstum bei Umsatz und operativen Gewinn vor Sondereinflüssen sei aber in allen Geschäftsbereichen erreichbar. Die Linde-Aktie legte im Dax zwischenzeitlich um 0,39 Prozent auf 48,90 Euro zu.

Reitzle deutete an, wenn der Konzern im nächsten Jahr stärker als erwartet unter Druck gerate, könne dies unter Umständen weitere Stellen im Konzern kosten. Konkrete Aussagen dazu vermied Reitzle. Für dieses Jahr bestätigte er die Jahresprognose, im Gesamtjahr Umsatz und Ebita vor Sondereinflüssen und ohne die Kältetechnik leicht zu erhöhen. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX werden die Wachstumsraten zwischen fünf und zehn Prozent liegen.

BOC-Gerüchte Dementiert

Die in der Branche seit langem kursierenden Spekulationen über ein mögliches Zusammengehen mit dem britischen Konkurrenten BOC wies Reitzle klar zurück. "Es gab nie Gespräche und wird keine geben. Wir sind stark genug und brauchen keine Partner." Zu einer möglichen Dividendenzahlung in diesem Jahr machte er keine Angaben. Die Konzernführung werde nach Jahresende dieses Thema aber besprechen. Die Ausweisung einzelner Vorstandsgehälter im Geschäftsbericht lehnte Reitzle erneut als unnötig ab.

Der Vorstandschef plant im Gasegeschäft weitere kleinere Akquisitionen. Dies gelte vor allem für die Medizintechnik. Übernahmen mit einem Volumen zwischen 20 und 80 Mill. Euro könne der Konzern jederzeit stemmen. Größere Akquisitionen seien angesichts der fast vollständigen Konsolidierung des Industriegase-Markts aber unwahrscheinlich.

Erwartungen Übertroffen

Im dritten Quartal hatte Linde mit den am Donnerstag vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen. Der Auftragseingang schrumpfte zwar um 1,4 Prozent auf 2,386 Mrd. Euro. Nach neun Monaten kletterte das Ordervolumen jedoch von 6,86 auf 7,382 Mrd. Euro. Zwischen Juli und September stieg das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Ebita) vor Sonderposten binnen Jahresfrist um 22 Prozent auf 216 Mill. Euro.

Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten mit 195 Mill. Euro gerechnet. Der Erlös verbesserte sich von 2,178 auf 2,465 Mrd. Euro, die Prognose lag bei 2,28 Mrd. Euro. Der Überschuss erreichte 79 Mill. Euro (Vj: 23 Mio), die Analysten hatten mit 73,3 Mill. Euro gerechnet. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Quartal von 79 auf 181 Mill. Euro.

Ärger Wegen Inomax

Der Verkauf der Kältetechnik an das US Carrier Corporation-Unternehmen bringe dem Konzern 325 Mill. Euro ein, sagte Reitzle. Über den endgültigen Preis hatten die Unternehmen bis zuletzt verhandelt. Wie Linde weiter mitteilte, wird am 16. November vor dem Europäischen Patentamt in München der Widerspruch der Wettbewerber Air Liquide und Air Products im Streit um das europäische Exklusivpatent für das Medizingasmedikament Inomax verhandelt. Er sehe der Entscheidung gelassen entgegen, sagte Reitzle: "Sollten wir das Patent verlieren, würde uns das betriebswirtschaftlich nicht besonders treffen.

Der Linde-Chef kündigte weitere Restrukturierungen in der Sparte Material Handling an. Ein Stellenabbau bei den Angestellten der Tochter Still sei denkbar. Bei Still würden derzeit alle Prozesse auf zusätzliches Optimierungspotenzial untersucht. Reitzle betonte, der Konzern schaffe in anderen Bereichen auch Arbeitsplätze. Steigende Rohstoffkosten und der starke Euro würden in der Sparte im vierten Quartal einige Mill. des operativen Gewinns kosten. Insgesamt sei der Konzern gegen Währungsrisiken im nächsten Jahr bei einem Euro-Wechselkurs von über 1,30 Dollar voll abgesichert.

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