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Roundup2: Merck Kgaa stärk Generika-Sparte; Kauf von NM Pharma für 54 Mio Euro

Die Darmstädter Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa hat von dem US-Pharmaunternehmen Pfizer für rund 54 Mill. € den überwiegenden Teil von NM Pharma in Skandinavien übernommen. Damit stärkt das Mdax-Unternehmen den wichtigen Geschäftsbereich für Nachahmermedikamente (Generika).

dpa-afx DARMSTADT. Die Darmstädter Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa hat von dem US-Pharmaunternehmen Pfizer für rund 54 Mill. ? den überwiegenden Teil von NM Pharma in Skandinavien übernommen. Damit stärkt das Mdax-Unternehmen den wichtigen Geschäftsbereich für Nachahmermedikamente (Generika).

Mit dem Kauf der Pfizer-Sparte steigt Merck nach eigenen Angaben zur Nummer eins im skandinavischen Generika-Markt auf. Die Transaktion in Höhe von 53,8 Mill. ? bedarf jedoch noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. Der Konzern werde auch künftig nach Zukaufsmöglichkeiten Ausschau halten, sagte ein Merck-Sprecher. Das Hauptgewicht liege dabei im Pharmabereich, aber auch Zukäufe in der Chemiesparte schloss er nicht aus.

Analyst MIT Kaufpreis Zufrieden

An der Börse stieg die Merck-Aktie bis 13.50 Uhr um 0,35 % auf 42,78 ?, während der Mdax um 0,52 % auf 4 901,73 Punkte anzog. "Merck hat das 1,4-fache des Umsatzes bezahlt. Dies scheint uns vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Teva für Pfizers italienisches Generikageschäft das 2,3-fache der Erlöse bezahlt hat, nicht zu teuer", sagte Analyst Martin Possienke von equinet. "Eine Übernahme in dieser Höhe war bereits von der Börse erwartet worden und der Preis scheint recht fair", sagte auch Analyst Oliver Kämmerer von der Westlb. 1,3 bis 1,4 Mrd. ? wurden bereits in diesem Jahr in Europa von Pharmakonzernen für Generika-Anbieter bezahlt, erklärte Kämmerer.

Das akquirierte Geschäft mit Sitz in Stockholm, Schweden, habe 2003 einen Umsatz von 39,1 Mill. ? erwirtschaftet, teilte Merck mit. Das Geschäft werde in Skandinavien unter dem Namen Merck NM tätig sein. Im Jahr 2003 habe der skandinavische Generikamarkt ein Umsatzvolumen von rund 600 Mill. ? bei einer jährlichen Wachstumsrate von neun Prozent repräsentiert.

Generika-Geschäft Wichtiges Standbein

Der Umsatz von Merck Generics ist von rund 100 Mill. ? im Jahr 1995 auf 1,5 Mrd. ? im Jahr 2003 gestiegen, hieß es bei Merck. Deutschlands ältester Pharmakonzern muss sich zur Zeit in seiner Arzneimittelsparte gegen Nachahmerkonkurrenz für seine Diabetes-Medikamente um das Produkt Glucophage wehren. Zudem drücken sinkende Gewinnbeiträge aus der US-Vermarktung des lukrativen Magenmittels Omeprazol auf die Ergebnisse. Der neue Hoffnungsträger im Pharmageschäft, das Krebsmedikament Erbitux, hatte erst vor wenigen Monaten von der EU-Kommission grünes Licht für die europaweite Vermarktung erhalten.

Hier sorgt das Generikageschäft für einen Ausgleich. Im vergangenen Jahr trug es 36 % zum Gesamtumsatz der Pharmasparte bei. Im zweiten Jahresviertel 2004 erwirtschaftete der Konzern mit Nachahmerpräparaten ein Umsatzplus von 5,9 % auf 402 Mill. ?. Im US-Markt erwirtschaftete Merck mit Nachahmerpräparaten in lokaler Währung ein Umsatzplus von 16 %.

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