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ROUNDUP2: MLP bestätigt Jahresziele - Sieht 2-stelliges Erlösplus im 2.Quartal

MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Finanzdienstleister MLP erwartet imlaufenden zweiten Quartal ein im Jahresvergleich prozentual zweistelligesUmsatzplus. Zudem bestätigte die Gesellschaft am Dienstag auf derHauptversammlung in Mannheim ihre Jahres-Prognosen. Neben Lob mussten dieHeidelberger bei dem Aktionärstreffen teils herbe Kritik ihrer Anteilseignereinstecken.

MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Finanzdienstleister MLP erwartet imlaufenden zweiten Quartal ein im Jahresvergleich prozentual zweistelligesUmsatzplus. Zudem bestätigte die Gesellschaft am Dienstag auf derHauptversammlung in Mannheim ihre Jahres-Prognosen. Neben Lob mussten dieHeidelberger bei dem Aktionärstreffen teils herbe Kritik ihrer Anteilseignereinstecken.

Die im MDAX notierte Aktie verlor nach morgendlichen Gewinnenbis zum frühen Nachmittag 0,87 Prozent auf 11,35 Euro. Händler verwiesen auf einnun bekannt gewordenes Gerichtsurteil, wonach der Finanzdienstleister einerKundin wegen falscher Beratung 114.000 Euro Schadenersatz zahlen muss. Nun werdebefürchtet, dass noch weitere Klagen folgen könnten. Vorstandschef UweSchroeder-Wildberg gab sich bei dem Aktionärstreffen gelassen. Die kumuliertenStreitwerte aller anhängigen Prozesse lägen unter 1 Million Euro. Ein Fünftelaller anhängigen Prozesse sei bereits erledigt. Der durchschnittliche Streitwertbetrage 31.500 Euro. Vor allem haben nach Unternehmensangaben ehemaligeMLP-Berater Anzeigen erstattet.

Mit Blick auf 2004 sagte der Chef des auf Akademiker spezialisiertenFinanzdienstleisters: "In der zweiten Jahreshälfte rechnen wir mit einemdeutlichen Wachstum, so dass wir bei den Gesamterlösen und dem Vorsteuergewinneinen zweistelligen Zuwachs erwarten." Das Vorsteuerergebnis werde dabeideutlicher steigen als die Erlöse. "Die Rahmenbedingungen sind angesichts derimmer stärkeren öffentlichen Diskussion um die Notwendigkeit privater Vorsorgehervorragend." Das Lebensversicherungsgeschäft boome. WeiteresWachstumspotenzial stecke in der privaten Vermögensverwaltung und Geldanlageoder der betrieblichen Altersvorsorge.

DIVIDENDE

Die etwa 1.400 anwesenden Aktionäre genehmigten die vorgeschlageneDividende von 0,15 Euro je Aktie. Für das defizitäre Jahr 2002 - der ersteVerlust in der über 30-jährigen Unternehmensgeschichte - hatte MLP keineDividende ausgeschüttet. Ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung fürWertpapierbesitz (DSW) zeigte sich erfreut, dass MLP seinen Anteilseignernwieder eine Dividende zahle. Sie hätte jedoch angesichts des im Vorjahrerzielten Gewinns etwas höher ausfallen können. Ein Anteilseigner kritisiertedie geplante Ausschüttung als "Hungerdividende". "Damit ist noch nicht einmalder Kauf einer Brezel beim Billigbäcker möglich."

Aktionäre äußerten sich außerdem enttäuscht zur Entwicklung desAktienkurses der seit 1988 an der Börse gelisteten MLP AG. Der Titel desFinanzdienstleisters war Anfang 2002 noch knapp 80 Euro wert. Zu Spitzenzeitenim Jahr 2000 notierte er bei mehr als 170 Euro. Der Mitbewerber AWD schneide bei der Kursentwicklung besser ab und zahle überdies eine höhereDividende, schimpfte ein Anteilseigner. AWD will für das abgelaufene Jahr eineRekorddividende von 0,75 Euro je Aktie ausschütten - 50 Prozent mehr als imVorjahr.

TERMÜHLEN 'SCHWEBT IMMER NOCH ÜBER UNS'

Lob fanden MLP-Aktionäre für den Rücktritt des Vorstandschefs BernhardTermühlen Ende 2003. Seinen Platz besetzt nun der bisherige FinanzchefSchroeder-Wildberg. Mit dem Namen Termühlen seien viele Probleme desFinanzdienstleisters verbunden gewesen, sagte ein Vertreter derSchutzvereinigung der Kapitalanleger (SdK). "Er schwebt aber immer nochirgendwie über uns." Termühlen hält derzeit knapp 14 Prozent an der MLP AG, wieein Sprecher sagte. Damit bleibt der Ex-Vorstandschef zweitgrößter Aktionär derHeidelberger nach dem Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Lautenschläger.Dieser ist mit 28,9 Prozent an MLP beteiligt. Ob Termühlen sich von einem Teilseiner MLP-Aktien trennen wolle, wisse er nicht, sagte Schroeder-Wildberg. Diessei eine "reine "Privatangelegenheit". Verkäufe seien MLP nicht bekannt.

Der Finanzdienstleister war ab Mai 2002 wegen vermeintlicher Bilanztricksund angeblichen Insiderhandels in die schwerste Krise seinerUnternehmensgeschichte geraten. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hattedaraufhin Ermittlungen eingeleitet, die bis heute andauern. Der Aktienkurs deseinstigen Börsenlieblings brach ein. Aktionärsvertreter appellierten auf derHauptversammlung an die Behörde, die Ermittlungen "möglichst zeitnah"abzuschließen, da sie auf dem Unternehmen lasteten. MLP äußert sich laut seinesVorstandschefs weiterhin nicht zu laufenden Verfahren.

MLP WILL BIS 2007 JÄHRLICH UM ÜBER 10% WACHSEN

MLP-Chef Schroeder-Wildberg zeigte sich indes zuversichtlich. "Für diekommenden Jahre steht einem weiteren signifikanten Wachstum nichts im Wege." DerFinanzdienstleister sehe wegen der zunehmenden "Dynamisierung" bei der privatenVorsorge sehr optimistisch in die mittel- und langfristige Zukunft. "Wir bleibenbei der Aussage, Gesamterträge und Kundenzahl bis mindestens 2007 um mehr als 10Prozent pro Jahr zu verbessern, bei gleichzeitig überproportional steigendenErgebnissen."

MLP steigerte im ersten Quartal seine Kundenzahl auf 571.000 (+10,2%).Gleichzeitig arbeiteten 2.696 Berater für den Finanzdienstleister - 6,9 Prozentweniger als ein Jahr zuvor. Die Gesellschaft verringerte die Zahl ihrerGeschäftsstellen auf 321 (-17,3%). Hier solle ein Wert von 300 nichtunterschritten werden, sagte Schroeder-Wildberg. Er kündigte außerdem an, dassdas bislang verlustreiche Auslandsgeschäft, das gegenwärtig etwa drei Prozentzum Umsatz beisteuere, im nächsten Jahr profitabel sein solle. MLP setze hierauf organisches Wachstum.

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