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Roundup2: Nach Halbjahres-Gewinnplus peilt Münchener Rück Rekordjahr an

(dpa-AFX) München - Nach einem überraschend deutlichen Gewinnschub im ersten Halbjahr hat der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück < Muv2.ETR > sein Jahresziel eines Rekordüberschusses von zwei Milliarden Euro nun noch fester im Blick. "Unsere harte Arbeit trägt Früchte", sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard am Freitag in München. "Unser Ergebnisziel steht fester denn je, es rückt jetzt auch langsam näher." Im Vorjahr hatte der Branchenprimus den ersten Verlust seit mehr als 50 Jahren ausgewiesen.

(dpa-AFX) München - Nach einem überraschend deutlichen Gewinnschub im ersten Halbjahr hat der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück < Muv2.ETR > sein Jahresziel eines Rekordüberschusses von zwei Milliarden Euro nun noch fester im Blick. "Unsere harte Arbeit trägt Früchte", sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard am Freitag in München. "Unser Ergebnisziel steht fester denn je, es rückt jetzt auch langsam näher." Im Vorjahr hatte der Branchenprimus den ersten Verlust seit mehr als 50 Jahren ausgewiesen.

Der Rückversicherungsmarkt, das größere der beiden Geschäftsfelder der Münchener, bleibe attraktiv, sagte Bomhard. Die lange defizitäre US-Tochter American Re beurteilte der Konzernchef verhalten positiv. Auch für die Erstversicherungsgruppe zeigte er sich zuversichtlich. Dieser Bereich wird maßgeblich von der Ergo bestimmt, die lange ein verlustträchtiges Sorgenkind war. "Ergo hat jetzt wieder Boden unter den Füßen", sagte Bomhard. Beide Geschäftssparten verzeichneten im ersten Halbjahr Ergebniszuwächse.

Analysten äußerten sich positiv zu den Halbjahres-Resultaten. Die Börse honorierte die Neuigkeiten der Münchener Rück mit kräftigen Kurszuwächsen der Aktie. Sie stieg bis zum Nachmittag entgegen dem Markttrend deutlich und war Spitzenreiterin im Leitindex DAX < DAX.ETR > . Der Titel des Rückversicherers verteuerte sich zuletzt um 2,72 Prozent auf 78,62 Prozent.

Veräusserungserlöse UND Weniger Steuern

Auch dank eines Erlöses von 200 Millionen Euro aus dem Verkauf von Allianz-Aktien vervielfachte die Münchener Rück ihren Überschuss im zweiten Quartal überraschend deutlich auf 628 Millionen Euro (Vorjahr: 28 Mio Euro). Von dpa-AFX befragte Branchenexperten hatten lediglich 510 Millionen Euro vorhergesagt. Der Rückversicherer senkte seine Beteiligung an der Allianz nach eigener Aussage "Markt schonend" von 12,2 auf nunmehr knapp unter 10 Prozent. Der Anteil sei aber für einen Einzelwert immer noch zu hoch. "Es gibt keinen Prozentsatz, wo wir stehen bleiben müssten", sagte Bomhard. Dem Fernsehsender Bloomberg TV sagte der Konzernchef, langfristig sehe er die Allianz-Beteiligung unter fünf Prozent. An der Hypovereinsbank < HVM.ETR > halten die Münchener weiterhin 18,4 Prozent.

In den ersten sechs Monaten schwang sich die Münchener Rück mit einem Überschuss von 1,16 Milliarden Euro unerwartet deutlich in die Gewinnzone (Vorjahr: minus 529 Mio Euro). Positiv wirkte sich dabei auch die um 53,9 Prozent zurückgegangene Steuerlast aus. Die Bruttoprämien sanken dagegen um 5,2 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro und lagen damit unter den Prognosen (2.Quartal: minus 6,2% auf 9,3 Mrd Euro). Bomhard nannte als Gründe den Wegfall des Geschäfts mit dem britischen Erstversicherer Royal Alliance sowie Währungseffekte infolge des schwachen US-Dollars. Besonders stark schrumpften die Beiträge in der Rückversicherungs-Sparte. Die Münchener haben sich eine strikt Risiko orientierte Zeichnungspolitik verordnet. "Wenn man sagt: 'Profit geht vor Wachstum', dann muss man das auch durchziehen", betonte der Konzernchef.

Operativ erzielte der Branchenprimus weiter Gewinne. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich in der Rückversicherung im Zeitraum Januar bis Juni auf 95,5 (Vorjahr 95,9) Prozent. "Das ist das sechste Quartal in Folge, wo wir unter der magischen Hundert liegen", betonte Bomhard. Liegt die so genannte Combined Ratio unter 100 Prozent, so arbeitet ein Rückversicherer operativ profitabel. In der Erstversicherung verbesserte sich die Quote auf 93,4 (97,3) Prozent.

Außerdem zeigte sich die Münchener Rück weiter zuversichtlich, ihr abgestuftes Rating wieder verbessern zu können. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit ist für den Rückversicherer bei den Verhandlungen mit Kunden wichtig. Die Ratingfrage habe Gesprächsrunden zwar nicht erleichtert, aber das Geschäft keineswegs beeinträchtigt, betonte Bomhard. "Wir sind berechenbar für die Kunden." Zum 30. Juni wies die Münchener Rück ein Eigenkapital von 19,1 Milliarden Euro aus. Das war ein Anstieg von 1,1 Prozent im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres. Die Ratingagentur Standard & Poor's meldete am Freitag jedoch, ihre Bonitäts-Bewertung "A+" vorerst nicht verändern zu wollen.

Weitere Rückstellungen IN DEN USA

Unterdessen blieb die Münchener Rück auch im ersten Halbjahr vor weiteren Rückstellungen für die American Re nicht gefeit. Die Gruppe reservierte 100 Millionen Dollar für die Jahre 1997 bis 2001 nach. Damit hat die Münchener Rück laut Bomhard seit 2000 insgesamt vier Milliarden Dollar für den zweitgrößten US-Rückversicherer zurückgestellt. Zwar fühle sich der Konzern derzeit wohl mit den Rückstellungen, aber weitere Nachreservierungen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Unternehmenschef Bomhard. Im ersten Halbjahr hatten sich die Ergebnisse der American Re verschlechtert.

Unterdessen hat die Münchener Rück die Mitte August beginnenden Olympischen Spiele in Athen im Blick. Als Rückversicherer habe der Konzern im Zusammenhang mit dem sportlichen Großereignis Geschäfte getätigt. Terrorismus-Schäden seien aber aus den Verträgen ausgeschlossen, sagte Bomhard.

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