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ROUNDUP2: Ölmärkte bleiben von Nervosität geprägt - Preise im Zick-Zack-Kurs

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weltweiten Ölmärkte bleiben auch nach derAnkündigung höherer Fördermengen durch Saudi-Arabien von Nervosität geprägt.Nachdem der saudiarabische Vorstoß zum Wochenbeginn zunächst für etwasEntspannung sorgte, gingen die Kurse bald wieder auf Steigflug - um am Dienstagwiederum leicht nachzugeben.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die weltweiten Ölmärkte bleiben auch nach derAnkündigung höherer Fördermengen durch Saudi-Arabien von Nervosität geprägt.Nachdem der saudiarabische Vorstoß zum Wochenbeginn zunächst für etwasEntspannung sorgte, gingen die Kurse bald wieder auf Steigflug - um am Dienstagwiederum leicht nachzugeben.

Die Deutsche Bundesbank und das Münchner ifo Institut sehen trotz des nachwie vor hohen Niveaus allerdings noch keine größeren Gefahren für dieKonjunktur. Die Inflation in Deutschland ist wegen der sprunghaft gestiegenenPreise für Öl und Kraftstoff unterdessen auf den höchsten Stand seit Anfang 2002geklettert.

BENZINPREISE IN DEUTSCHLAND KNAPP UNTER HÖCHSTNIVEAU

Die Benzinpreise in Deutschland liegen vor Pfingsten knapp unter ihremHöchstniveau. Nach einer Preisrunde unter Führung der Shell um bis zu vier Centje Liter kostete Super-Benzin am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt gut 1,20Euro je Liter. Für Diesel müssen die Autofahrer im Schnitt 97 Cent je Literbezahlen. Das teure Öl zieht auch die Preise für Erdgas mit in die Höhe. NachAussage der Erdgasimporteure ist ein Anziehen in diesem Jahr wahrscheinlich,sagte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft(BGW), Uwe Steckert, in Berlin.

An der New Yorker Warenterminbörse Nymex sank der Preis für Rohöl zurJuli-Auslieferung am Dienstag (Ortszeit) um 0,3 Prozent auf 41,60 Dollar jeBarrel- nach einem Plus von 4,5 Prozent auf 41,72 Dollar am Vortag. Das war derhöchste Schlusspreis für diesen Kontrakt seit Handelsbeginn in 1983. DerBenzinpreis zur Juni-Auslieferung legte um 2,9 Prozent auf 1,4578 Dollar jeGallone (3,8 Liter) zu. Die Rohölpreise liegen damit um 43 Prozent höher als voreinem Jahr und die Benzinpreise sogar um 61 Prozent höher, wie die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" berichtete. In London fiel der Kurs wieder unterdie Marke von 38 Dollar: die Nordseeölsorte Brent kostete dort am Dienstag 37,92Dollar (minus 0,7 Prozent).

SAUDI-ARABIEN WILL PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN DEUTLICH AUFSTOCKEN

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) waram Montag wieder deutlich in die Höhe gegangen. Wie die Organisation am Dienstagin Wien mitteilte, stieg der so genannte Korbpreis für die sieben wichtigstenOPEC-Sorten um 65 Cent auf 37,05 Dollar.

Am vergangenen Freitag war der Rohölpreis kurzzeitig deutlich gefallen,nachdem Saudi-Arabien eine deutliche Erhöhung seiner Fördermenge auf rund 9Millionen Barrel pro Tag angekündigt hatte. Dieser Effekt konnte den Montagallerdings nicht überdauern. Zudem will Saudi-Arabien die Produktionskapazitätennoch deutlicher aufstocken. Außerdem hatte das Land die OPEC aufgefordert, ihreProduktion um täglich mehr als zwei Millionen Barrels zu erhöhen. Im Markt wirdjedoch bezweifelt, dass die saudi-arabischen Aktionen ausreichen, um kurzfristigeine Änderung der Angebotslage zu ermöglichen.

Ökonomen warnen unterdessen vor übertriebenen Konjunktursorgen. "Die Preisegefährden nicht den globalen Aufschwung und auch nicht die graduelle Erholungder deutschen Wirtschaft", sagte Bundesbank - Präsident Axel Weber in Frankfurt.Der hohe Ölpreis habe bislang "keine Bremsspur in der Konjunktur hinterlassen."Nach Einschätzung von ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb kommt die deutscheWirtschaft mit dem derzeitigen Niveau der Ölpreise noch zurecht. MancheUnternehmen würden davon auch profitieren. "Die Ölpreise sind aber sicher imMoment die aktuelle Gefahr für den Aufschwung." Dagegen habe sich die Lage ander Währungsfront entspannt. Auch sei der Aufschwung der US- Konjunktur offenbarrobust.

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