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Roundup2: Ölpreise weltweit auf Rekordniveau - Besorgnis wächst

Die Ölpreise haben weltweit neue Höchststände erreicht und in den USA erstmals die Marke von 50 Dollar für ein Barrel Rohöl durchbrochen. Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex schoss der Ölpreis am frühen Dienstagmorgen auf 50,47 Dollar je Barrel in die Höhe. Der Preis lag dann später mit 50,05 Dollar um 41 Cent oder 0,83 Prozent höher als am Rekordschluss des Vortages. Die für Europa maßgebliche Öl-Sorte Brent erreichte in London einen Spitzenstand von 46,58 Dollar. Saudi-Arabien kündigte an, seine Förderung drastisch um 1,5 Mill. Barrel pro Tag (bpd) auf elf Mill. bpd auszuweiten.

dpa-afx LONDON/NEW YORK. Die Ölpreise haben weltweit neue Höchststände erreicht und in den USA erstmals die Marke von 50 Dollar für ein Barrel Rohöl durchbrochen. Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex schoss der Ölpreis am frühen Dienstagmorgen auf 50,47 Dollar je Barrel in die Höhe. Der Preis lag dann später mit 50,05 Dollar um 41 Cent oder 0,83 Prozent höher als am Rekordschluss des Vortages. Die für Europa maßgebliche Öl-Sorte Brent erreichte in London einen Spitzenstand von 46,58 Dollar. Saudi-Arabien kündigte an, seine Förderung drastisch um 1,5 Mill. Barrel pro Tag (bpd) auf elf Mill. bpd auszuweiten.

Die EU-Kommission und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) äußerten sich besorgt über den ungebremsten Anstieg der Energiepreise. Der Kanzler forderte Initiativen des G8- Weltwirtschaftsgipfels, um mehr Transparenz in der Gestaltung des Ölpreises zu erreichen. "Der Ölpreis ist ganz wesentlich durch sehr viel Spekulation bestimmt", sagte Schröder in Oslo. Ähnlich hatte er sich bereits beim G8-Gipfel im US-amerikanischen Savannah im Juni dieses Jahres geäußert, ohne dass daraus Folgen erwachsen wären.

Angst VOR Zuspitzung IN Nigeria

Die Angst vor einer Zuspitzung von Rebellenangriffen auf Ölgebiete in Nigeria und die sehr langsame Normalisierung der Produktion und Lieferung im Golf von Mexiko nach dem verheerenden Hurrikan "Ivan" gelten als die Hauptgründe für den jüngsten scharfen Anstieg der Ölpreise. Einige Ölhändler haben als nächste Zielmarke 60 Dollar ins Auge gefasst, falls es zu Lieferunterbrechungen aus einem der Krisen- und Katastrophenherde wie Nigeria, Irak, Saudi-Arabien, Russland oder dem Golf von Mexiko kommen sollte. Die Ölpreise sind in den vergangenen zwölf Monaten um 77 Prozent in die Höhe geschossen.

In Nigeria bedrohen Rebellen Ölinstallationen, und es hat Evakuierungen von Öl-Personal gegeben. Nigeria ist der fünftgrößte Ölexporteur der Welt und fördert täglich 2,4 Mill. Barrel. Im Golf von Mexiko sind bisher elf Mill. Barrel Ölproduktion im Gefolge von Hurrikan "Ivan" verloren gegangen. Das sind fast zwei Prozent der dortigen Jahresproduktion. Die Produktion liegt mit 1,2 Mill. Barrel pro Tag noch um 39 Prozent unter Normalniveau.

Ungelöster Steuerkonflikt BEI Yukos und Irak-Unruhen Belasten

Das US-Energieministerium hat bisher 1,7 Mill. Barrel Öl aus der riesigen strategischen US-Ölreserve auf Leihbasis freigegeben, doch ist dies nach Darstellung von Ölexperten nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die amerikanische Regierung will allerdings nur in echten Versorgungskrisenfällen in großem Stil auf die strategische Reserve zurückgreifen.

Die ungelöste Steuerkonflikt beim größten russischen Ölexporteur Yukos , ständig neue Anschläge auf Ölleitungen im Irak und Schießereien in Saudi Arabien sind ebenfalls preistreibende Faktoren in den internationalen Öl- und Energiemärkten. Die Preise sind auch durch neue Spekulationen von Hedge-Fonds an den Ölmärkten nach oben getrieben worden. Die globale Ölnachfrage von 82 Mill. Barrel pro Tag lässt kaum noch einen Spielraum für neue Liefereinbußen.

Die hohen Ölpreise dämpfen bereits die Weltwirtschaft. Sie wirken sich in Form entsprechend höherer Treibstoff-, Heizöl- und Flugbenzinpreise belastend für die Konsumenten, die ohnehin angeschlagenen Fluggesellschaften sowie für Speditionen, die chemische Industrie und andere Branchen aus. Der Einzelhandel leidet ebenfalls, weil die Verbraucher weniger Geld für Einkäufe verfügbar haben. Die deutschen Benzinpreise blieben am Dienstag konstant. Ein Liter Superkraftstoff kostet bei Markentankstellen im Durchschnitt 1,18 Euro, ein Liter Diesel einen Euro.

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